Josef Hoffmann und die Sitzmaschine

1904 entwarf Architekt und Designer Josef Hoffmann (1870-1956) , der ein Jahr zuvor gemeinsam mit Koloman Moser und Fritz Waerndorfer die Wiener Werkstätte gegründet hatte, seinen Sessel mit der Modellnummer 670. Bekannt wurde das Modell mit verstellbarer Rückenlehne jedoch unter dem Namen "Sitzmaschine".

Josef Hoffmann | Foto via neuegalerie.org Josef Hoffmann | Foto via neuegalerie.org

Mit der Anfertigung des Sitzmöbels aus Rotbuche und Messing beauftragte er, wie so oft, das Möbel- und Einrichtungsunternehmen Jacob & Josef Kohn, die Filialen an mehreren Standorten in der damaligen k.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn betrieben.

Die Firma Kohn beherrschte eine Technik, die für die Ausführung der Sitzmaschine unabdingbar war: Die Herstellung und Verarbeitung von Bugholz. Das Verfahren, bei dem Holz mithilfe von Wasserdampf gebogen wird, war 1830 vom deutsch-österreichischen Tischlermeister Michael Thonet erfunden worden.

Zwei Exemplare der Sitzmaschine können im Mai bei Aguttes ersteigert werden.

Otto Schulz - Gründer einer schwedischen Möbelfirma mit 4 Buchstaben

Natürlich handelt es sich dabei nicht um IKEA, sondern um das 1920 vom deutschenstämmigen Designer Otto Schulz (1882-1970) in Göteborg gegründete Möbelunternehmen BOET, das von seiner Gründung bis 1950 großen Einfluss auf die schwedische Möbelindustrie hatte und auch heute noch hat.

Otto Schulz | Foto via stylepark.com Otto Schulz | Foto via stylepark.com

Schulz studierte Architektur und Design in Berlin, bevor er im Alter von 25 Jahren nach Schweden ging, und sich in Göteborg niederließ. Vor der Gründung des eigenen Unternehmens war er dort bei einer Möbelfirma angestellt und arbeitete anschließend als freiberuflicher Berater im Bereich Architektur und Raumausstattung.

Otto Schulz' entwarf für BOET dekorative Kastenmöbel mit aufwendigen Intarsien sowie opulente Polstermöbel. Ein Paar Sessel mit Lederbezug, die Schulz um 1935 entworfen hat, kommen in der Auktion zum Aufruf.

Paul T. Frankl - Der Designer der Stars

Auch Paul T. Frankl (1886-1958) studierte Architektur und Design in Berlin, bevor er das große Abenteuer wagte und über Kopenhagen nach New York reiste, wo er sich 1914 niederließ. Frankl brachte jede Menge frischen Wind in die damalige Designerszene Amerikas. Andererseits hatte Amerika auch großen Einfluss auf seinen Stil. Vor allem die Hochhausarchitektur in Manhattan beeindruckte ihn nachhaltig und inspirierte ihn zu seinen Möbeln im "Skyscraper Style".

Paul T. Frankl | Foto via thegap.at © Courtesy of Paulette Frankl Paul T. Frankl | Foto via thegap.at © Courtesy of Paulette Frankl

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Paul T. Frankl nach Los Angeles, wo er am Rodeo Drive eine Galerie für Design und Kunst eröffnete, die berühmte Kunden wie Katharine Hepburn, Alfred Hitchcock und Fred Astaire anlockte.

Kurz darauf begann Frankl zusätzlich Möbel für verschiedene Firmen zu entwerfen. Aus der Zusammenarbeit von Frankl und dem in Grand Rapids, Michigan ansässigen Unternehmen Johnson Furniture Company stammt ein niedriger Tisch aus Kork und Palisander, der 1948 entworfen wurde und nun bei Aguttes ersteigert werden kann.

Die Design-Auktion von Aguttes beginnt am 7. Mai um 16:30 Uhr. Den Gesamtkatalog dazu finden Sie auf der Internetseite des Auktionshauses und auch hier bei Barnebys.

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