Am 25. März versteigert Finarte in Bergamo Motorräder und Motorroller legendärer Marken. Zum Aufruf kommen über 100 motorisierte Zweiräder, die zwischen 1903 und 1989 gefertigt wurden.

Die Geschichte des Motorrades geht mit jener des Fahrrads Hand in Hand. Das mit einer Tretkurbel angetriebene Fahrrad, das wir heute kennen, wurde in den 1860er Jahren erfunden. Bereits 1869 folgte die erste "Nachrüstung" durch einen Dampfantrieb. 1885 wurde das erste Benzin betriebene Motorrad auf den Weg gebracht, die erste Serienproduktion eines solchen Modells startete jedoch erst 1897.

Das Motorrad entwickelte sich in den folgenden Jahren diesseits und jenseits des Atlantiks zu einer günstigen Alternative zum Automobil. Sein praktischer Nutzen blieb auch dem Militär nicht verborgen, sodass Motorräder in großem Umfang auch während des Ersten Weltkriegs zum Einsatz kamen.

Da auch nach dem Zweiten Weltkrieg das Geld in Europa knapp war, konnte das Motorrad neben dem Auto seine Position behaupten. Konkurrenz bekam es nun aus seinen eigenen zweirädrigen Reihen. In Italien machte man sich an die Produktion, günstiger und sparsamer Alternativen. Das Ergebnis waren kleine Motorroller, die bis heute kaum verändert hergestellt wurden.

Zum legendärsten Modell entwickelte sich die Vespa von Piaggio. Die Vespa wurde mit dem Modell 98 1946 erstmalig verkauft und entwickelte sich in Italien schnell zum Kultfahrzeug. Aber auch jenseits der Alpen erfreute es sich ab den 1950er Jahren zunehmender Beliebtheit. Zwischen 1950 und 1954 besaßen die Hoffmann-Werke im rheinländischen Lintorf die Lizenz zum Bau der Vespa.

Mit dem Wirtschaftswunder sank die Nachfrage nach Motorrädern. Es folgte schließlich der Imagewechsel vom Nutz- zum Sportfahrzeug. Seit den 1970er Jahren wird der Motorradmarkt jedoch nicht mehr von Europa oder Nordamerika dominiert, sondern von japanischen Herstellern.

In Italien musste die in Bergamo beheimatete Firma Moto Rumi seine Motorradproduktion, die sie seit den 1950er Jahren betrieben hatte, 1962 einstellen.

1954 war Rumi gegenüber Piaggio und Innocento in Konkurrenz getreten und hatte mit dem leistungsstarken Formichino einen eigenen Motorroller auf den Markt gebracht.

Die relativ kurze Produktionszeit von Motorrädern und -rollern bei Moto Rumi machen die Modelle des norditalienischen Herstellers bei Sammlern und Motorradkennern äußerst beliebt. Die Auktion von Finarte ist daher eine hervorragende Gelegenheit, ein Modell von Rumi zu ersteigern, die dort in 33 Losen aufgerufen werden.

Die Motorradauktion von Finarte beginnt am 25. März um 16 Uhr. Veranstaltungsort ist das Centro Congressi Giovanni XXIII in Bergamo. Dort findet auch vom 23.-25. März die Ausstellung zur Auktion statt.

Entdecken Sie den gesamten Katalog der Motorradauktion von Finarte gleich hier bei Barnebys.

Kommentar