Dante Alighieri war ein Sohn der toskanischen Stadt Florenz, die unter den Medici zu einem Zentrum der Renaissance werden sollte. Dort wurde er 1265 in eine Familie des Stadtadels hineingeboren. Dieser Umstand ermöglichte ihm eine umfassende Bildung, die der Grundstock für sein literarisches Schaffen werden sollte.

Casa di Dante in Florenz Casa di Dante in Florenz

Als Erwachsener mischte Dante in der Politik seiner Heimatstadt mit, die damals in zwei Lager gespalten war. Dante befand sich letztendlich auf der Verliererseite und war im Jahr 1301 gezwungen, Florenz zu verlassen. Genaues ist nicht gesichert, doch hielt er sich in den zwanzig Jahren seines Exils, das bis zu seinem Tod dauern sollte, an verschiedenen Orten in Ober- und Mittelitalien auf.

Im Exil verfasste Dante auch sein berühmtestes Werk, die Commedia. In dieser tritt, wie auch in anderen Werken Dantes, ein Ich-Erzähler auf, der sich zumindest teilweise mit dem Autoren selbst identifizieren lässt. Geschildert wird der Weg des Protagonisten durch die drei Reiche der Toten: Hölle (Inferno), Läuterung (Purgatorio) und Paradies (Paradiso).

Ein zu Lebzeiten Dantes angefertigtes Portrait in einer Kapelle in Florenz. Ein zu Lebzeiten Dantes angefertigtes Portrait in einer Kapelle in Florenz.

Dante vollendete die Commedia 1321 kurz vor seinem Tod. Er starb in Ravenna, ohne noch einmal die Möglichkeit gehabt zu haben, in seine Heimatstadt zurückzukehren. Durch den großen Erfolg der "Komödie", die der Dante Verehrer Giovanni Boccaccio zur "Göttlichen Komödie" (La Divina Commedia) erhob, hätte Florenz die sterblichen Überreste seines berühmten Sohnes gerne wieder aufgenommen. Doch sind sie nach wie vor in Ravenna bestattet.

Der große Erfolg der Commedia lag darin begründet, dass Dante sie in italienischer Sprache schrieb und dadurch das bisher dominierende Latein als Schriftsprache in Italien ablöste. Damit ist es das bedeutendste Werk der italienischen Lyrik.

Im Auktionshaus Kiefer kommt nun eine frühe gedruckte Ausgabe von Dantes Göttlicher Komödie zum Aufruf. Gedruckt wurde sie 1487 in Brescia von Bonino De Boninis, einem Pionier des europäischen Buchdrucks. Ebenso wie die 1481 in Florenz gedruckte Ausgabe mit Zeichnungen von Sandro Botticelli, enthält auch die vorliegende den ausführlichen Kommentar des Humanisten und Dichters Cristoforo Landino (1424-1505).

Das vorliegende Werk wird durch 68 Holzschnitte ergänzt, die Szenen aus der Göttlichen Komödie veranschaulichen. Teilweise koloriert wurden sie vermutlich von einem früheren Besitzer, der auf den Seiten auch einige Anmerkungen hinterlassen hat. Der halblederne Einband stammt aus dem späten 18. Jahrhundert.

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Neben wertvollen antiquarischen Büchern und Schriften, kommen im Auktionshaus Kiefer auch Autographen, Landkarten, Kunst und Antiquitäten zum Aufruf. Die Versteigerung findet am 5. und 6. Mai statt. Am ersten Auktionstag erfolgt anlässlich des Jubiläums die Versteigerung "Ausgewählte Werke", die auch Die Göttliche Komödie umfasst.

Die Versteigerungen beginnen an beiden Auktionstagen um 11 Uhr. Vorbesichtigungen können vom 30. April bis 4. Mai im Auktionshaus in Pforzheim besucht werden.

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