Das motorisierte Zweirad steht am 28. April bei Auktionspunkt im Mittelpunkt des Interesses. Bei einer in Tegernsee stattfindenden Auktion kommen Oldtimer Motorräder und Roller unter den Hammer.

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Fahrzeugen der 1950er Jahre aus deutscher Herstellung, darunter Horax, Hoffmann und BMW. Aber auch namhafte Firmen aus Österreich (Puch), Italien (Moto Guzzi, Piaggio), Polen (Junak) sind vertreten. Japanische Sportmotorräder aus den 1970/80er Jahren runden das Angebot ab.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Nürnberg das Zentrum der deutschen Motorradindustrie. Zahlreiche Hersteller, waren in und um die fränkische Metropole herum ansässig. Ein Großteil von ihnen musste seine Pforten Ende der 1950er Jahre schließen oder mit anderen Firmen fusionieren.

Eines der in Nürnberg ansässigen Unternehmen (bis 1958) war Zündapp. 1917 als Zünder-Apparatebau-GmbH gegründet (daher der Name), entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Motorradhersteller.

Zwischen 1950 und 1957 produzierte Zündapp das Motorrad KS 601. Aufgrund seines hohen Gewichts und seiner Lackierung wurde das in 5000 Exemplaren gefertigte Gefährt auch Grüner Elefant genannt.

Zündapp überstand die Krise der Motorradindustrie Ende der 1950er Jahre, als Autos immer erschwinglicher zu werden begannen, verkaufte jedoch sein Nürnberger Werk und ging 1958 nach München. Ein anderes in Nürnberg ansässiges Unternehmen schloss in jenem Jahr seine Tore für immer: Die Mars-Werke, deren Modell Stella in der Auktion zum Aufruf kommen wird.

Die deutsche Motorradindustrie beschränkte sich natürlich nicht nur auf den Raum Nürnberg. Der zwischenzeitlich größte Motorradhersteller der Welt war die sächsische Firma Motorradwerke Zschopau (MZ)die 1926 auch das weltweit erste Fließband für den Motorradbau betrieb. Die Produktion von Motorrädern wurde bei MZ erst 2008 eingestellt.

Zwischen 1952 bis 1959 stelle MZ das Modell BK 350 serienmäßig her, nachdem es bereits im Jahr zuvor auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt worden war. Der internationale Erfolg war groß. In Japan wurden in den folgenden zwei Jahrzehnten Kopien der BK 350 hergestellt.

Die Vespa des italienischen Herstellers Piaggio machte den Motorroller in den 1950er Jahren international populär. Auch vor der damaligen DDR machte der Hype nicht halt und im brandenburgischen Ludwigsfelde wurde 1955 mit der Produktion begonnen.

Zwischen 1955 und 1964 brachten die Industriewerke Ludwigsfelde (IWL) die Motorroller-Modelle Pitty, Wiesel, Berlin und Troll auf den Markt, von denen Exemplare der letzten drei in der Auktion vertreten sind.

Vom in Wuppertal ansässigen Hersteller Tornax wurde nach 1948 das Modell 250 hergestellt. Der Spitzname Schwarze Josephine ist eine Anspielung auf die Tänzerin Josephine Baker, da die ursprünglich schwarze Lackierung und die Federung an diese erinnern sollen.

Der Roller 175 der ehemals in Wilhelmshaven-Langewerth ansässigen Achilles-Werke, Weikert & Co. K. G. war irgendwie Motoroller und Motorrad zugleich oder vielmehr gesagt, ein Motorroller im Rahmen eines Motorrades. Der Achilles-Roller wurde ab 1953 in etwa 3000 Exemplaren hergestellt. Die Produktion endete mit der Unternehmensauflösung 1957.

Die Motorradauktion von Auktionspunkt beginnt am 28. April um 13 Uhr in Tegernsee. Dort können die Objekte am 27. April sowie am Vormittag des Auktionstages begutachtet werden. Ergänzt wird das Angebot der Auktion durch Ersatzteile Werkzeuge und historische Radios.

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