Wenn es um die Investition in Kunst, Design und Antiquitäten geht, gebe ich immer gerne den gleichen Rat: Kaufen Sie mit dem Herzen, investieren Sie je nachdem wieviel Ihr Portemonnaie hergibt und denken Sie daran, dass der eigentliche Gewinn die tägliche Freude daran ist.
Dennoch stellen wir in Barnebys’ jüngstem Online Auction Report 15 designated designers - trends and insights - fest, dass Design auch wirtschaftlich eine hervorragende Art der Investition ist.
In Barnebys’ Design-Report können wir dank der höheren Transparenz und des verbesserten Onlinezugangs darlegen, dass das Design des 20. Jahrhunderts ein enormes Wachstum für sich verbuchen konnte. Zwischen 2009 und 2016 ist der Markt für Design um fast 330% gestiegen. Damit erweist sich Design als eine bessere Investitionsmöglichkeit als Kunst.
Während Sammler Millionen für Stücke von höchster Qualität ausgeben, ist der Massenmarkt für alltägliche Möbel und Designobjekte explodiert. Der verbesserte Zugang bedeutet, dass jeder überall auf der Welt jederzeit Zugriff auf ikonische Designmöbel zu einem günstigen Preis hat.

Links: PABLO PICASSO - Femme assise, robe bleu (1939), im Mai bei Christie's Abb. CHRISTIE’S IMAGES LTD, 2017 Rechts: HANS WEGNER - Klappstuhl "Dolphin", 1950 DECASO Links: PABLO PICASSO - Femme assise, robe bleu (1939), im Mai bei Christie's
Abb. CHRISTIE’S IMAGES LTD, 2017
Rechts: HANS WEGNER - Klappstuhl "Dolphin", 1950
DECASO

Die Qualität ist entscheidend für den Wert eines Objektes

Die Art der Präsentation war eindeutig entscheidend für die Preisentwicklung der letzten Jahre. Die Betreuung durch die Auktionshäuser durch ihre Kataloge war ebenso wichtig, wie die Darstellung in Blogs oder bei Instagram. Daneben wird die Preisentwicklung auch von den Faktoren Qualität, Einzigartigkeit, Zustand und Provenienz gelenkt.
Einen echten Durchbruch für das 20. Jahrhundert erlebte das sowohl funktionale als auch schöne skandinavische Design bei der Stockholmer Ausstellung 1930. Mehrere Möbelmodelle, die zwischen 1930 und 1960 entworfen wurden, entwickelten sich zur Verkaufsschlagern und gingen in die Massenproduktion.
Inzwischen ist der Markt gereift, die große Auswahl hat die Preise generell gesenkt; dies geschah nicht aufgrund einer geringen Nachfrage. Rekordpreise erzielen einzigartige handgemachte Objekte, wie Prototypen oder Sonderanfertigungen für Ausstellungen. Heute erzielt ein Möbelstück, das in den 1920er Jahren für eine Ausstellung geschaffen wurde, einen ebenso hohen Preis wie die Kommode eines bekannten Kunsttischlers des 18. Jahrhunderts.

Besorgnis erregende Exporte

Auch der Ort, an dem ein Objekt verkauft wird, spielt eine entscheidende Rolle für seinen Endpreis auf dem internationalen Markt. Ganz vorne mit dabei: New York, London und Paris. In vielerlei Hinsicht eine positive Entwicklung, ist doch die Urmaterie unserer Designer, der beste Botschafter für die schwedische Lebensweise. Andererseits geht so über kurz oder lang Schwedens historisches Erbe im eigenen Land verloren. 90% der in Schweden versteigerten Designobjekte gehen an Sammler, Händler und Innenarchitekten im Ausland. Die Preise für hochwertige Objekte haben sich heute stabilisiert und die Kluft zwischen den Märkten ist kleiner geworden, dennoch sind die meisten Käufer nach wie vor international.
Design wird auf den internationalen Messen in diesem Frühjahr gut verkauft und auch die Auktionshäuser bieten aktuell eine hervorragende Auswahl was Design betrifft. Die Chancen stehen gut, dass dies in den nächsten Jahren so weiter gehen wird.

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Zeit ist Geld …und der Transport auch

Fest steht, dass die Transportprobleme der Branche mit ihren hohen Kosten einen Schatten auf die Möglichkeiten des Massenmarktes werfen, während sich der Auswand und die Zulage, ein High-Class-Objekt von einem Land ins nächste oder von einem Kontinent zum anderen zu bewegen, in jedem Fall lohnt. Ein Markt, der früher regional war, ist global geworden.

Großes Potenzial für unentdeckte Meister

Trotz der verbesserten Reichweite und erhöhten Durchschnittspreise werden die Preise für die Top-Produkte weiter ansteigen. Gleichzeitig werden wir beobachten können, wie sich der Markt, zumindest zeitweise, übersättigt, Durchschnittspreise und Trends einander ablösen. Lässt ein Hype nach, bewegt sich der Markt weiter und geht auf die Jagd nach den dem nächsten großen Namen. Die 1 Million Euro-Frage wird immer lauten: Wer ist der nächste Stern am Design-Himmel? Wessen Kurve steigt nach oben? Vielleicht einer der Namen aus dem Online Auction-Report?
Neue Namen, in Kombination mit der Nachfrage auf dem neuen Märkten, wie Asien, wird höchstwahrscheinlich zu einer starken Nachfrage auf dem Sekundärmarkt für Design führen. Händler und Auktionshäuser, die engagiert ihre Kataloge und Ausstellungen gestalten, werden zweifellos als Gewinner daraus hervorgehen.
Es bleibt die Frage, welcher Designer der nächste große Star in einer der beliebtesten Kategorien des Auktionsmarktes wird. Diejenigen, die den richtigen Riecher hatten, eröffnet sich damit eine fantastische Möglichkeit, die eigene Rente aufzubessern!

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