Knapp 900 Lose versteigert das Auktionshaus Kühlungsborn in seiner Silvester-Auktion am 29. Dezember. Kurz vor dem Ende des Jahres 2018 kann dabei auf eine schöne Offerte mit Gemälden, Grafik, Schmuck, Uhren und Antiquitäten mitgeboten werden.

Angeführt wird die Offerte von einem ganz besonderen Gemälde, das mit 120 x 176 cm das größte Werk des 1838 in Kröpelin geborenen Malers Carl Malchin darstellt.

Carl Malchin studierte 1860-62 Vermessungswesen am Polytechnikum in München, beschäftigte sich neben dem Studium aber lieber mit der Malerei. Anfang der 1870er Jahre entstanden die ersten Bilder - realistische Landschaften, denen Malchins Mecklenburger Heimat als Motiv diente. Er erhielt ein Stipendium für die Kunstschule in Weimar, wo er seinen Stil weiter verfeinerte. Doch seine Werke verkauften sich zunächst schlecht. Da er Frau und Kind versorgen musste, nahm er bei seinem Landesherrn, dem Großherzog von Mecklenburg, eine Stelle als Restaurator und Betreuer der großherzoglichen Kunstsammlung an, eine Anstellung, die ihm genügend Zeit zum Malen ließ.

Malchin malte weiterhin die Landschaft Mecklenburgs, unter anderem auch in der Künstlerkolonie Ahrenshoop. Um 1905 bekam er jedoch den Auftrag, eine andere deutsche Landschaft in Szene zu setzen: das Rhein-Mosel-Gebiet mit seinen Weinbergen und romantischen Burgen. Möglicherweise hat Malchins (erneute) Reise an den Rhein mit diesem Auftrag zu tun, denn er malte seine Werke für gewöhnlich in seinem Alteier nach vor Ort ausgeführten Skizzen.

Das besagte Gemälde war vom Hoflieferanten Carl Bühring in Auftrag gegeben worden, der in Schwerin das Weinhaus Uhle betrieb, von der jeder, der in Mecklenburg Rang und Namen hatte, seinen Wein bezog. Der Blick auf Beilstein und die Burgruine Metternich erhielt nach der Neueröffnung des Geschäftes im Jahre 1906 einen prominenten Platz an der Wand. Nun kommt es im Auktionshaus Kühlungsborn zum Aufruf.

1905 war Carl Malchin ein gesuchter Maler, der Feinheiten wie Wasserspiegelungen oder das Spiel von Licht und Schatten hervorragend wiederzugeben wusste.

Nicht nur die Gemälde-Offerte hat einiges zu bieten, auch unter den Uhren finden sich viele Highlights. Aus französischer Herstellung stammt eine bezaubernde Bronzependule, die Amor und Psyche zum Thema hat. Die Uhr ist im Klassizistischen Stil der Epoche um 1800 ausgeführt, eine Zeit, in der auch Bildhauer Antonio Canova das mythologische Liebespaar in Marmor verewigte.

Neben einer schönen Vintage Armbanduhr für die Dame von Rolex, ist auch auf eine interessante Wanduhr mit ebonisiertem Holzgehäuse hinzuweisen. Die Uhr verfügt über ein Musikspielwerk sowie einen Figurenautomaten, der bei Auslösung zwei Boxer in den Ring treten lässt.

Mit der Wanduhr haben wir die Möbel-Offerte erreicht, in der zwei schöne Louis Seize-Stücke zum Aufruf kommen. Hierbei handelt es sich zum einen um ein Zylinderbureau aus reich geschnitztem Eichenholz sowie eine feine Poudreuse aus furnierter Kirsche. Die Lose dieser Kategorie reichen vom Barock über Biedermeier und Gründerzeit bis zum modernen Design.

Auch das eher kleine Angebot an Skulpturen kann mit Stücken der unterschiedlichsten Epochen aufwarten - und der unterschiedlichsten Materialien: Holz, Marmor, Bronze oder Gips. Stellvertretend für alle sehen Sie hier den "schönsten Mann der Antike", Adonis, der mit seinem guten Aussehen auch die Liebesgöttin Aphrodite becircen konnte.

Kehren wir zum Abschluss noch einmal zur zweidimensionalen Kunst zurück. Von Max Clarenbach liegt die Zeichnung einer winterlichen Landschaft vor, von Max Liebermann eine Radierung, für die der Künstler sich selbst als Motiv wählte. Beide Arbeiten sind signiert und stellen somit die schöne Ergänzung einer Sammlung dar.

Alle vorgestellten und viele weitere schöne Lose werden am 29. Dezember ab 11 Uhr im Auktionshaus Kühlungsborn versteigert. Am 27. und 28. Dezember haben Sie jeweils von 11-18 Uhr die Möglichkeit, die Ausstellung zur Auktion am selben Ort - Dünenstraße 11 in Kühlungsborn - zu besuchen.

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