Online-Wachstum

1 Hiscox Online Art Trade Report 2016

Trotz der weltweiten Verlangsamung des Kunstmarktes im Jahr 2015, ist der Online-Kunstmarkt weiter gewachsen und hat es 2015 mit einem Zuwachs von 24% auf 3,27 Milliarden USD gebracht.* Das spannende Gesamtergebnis war die Tatsache, dass das untere Ende des Kunstmarktes belastbarer im Falle einer Verlangsamung ist , als der Verkauf von Werken der mittleren und oberen Preisklasse. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass erstmalige Käufer Online-Plattformen als erste Anlaufstelle nutzen. 92% der Käufer, die Kunst im Internet erwerben, werden in den nächsten 12 Monaten voraussichtlich noch mehr Kunst online kaufen. Bleibt diese Kurve konstant, könnte der Online-Kunstmarkt 2020 bereits 9,58 Milliarden USD wert sein.

Generation Y und das Finden neuer Käufer

Der Bericht berücksichtigt, dass das Umsatzwachstum am unteren Ende des Online-Kunstmarktes von einer Generation von völlig neuen Kunstkäufern kommen wird, die noch nicht befragt worden sind.

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43% der jungen Kunstkäufer sagten aus, dass sie Kunst gerne direkt online gekauft hatten. Daher ist die Investition in die digitale Präsenz so wichtig, um die Aufmerksamkeit junger Käufer zu erhalten. Die Investition in E-Commerce hat sich für Sotheby’s und Christie’s bereits bezahlt gemacht. Beide haben schwer investiert in ihre digitale Präsenz und der Herbeischaffung neuer Kunst für Sammler, die bevorzugt online kaufen.

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Sotheby’s berichtet, dass die Online-Verkäufe 2015 100 Millionen USD überstiegen hätten – eine glatte Eins für das Jahresergebnis im Online-Bereich. 32% der Online-Bieter waren neu bei Sotheby’s und die Zahl der Online-Käufer stieg um 39% an.

Ein Beispiel für den Nutzen des Onlinegeschäftes war Sotheby’s „Return of the NIGO“-Sale, eine Einzelverkäufer-Auktion für Star Wars-Artikeln, die zu 100% verkauft wurden und alle Erwartungen übertraf. 87% der Bieter waren Neukunden bei Sotheby’s.

Für 2015 berichtet Christie’s von einem gesamten Online-Umsatz von knapp 40 Millionen USD, wobei Online-Käufer 10% ausmachten.

Abgesehen von diesen neuen Käufern bei den beiden Auktionshausgiganten, sagten 19% der unter 35-jährigen, dass sie ihr erstes Kunstwerk online gekauft hätten – ein Anstieg gegenüber den 15% von 2015.

Die Online-Only-Auktionshäuser Auctionata und Paddle8 sahen, wie sich ihre Online-Verkäufe 2015 verdoppelten, da sie vermehrt neue Kunden angezogen haben.

Diesem Erfolg auf den Fersen waren 2015 die traditionellen Saalauktionen, die mit Hilfe von Aggregatoren wie Barnebys immer mehr Onlinezuwachs bekamen – ein großer Schritt für den weltweiten Onlinebestand von Kunst und Sammlerstücken, die so für eine neue globale Online-Käufer-Community zugänglich wurden.

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#Artonline: Soziale Medien

Man kann nicht die Generation Y erwähnen, ohne auch die Macht der sozialen Medien zu berücksichtigen. 2016 bestätigten 31%, dass soziale Medien ihre Kunstkäufe beeinflusst hätten. 2015 waren es 24%.

Der Einfluss bleibt besonders hoch im Segment der neuen Kunstkäufer, wo 38% der neuen Sammler sagten, dass die sozialen Medien ihr Kaufverhalten beeinflusst hätten sowie ihre Entscheidung, wann und was zu kaufen.

Facebook und Instagram waren in den letzten zwei Jahren die bevorzugten sozialen Medien für Kunstkäufer. Die Mehrheit der Galerien bewerben sich selbst im Internet – hauptsächlich bei „den großen drei“: Facebook, Twitter und Instagram.

