Unter dem Namen Opérateurs de Ventes pour les Collections Aristophil wird das Auktionshaus Aguttes gemeinsam mit Artcurial, Drouot Estimations und Ader-Nordmann vom 16.-20. Juni sieben Auktionen abhalten, in denen geschriebene Werke vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhunderts zum Aufruf kommen.

Das Angebot umfasst aufwändig illustrierte Stundenbücher sowie einzigartige Schriftstücke, die von berühmten Persönlichkeiten aus den Bereichen Kunst, Musik und Geschichte eigenhändig verfasst wurden. Aguttes präsentiert die nachfolgenden vier Auktionen.

16. Juni, 14:30 Uhr - ORIGINE(S) - Schriftstücke des Mittelalters und der Renaissance

Ein herausragendes Los dieser Auktion ist eine spätmittelalterliche Ausgabe in französischer Sprache des Prosawerkes Tristan et Iseult, das zwischen 1470 und 1475 vermutlich in Brügge im damaligen Herzogtum Burgund entstanden ist. Es handelt sich dabei um eine Ausgabe des in des ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts verfassten Werks Prose Tristan des Autors Helie de Boron, der die Geschichte der beiden unglücklich liebenden Helden als erster mit der Arthus-Sage verband.

Die kolorierte Frontispiz zeigt drei Szenen aus der Geschichte um Tristan und Isolde: Tristan empfängt Isolde, Tristan beim Aufsteigen auf sein Pferd sowie Tristan beim Kampf gegen einen wilden Eber. Die dargestellten Personen sind in der Mode des ausgehenden 15. Jahrhunderts gekleidet. Die Illustration stammt vom flämisch-französischen Buchmaler Loyset Liédet, der um 1450-75 aktiv war, oder aus dessen Werkstatt.

Zu den weiteren Highlights dieser Auktion gehören ein römisches Stundenbuch des Herzogs von Mailand Galeazzo Maria Sforza (1444-1476), ein weiteres Stundenbuch vom Ende des 15. Jahrhunderts, dessen herausragende Illustrationen Jean Poyer (aktive 1490-1520) zugeschrieben werden sowie ein 6-bändiger Atlas des niederländischen Kartographen Johannes Janssonius aus dem 17. Jahrhundert.

18. Juni, 14 Uhr - Werke und Korrespondenzen von Malern

Die nächste von Aguttes organisierte Auktion der Reihe umfasst mehr als 300 Lose mit Briefen, Notizen und anderen handschriftlichen Zeugnissen von Malern wie Pablo Picasso, Paul Gauguin, François Boucher, Eugène Delacroix, Vincent van Gogh, Pierre-Auguste Renoir und vielen anderen.

In einem kurzen Brief erinnerte Édouard Manet eine unbekannte Dame im Jahr 1880: "Bellevue. Chère Madame n'oubliez pas la ramette de papier anglais. Amitiés E. Manet" ("Bellevue. Verehrte Dame vergessen Sie nicht die englische Zeitung. Mit freundlichen Grüßen E. Manet"). Um seine Bitte zu verschönern hat der Maler das Schriftstück mit einem Aquarell versehen, das eine Schnecke auf einem Weinblatt zeigt.

Der glückliche Käufer dieses Loses erhält also nicht nur ein Autograph des großen Manet, sondern auch ein originales Kunstwerk von dessen begnadeter Hand.

19. Juni, 16 Uhr - Schriftsteller und Dichter des 19.-20. Jahrhunderts

Über Literatur vom Feinsten darf man sich in der dritten von Aguttes organisierten Auktion freuen. Präsentiert werden Werke bekannter Literaten in ihren handgeschriebenen Originalausgaben. Unter anderem vertreten sind Marcel Proust, Paul Éluard, Albert Camus und Oscar Wilde.

Eine Mischung aus Manuskript, gedruckten Seiten und handschriftlichen Korrekturen liegt mit Les Diables amoureaux von Guillaume Apollinaire (1880-1918) aus dem Jahr 1913 vor. Der in Rom geborene Apollinaire verkehrte in Paris vielen anderen Künstlern, unter anderem Picasso, mit dem er 1911 in Verdacht geriet, die Mona Lisa aus dem Louvre gestohlen zu haben. Mit seinen Schriften prägte er Begriffe wie Surrealismus und Orphismus.

Das 134 Seiten umfassende Büchlein mit Manuskripten zu Les Diables amoureux beinhaltet handgeschriebene Seiten von Apollinaire selbst, seinem Freund Jean Mollet (1877-1964) sowie dem bedeutenden Verleger Maurice Tourneux (1849-1913).

20. Juni,  16 Uhr - Von Lully bis Stravinsky 

Der Katalog der vierten von Aguttes präsentierte Auktion ließt sich wie das Programmheft zu einem verheißungsvollen Konzertabend. Hier tauchen Namen wie Ludwig van Beethoven, Gustav Mahler, Sergei Prokofjew, Maurice Ravel, Richard Wagner oder Franz Liszt auf, deren Namensträger mit Briefen, Notizen oder Partituren vertreten sind.

Aus Wolfgang Amadeus Mozarts Serenade in D-Dur (KV 185/167a) liegt ein handgeschriebenes, einseitiges Manuskript vor, das der "Wunderknabe" 1773 im Alter von 17 Jahren schrieb. Den Auftrag zum Komponieren der Serenade erhielt Mozart vermutlich von seinem Salzburger Freund Judas Thaddäus von Antretter, der in jenem Jahr sein Universitätsstudium abgeschlossen hatte und das Musikstück als Finalmusik der Studenten wünschte.

Alle Versteigerungen finden im Saal 9 der Drouot-Autkionssäle in Paris statt. Dort werden ab dem 12. Juni alle Lose der sieben Kataloge ausgestellt.

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