Am 20. März versteigert das Kölner Auktionshaus Lempertz Gemälde des 15.-19. Jahrhunderts. Der Katalog umfasst insgesamt 216 Lose. Einige Highlights daraus möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

Eines der ältesten Gemälde der Auktion stammt von einem italienischen Meister des frühen 16. Jahrhunderts. Dargestellt ist die Jungfrau Maria mit dem Christusknaben in einer Landschaft. Bei dem abgebildeten Vogel könnte es sich um einen Distelfink handeln. Distelfinken symbolisieren in der christlichen Ikonographie die Dornenkrone der Passionsgeschichte.

Ein ebenfalls unbekannter Maler aus Frankreich bannte im späten 17. Jahrhundert diese junge Dame auf Leinwand. Möglicherweise handelt es sich bei der Dargestellten um Marie Casimire Louise de La Grange d'Arquien, die an der Seite Johann III. Sobieskis 1674 Königin von Polen wurde.

Nach Vertretern der italienischen und der französischen Schule kommen wir nun zum einem der englischen Schule, dessen Malweise darauf schließen lässt, dass er William Turner nahestand. Als Motiv wählte er das linke Rheinufer in Köln vom Fluss aus gesehen. Die dargestellte Architektur deutet auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts als Entstehungszeitraum hin.

Mit Hermann Plathner und Johann Georg Meyer von Bremen haben wir nun zwei Vertreter der Düsseldorfer Schule vor uns, die sich der Genremalerei verschrieben hatten. Plathner war für seine volkstümlichen Motive bekannt, die oft für ihre besonders stimmungsvolle Ausführung gelobt wurden.

Meyer von Bremen wählte meist Kinder und junge Frauen als Motiv, wie auch im vorliegenden Werk, in dem ein Mädchen erkennen muss, dass ihr Liebster mit einer anderen angebändelt hat.

Mit der Darstellung einer Odaliske auf Leopardenfell vor weiter Landschaft hat ein Maler des 19. Jahrhunderts, dessen Signatur auf dem Gemälde nut teilweise erhalten ist, seiner Fantasie um die geheimnisumwitterten Harems des Orients freien Lauf gelassen und mit einer interessanten Licht-Schatten-Wirkung in Szene gesetzt. Die Frisur jungen Frau deutet auf die frühen 1880er Jahre als Entstehungszeitraum hin.

Der ukrainische Maler Franz Aleksejewitsch Roubaud musste sich nicht seiner Fantasie bedienen, er fand seine Motive auf seinen Reisen durch Kaukasien, wo ihn besonders die stolzen Reiter in ihrer traditioneller Kleidung begeisterten.

Holländisches Bauernhaus heißt das vorliegende Gemälde Friedrich Kallmorgens, das dieser vermutlich auf einer seiner vielen Reisen in den 1890er Jahren gemalt. Trotz des Titels zieht hier jedoch nicht das Bauernhaus den Blick des Betrachters in den Bann, sondern die starke Perspektive der Bildmitte, auf die das Haus, der Wagen und die Bäume ausgerichtet sind.

Mit Enrique Swinburn Kirk ist einer der bedeutendsten Maler der chilenischen Romantik in der Auktion vertreten. Swinburn malte die Landschaften seines Heimatlandes in realistischer aber dennoch poetischer Weise.

Mit Max Stern haben wir noch einmal einen Vertreter der Düsseldorfer Schule vor uns, der sich im Laufe seiner Karriere jedoch immer stärker dem Impressionismus zuwandte. Seine Lieblingsmotive waren gänzlich gegensätzlich, malte er doch gleichermaßen das mondäne Leben in den Städten als auch den Alltag armer Bauern. Altes Paar auf einer Bank könnte beides vereinen, indem es ein erschöpftes Paar vom Land vor der quirligen Kulisse eines Markttages wiedergibt.

Die Auktion "Gemälde des 15.-19. Jahrhunderts findet am 20. März um 14:30 Uhr im Auktionshaus Lempertz in Köln statt. Dort kann auch die Ausstellung zur Auktion vom 14.-19. März täglich (außer am Sonntag) besucht werden.

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