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Der Katalog zur Design-Auktion von Leclere am 25. Oktober gleicht ein wenig einem Kabinett der Wunder. Die Offerte der in Paris stattfindenden Versteigerung besticht nicht nur mit Originalität, sondern präsentiert auch Kreationen von großen Designern, die einzigartiger nicht sein könnten.

Beginnen wollen wir mit einem etwas eigenartigen Stück, dem Sessel Vertebre von Pierre Vandel. Der Sessel ist ursprünglich Teil eines Konzeptes des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer, der in den späten 1960er Jahren gemeinsam mit Vandel den Sitz der Kommunistischen Partei in der französischen Hauptstadt entwarf. Der vorläufige Entwurf des Sessels ging schließlich in den Besitz Vandels über, der ihn finalisierte und 1972 in einer Version ohne Armlehnen auf den Markt brachte. Lediglich 400 Exemplare wurden damals ausgeführt.

Der ungarische Keramiker Simon Zsolt József ist der Designer dieser Skulpturen, die, auch wenn sie nicht so aussehen, aus Porzellan angefertigt wurden. Für die Ausführung war Bewegung vonnöten - sowohl im eigentlichen als auch im übertragenen Sinn. Seine einzigartige Technik, eine fortschrittliche Methode des Schlickergusses, besteht darin, die Flüssigkeit (den Ton) bewusst aus ihrer Gussform entweichen zu lassen, um unerwartete Formen zu schaffen, die an die in der Natur vorhandenen erinnern.

Die Bank Onda von Jorge Zalszupin ist originell, hat aber eine relativ einfache Struktur. Die Sitze heben sich durch Wellen voneinander ab, die dank des Glanzes des Rosenholzes einen Eindruck von Bewegung erzeugen. Die Bank aus dem Jahr 1960 ist an ihrem Ende mit einem Zeitschriftenständer ausgestattet, dessen Fächer aus grünem Veloursleder angefertigt wurden.

1986 entwarfen Matteo Thun und Andrea Lera ein Set aus sieben ausgefallenen Tischlampen, die an die Bausteinbausätze von LEGO erinnern. Die Lampen aus Glas und Metall imitieren eine urbane Architektur mit Wolkenkratzern und ein fabrikähnlichen Gebäuden. Zusammen ergeben sie eine futuristische Landschaft an der Schnittstelle von Spiel und Realität.

Ebenfalls 1986 entwarf das Ehepaar Raili und Reima Pietilä dieses Paar Sessel. Ihre einzigartige Silhouette erinnert stark an Flugzeugsitze, deren minimalistische und metallische Erscheinung jedoch durch die Verwendung von hellem Holz an den Armlehnen und die rosa Bezüge der Polsterung abgemildert wird.

Glas und Metall sind die beiden Hauptkomponenten der vorliegenden Kommode des Maison De Coene, die dadurch den Eindruck von Industriedesign erweckt. Bekannter ist das tischlernde Brüderpaar De Coene jedoch für seine laminierten Holzmöbel, für deren Entwürfe Joseph De Coene während einer Studienreise durch Amerika inspiriert worden war.

Neben diesen wunderbaren Kuriositäten finden Sammler im Katalog von Leclere Kreationen von Top-Designern wie Jean Prouvé, Ettore Sottsass, Charlotte Perriand, Pierre Jeanneret, Gio Ponti oder George Pelletier.

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