Gleich drei Tage nimmt sich die Teutoburger Münzauktion Anfang Dezember Zeit, um hochinteressante und seltene pekuniäre Schätze aus aller Welt und vielen Epochen zu versteigern. Und das ist auch nötig, umfassen die aktuellen Kataloge doch mehr als 5000 Lose mit Münzen aus China und Südostasien, Proben und verprägungen aus Deutschland, Banknoten und Notgeldscheine und was es sonst noch Interessantes in der Welt der Numismatik zu entdecken gibt.

Ein ganz besonderes Los der Auktion, das 2003 in nächster Nähe geprägt wurde und sehr wahrscheinlich in Unikat darstellt, ist eine 10 Euro-Münze zum 200. Geburtstag des deutschen Chemikers Justus von Liebig. Die Randschrift entspricht jener der 10 Euro-Münze zur documenta in Kassel 2002 mit dem Wort "Kunst" in neun Sprachen.

2006 fand in Deutschland mit der Fußball-Weltmeisterschaft das sagenumwobene Sommermärchen statt. Auch dazu gab es eine 10 Euro-Gedenkmünze. Von der in der Auktion vorliegenden Münze sind nur etwa fünf Exemplare bekannt. Ihre Randschrift entspricht der der 10 Euro-Münze Industrielandschaft Ruhrgebiet von 2003.

Sie trägt weder Jahreszahl noch Münzstättenbuchstabe, dafür aber die Randschrift des 5 Mark-Stücks. Diese gibt die vorliegende Münze als Produkt der Münzstätte Stuttgart zu erkennen. Vermutlich handelt es sich um eine Probe aus dem Jahr 2001, von der nur eine weitere aus berlin bekannt ist.

In der Münzstätte Stuttgart war auch lange Zeit der Graveur und Medailleur Wolfgang Doehm tätig. Seine bekannteste Arbeit war die 1975 in Umlauf gebrachte 5 D-Mark-Münze. In der Auktion liegen drei Lose mit Kursmünzen von 1975 vor, die einen unterschiedlich dicken Randstab besitzen und dem ursprünglichen Entwurf Doehms entsprechen.

Vor Euro und DM gab es die Reichsmark. Die machte im April 1945 nicht mehr viel her. Die Hamburgische Landesbank entschloss sich daher zum Druck von Notgeldscheinen. Die Entscheidung fiel am 20. April und der Auftrag ging raus. Bereits am 3. Mai erfolgte die Besetzung Hamburgs durch die britische Armee, am 5. Mai wurde der Druck der Scheine beendet und die Druckplatten schließlich zerstört, weshalb nur sehr wenige dieser Scheine existieren.

Wesentlich älter ist der Dreikönigstaler, der als Kölner Guldengroschen geprägt wurde. Die Vorderseite zeigt die Heiligen Drei Könige, die Stadtpatrone Kölns, deren Reliquienschrein den größte Schatz im Kölner Dom darstellt. Auf der Rückseite ist ein Rheinschiff abgebildet, in dem u.a. die Heilige Ursula von Köln steht, weshalb die Münze auch "Ursulataler" genannt wird.

Eine andere Heilige, nämlich Justina von Padua, befindet sich auf einer venezianischen Goldmünze, die 1789/90 unter dem letzten Dogen der Republik, Ludovico Manin, geprägt wurde. Die Heilige Justina, eine Märtyrerin, wurde ab 1571 in der Republik Venedig besonders verehrt, nachdem den christlichen Mittelmeerländern an ihrem Gedenktag, dem 7. Oktober, ein Sieg über die osmanische Flotte in der Seeschlacht von Lepanto gelungen war.

In der Asien-Auktion findet sich eine seltene Gedenkmünze aus dem Königreich Nepal (Nepal wurde erst 2008 zur Republik). Die Goldmünze wurde 2003 zum 50-jährigen Jubiläum der Erstbesteigung des Mount Everest durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay. Lediglich 99 Exemplare dieser Münze wurden geprägt.

Neben einzelnen Münzen werden bei der Teutoburger Münzauktion auch vollständige Sammlungen mit gemischter Thematik angeboten. Bei diesen Konvoluten empfiehlt sich besonders eine Durchsicht vorab der Auktion.

Die Versteigerungen finden bei der Teutoburger Münzauktion in Borgholzhausen statt. Den Anfang macht die China und Südostasienauktion am 6. Dezember um 10 Uhr. Um 14 Uhr geht es weiter mit deutschen Proben und Verprägungen, um 15:30 Uhr folgen Banknoten und Notgeldscheine. Die Universalauktion erstreckt sich über zwei Tage und findet am 7. und 8. Dezember jeweils ab 9:30 Uhr statt.

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