Mit 400 Millionen aktiven Nutzern im Monat, ist Instagram zur am schnellsten wachsenden Foto-Sharing-App der Welt geworden.

Unter Kunstkäufern erlebte Instagram einen signifikanten Sprung in seiner Beliebtheit: 2015 nutzten es 34% der Befragten, 2016 bereits 48%. Derselbe Trend findet sich bei jüngeren Käufern, von den 65% angaben, dass sie Instagram für kunstbezogene Zwecke nutzen würden (2015 waren es 48%).

Die Fakten auf Plattformen

Der diesjährige Report verfügt über eine Ergänzung: Das „Hiscox Online Art Sales Platform Ranking“, welches auf den qualitativen Aussagen von 672 Kunstkäufern basiert, die Fragen zu ihrem Besuchs- und Kaufverhalten beantwortet hatten. Ebenso ging es um ihre Wahrnehmung sowie ihre Zufriedenheit mit Besuchen und Käufen auf verschiedenen Kunst-Plattformen im Internet.**

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(Zum Schluss) das Zeitalter des mobilen Gerätes

Der Online-Kunstmarkt holt auch in anderen Bereichen auf – in Bezug auf das mobile Verhalten der Kunden. Mobile Geräte werden zur bevorzugten Waffe, wie in den Zahlen der im Report berücksichtigten Online-Kunst-Plattformen darlegen.

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Und die Galerien?

Langsam aber unausweichlich passen sich die Galerien dem Online-Kaufverhalten an. 28% der von Hiscox befragten Galerien gaben an, dass sie ihren Kunden die Möglichkeit anböten, online zu kaufen und auch direkt zu bezahlen. Bei der letzten Galerien-Befragung 2013 waren es 22%.

Der Online-Verkauf bietet den Galerien einen neuen Zugang zum globalen Kunstmarkt, mit einer wachsenden Zahl an Stammkäufern.

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59% der Galerien, die ihre Kunst online verkaufen, gaben an, dass es zu wiederholten Käufen kommt. Dabei stellten sie den Wert und die Loyalität der Online-Käufer heraus. Die Transparenz im Onlinegeschäft sei dabei zweifellos ein wichtiger Faktor.

52% der Galerie gaben zudem an, dass die meisten ihrer Online-Verkäufe von internationalen Kunden getätigt würden, was nahelegt, dass der Onlinemarkt ein wichtiger Faktor für Galerien ist, um den internationalen und lokalen Kundenstamm zu erweitern.

82% der Galerien sagten aus, dass der durchschnittliche Preis bei einer Online-Transaktion bei unter 10.000 GBP blieb, 77% waren es 2013. Das ist dennoch als positiv zu betrachten, da es doch die Vermutung nahelegt, dass der Onlinemarkt weiterhin ein wichtiges Mittel im unteren Preisbereich ist. Was darauf schließen lässt, dass das Internet nach wie vor ein wichtiger Faktor ist, um neue Sammler anzuziehen.

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Obwohl die Mehrheit der Transaktionen unterhalb von 10.000 GBP bleiben, sehen 42% der Galerien in ihnen eine ansteigende Bereitschaft unter ihren Kunden, mehr Geld für online gekaufte Kunst auszugeben, was vermuten lassen könnte, dass Käufer innerhalb dieser Preisspanne den Durchschnittspreis weiter anheben, genauso wie ihr Vertrauen wächst.

*Alle Abbildungen entstammen dem Hiscox Online Art Trade Report 2016, den Sie hier in voller Länge lesen können.

**Aufgrund der Art der Befragung (81% von den Befragten sind europäische oder amerikanische Kunstsammler), könnte es zu einer Voreingenommenheit gegenüber Online-Plattformen, die aus diesen Ländern stammen und die ihren Fokus auf Kunst gelegt haben, gekommen sein. Die Befragung reflektiert daher nicht notwendigerweise die Beliebtheit lokaler Online-Plattformen für Kunst in Ländern wie China oder solcher, die ein weiteres Spektrum an Sammlerobjekten abdecken oder auf denen Kunst nur einen kleinen Teil des gesamten Angebotes ausmacht.

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