Bevor in der Schweiz am 1. Januar 1849 ein landesweites Postwesen gegründet wurde, das ein Jahr später allgemeine Briefmarken präsentieren konnte, gaben einige Kantone ihre eigenen Lokalmarken heraus. Den Anfang machte der Kanton Zürich am 1. März 1843. Herausgegeben wurden zwei schlichte Marken mit den Gegenwerten von 4 und 6 Rappen. Die 4 Rappen-Marke wird als die teurere gehandelt.

Nach Zürich brachte der Kanton Genf am 30. September 1843 eigene Marken heraus. Die Marken mit einem Postwert von 5 Rappen zeigen das Wappen der Stadt Zürich auf gelb-grünem Grund. Neben den einzelnen Genfer Marken wurde mit einer Auflage von 6000 Stück auch die "Doppelgenf" herausgegeben, die 10 Rappen wert war. Heute ist sie wesentlich wertvoller und wird als teuerste Marke der Schweiz gehandelt.

Um hinter Zürich und Basel nicht zurückzustehen, brachte Basel am 1. Juli 1845 ebenfalls eine eigene Briefmarke heraus, mit der Briefe bis 15 Gramm für den innerstädtischen Briefverkehr frankiert werden konnten. Der Postwert betrug 2 1/2 Rappen. Die Basler Taube (in Baseldeutsch auch Basler Dybli genannt) ist eine sehr schöne Marke, deren Hauptmotiv, eine weiße Taube, erhaben gearbeitet wurde und somit wie ein Relief wirkt. Verantwortlich für die Gestaltung der Marke war der Schweizer Architekt Melchior Berri (1801 Basel 1854). Berri kombinierte auf den Marken die Farben Schwarz, Blau und Karmesinrot, wodurch das Basler Dybli die erste mehrfarbige Briefmarke der Welt war.

1945 gab die Schweizer Post eine Gedenkmarke heraus, die an die damals 100 Jahre zurückliegende erste Ausgabe des Basler Dybli erinnerte.

Mit der Einführung des allgemeinen Schweizer Postwesens wurde die Ausgabe der frühen Lokalmarken aus Basel, Zürich und Genf eingestellt. Verwendet werden durften sie aber noch bis zum 30. September 1854.

Der Übergang vom lokalen zum bundesweiten Postwesen in der Schweiz vollzog sich nur langsam, sodass einige Übergangsmarken herausgegeben wurden. Zu diesen gehörte auch die sogenannte "Waadt" vom 15. Oktober 1849, die einen Postwert von 4 Centimes hatte. Diese querformatigen Marken mit dem Schweizer Kreuz und Posthorn wurden schon bald von 5 Centimes-Marken abgelöst und stellen eine großes Seltenheit dar.

Neben diesen gesuchten Frühwerken des Schweizer Postwesens werden viele weitere Highlights zum Aufruf kommen. Eines davon eine Ganzsache mit einer französischen 1 Franc Vermillon-Marke von 1849, dem Jahr ihrer ersten Ausgabe. Die Marke wird in der seltenen rotbraunen Färbung angeboten.

Von großer Seltenheit ist auch das legendäre Parahyba-Provisorium, von dem nur 13 Exemplare hergestellt wurden (11 davon sind heute bekannt) und das hier auf einer Karte vom 22. Mai 1930 angeboten wird.

Die Briefmarkenauktion des Auktionshauses Gert Müller, bei der auch ein äußerst umfangreiches Angebot an Sammlungen, Partien und Nachlässen zum Aufruf kommt, findet am 24. und 25. November jeweils ab 10 Uhr in Ettlingen statt. Die mehr als 4000 Lose der Auktion können vom 15. bis 25. November besichtigt werden. Den gesamten Katalog zur Auktion finden Sie auch hier bei Barnebys.

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