Mit der Angst vor Veränderung durch neue Technologien, steigende Transparenz und dem möglichen Verschwinden der „Zauber-Show" der Auktionswelt, nach zahllosen Finanzmarkt-Reportagen, hat sich das Internet als der beste Weg erwiesen, dem Kunden zu begegnen und ganz nebenbei Verkauf und Profit zu erhöhen.

In den vergangenen Jahren ist es durch die digitale Revolution in der Kunst- und Auktionsindustrie zu einer Entwicklung gekommen, die in Einklang mit dem heutigen Zeitgeist steht – z.B. im Bereich Musik, Reisen etc. Vor wenigen Jahren öffnete Barnebys die Welt der Auktionen und nahm sich als erstes den Kunden an.

Dr. Clare McAndrew's berichtet in ihrem jährlichen Report für die TEFAF (The European Fine Art Foundation), dass der Onlineverkauf von Kunst im Jahre 2014 einen Erlös von 3,3 Milliarden Euro erbracht hat, was 6% der Gesamtsumme aus Kunstverkäufen entspricht. Diese Zahl wird sich 2015 mehr als verdoppeln und 2016 noch weiter ansteigen.

Anna-Karin Laurell (CEO des Auktionshauses Bukowskis, Schweden) machte eine interessante Aussage in dem Interview, das Barnebys im letzten Jahr mit führte: Sie berichtete, dass der Onlineverkauf bei Bukowskis um 22% gestiegen sei. Im Vergleich dazu sei der Onlineverkauf in anderen Bereichen in Schweden um lediglich 12% gewachsen.

Erst kürzlich waren Christie's und Sotheby's, die beiden ältesten Auktionshäuser der Welt, von Seiten der Medien und ihrer Aktionäre in die Kritik geraten, nachdem sich das alte Auktionssystem als unflexibel erwiesen hat und der Entwicklung von Online-Strategien eher im Wege steht.

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Die sogenannten „modernen" Auktionshäuser wie Phillips, gegründet 1796, und Fellows, gegründet 1876, richten ihren Fokus auf das, was der Markt verlangt. Phillips' Gesamtumsatz 2015 von 523 Millionen US-Dollar beinhalten 80,3 Millionen US-Dollar aus der ersten Versteigerung von Luxus-Uhren des Auktionshauses. Die Auktion bewies, dass kosteneffizientes Management, umfassende Vermittlung, globaler Handel und vor allem der Zugang zu den zukünftigen Kunden, die sich für andere Kategorien als die Kunst interessieren, der richtige Weg für den Markt sind. Es handelt sich um die gleiche Art des „Auf die Bedürfnisse des Marktes"-Hörens wie damals, als die großen Auktionshäuser begannen, Vintage-Mode zu versteigern.

Das Zögern der Kunstwelt, im großen Umfang Onlinehandel zu betreiben, scheint damit beendet. Letztes Jahr verkaufte das vollständig online basierte Auktionshaus Auctionata eine Chinese Imperial Immortal Mountain Clock für 3,4 Millionen Euro – komplett online.

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Ich sagte es bereits und ich werde auch weiterhin damit nerven: Es geht nicht darum online zu sein oder nicht. Es geht darum beides zu sein. Wer heutzutage als Kunst- und Antiquitätenhändler ohne Onlinestrategie arbeitet, ist wie ein Kunst- und Antiquitätenhändler, der weder über ein Geschäft noch ein Lager verfügt.

Der Markt wird wachsen. Und mehr und mehr wird er das sich immer weiterentwickelnde Internet nutzen um Kunst, Design und Antiquitäten zu entdecken und zu kaufen.

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