Die Gazette du Bon Ton - Artes, modes & frivolités war ein französisches Modemagazin, das zwischen 1912 und 1925 in mehreren Ländern Europas sowie den USA erschien. Das Ziel der Herausgeber war es, die Mode als eine weitere Kunstrichtung zu etablieren. Daher war die Auswahl der präsentierten Mode auch sehr streng. Es wurden exklusive Verträge mit den großen Couturiers der damaligen Zeit geschlossen, darunter Paul Poiret, Charles Frederick Worth oder Jeanne Paquin. Ergänzt wurden die Modezeichnungen durch oft spöttische Essays über die Mode, die von Schriftstellern, Historikern und Personen der Kunstszene verfasst wurden.

Das Herzstück des Magazins waren die Modezeichnungen, die von den bekanntesten Zeichnern der Epoche des Art Déco angefertigt und für das Magazin in Schablonentechnik gedruckt wurden. Die Zeichnungen stammten u.a. von Erté, André Edouard Marty, Georges Barbier und Pierre Brissaud. Präsentiert wurde darin nicht die Mode allein. Die Modelle wurden stets in einer interessanten Umgebung oder inmitten einer belebten Szene dargestellt.

Auch durch die Art ihrer Verbreitung unterschied sich die Gazette du Bon Ton von anderen großen Modemagazinen wie Harper's Bazaar oder Vogue. So konnte man die Zeitschrift nicht einfach kaufen, sondern musste sie abonnieren, was 100 Franc im Jahr kostete. Umgerechnet wären das heute etwa 425 USD (ca. 380 EUR).

Im Auktionshaus Kiefer kommen in einer 9-bändigen Ausgabe fünf Jahrgänge der Gazette du Bon Ton zum Aufruf, die zwischen 1912 und 1922 in Paris gedruckt wurden. Darin erhalten sind insgesamt 434 kolorierte Tafeln mit Modezeichnungen. Ein wunderschönes Objekt zur Mode- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts!

Und was kam dann? Wer noch weiter in die Welt der Modegeschichte eintauchen möchte, dem sei ein Album mit 142 Zeichnungen der Damenmode des Art Déco aus dem Jahre 1930 ans Herz gelegt.

Die Zeichnungen, die mit Bleistift, Tuschfeder und Buntstiften (Farbkreise) ausgeführt wurden, zeigen, was in jenem Jahr an Abendkleidern, Kostümen, Mänteln und Hüten up-to-date war. Präsentiert wird die Mode meist in kolorierter Frontansicht, der Rücken- oder Seitenansichten beigefügt wurden. Handschriftliche Vermerke über die zu verwendenden Farben und Stoffe finden sich ebenfalls auf den meisten Blättern.

Weitere Highlights der Auktion sind eine 1956 in Paris gedruckte 2-bändige Ausgabe der Bibel mit 105 original Radierungen von Marc Chagall, ein signiertes Aquarell mit zwei weiblichen Akten von Auguste Rodin sowie Hugo von Hofmannsthals Drama "Der Kaiser und die Hexe" in einer Ausgabe von 1900 mit Zeichnungen des Worpsweder Malers Heinrich Vogeler.

Die Auktion mit antiquarischen Büchern, Drucken und Kunst findet am 30. Juni und 1. Juli im Auktionshaus Kiefer in Pforzheim statt. Auktionsbeginn ist am ersten Tag um 15 Uhr, am zweiten um 11 Uhr. Die Vorbesichtigungen können vom 25. bis 29. Juni besucht werden.

Entdecken Sie die mehr als 5000 Lose der Auktion von Kiefer hier bei Barnebys.

Kommentar