Der umfangreiche Katalog der Mass Modern-Auktion mit über 500 Losen, deren Schätzpreise zwischen 100 und 10.000 USD liegen, ist eine großartige Gelegenheit für Schnäppchenjäger und Neulinge auf dem Designmarkt, aber auch für "alteingesessene" Designenthusiasten, die ihrer Sammlung ein weiteres besonderes Stück hinzufügen möchten.

Eines der ersten Lose, das am 9. August zum Aufruf kommt, ist die Pop-up Storefront von Vito Acconci, einem italienisch-amerikanischen Künstler, der für die Entwicklung der Performance und Body Art in den 60er und 70er Jahren von großer Bedeutung war.

Bei der Arbeit handelt es sich um ein 2012 für Storefront for Art & Architecture, eine 1982 gegründete Kunstorganisation in New York, entworfenes architektonisches Designobjekt, das gemeinsam mit anderen Vorschlägen für die Neugestaltung der Schaufenstergalerie in der Aesthetic / Anasthetic-Ausstellung präsentiert worden war.

Die ungewöhnliche Galerie war 1992 vom italienisch-amerikanischen Künstler Vito Acconci gemeinsam mit dem Architekten Steven Holl entworfen worden, um ein Kontinuum zwischen der Galerie und dem sie umgebenden städtischen Kontext zu schaffen.

Bei Los 165 handelt es sich um einen Tisch aus Walnussholz mit Messingverzierungen, der um 1950 vom preisgekrönten italienischen Architekten und Designer Osvaldo Borsani entworfen wurde. Während Borsani die aktuelle Ausstellung der Triennale in Mailand gewidmet ist, kommt der Tisch bei Wright mit einem Schätzpreis von 2.000-3.000 USD zum Aufruf.

Am ersten Auktionstag ebenfalls dabei sind die Entwürfe mehrerer Brutalisten aus den 1960er Jahren. Beim Brutalismus handelt es sich um einen Stil, der auf Le Corbusier zurückgeht, dessen bevorzugter Baustoff roher Beton (frz. béton brut) war. Daraus entwickelte sich eine Architekturströmung, die keine Scheu hatte, die strukturellen Aspekte eines Gebäudes, wie Beton oder Metallrohre, zu zeigen.

Gebäude oder Gebäudekomplexe des Brutalismus sind in vielen Ländern auf der ganzen Welt zu finden. Beispiele in Deutschland sind die Universitäts- und Stadtbibliothek in Köln sowie Teile der Gropiusstadt und Bauwerke am Ernst-Thälmann-Park in Berlin.

Der Brutalismus ist nicht nur in der Architektur zu finden. Auch im Bereich Design hielt er Einzug und spiegelte sich in Möbeln mit essentiellen Linien aus Rohstoffen wie Stahl und Holz wider. Nachdem er im Laufe der 80er Jahre aus der Mode gekommen war, ist der Brutalismus heute wieder anzutreffen.

Weitere Highlights des ersten Tages der Mass Modern-Auktion von Wright sind Schöpfungen von Joe Colombo, Charles und Ray Eames, Le Corbusier und Arne Jacobsen.

Der zweite Auktionstag startet mit einem Stuhl, der von Vico Magistretti entworfen wurde. Vom Industriedesigner Magistretti, der gemeinsam mit Gio Ponti das Polytechnikum im Mailand besucht hatte, stammen viele robuste Stühle aus Plastik, die heute in den wichtigsten Museen auf der ganzen Welt ausgestellt werden. Bei Wright kommt Magistrettis Stuhl Gaudi mit einem Schätzpreis von 700-900 USD zum Aufruf.

Vom bedeutenden Architekten der Moderne, Ludwig Mies van der Rohe, kommen der Stuhl Brno, den er 1929 für die von ihm gebaute Villa Tugendhat in der tschechischen Stadt Brno entworfen hatte, sowie zwei Glastische und vier Polster der Barcelona-Serie zum Aufruf. Die Barcelona-Möbel hatte Ludwig Mies van der Rohe ebenfalls im Jahr 1929 für den deutschen Pavillon bei der Weltausstellung in der katalanischen Metropole geschaffen.

Fast zwanzig Jahre lang arbeiteten der Italiener Marco Zanuso und der Deutsche Richard Sapper in Mailand an gemeinsamen Projekten. Beide mit dem Compasso d'Oro ausgezeichneten (Industrie-)Designer sind in der Auktion vertreten: Sapper mit einer Schreibtischlampe von 1972, Zanuso mit drei Polstermöbeln von 1951.

Zwei Fotografien von Carlo Mollino werden mit einem Schätzpreis von 500-700 USD unter der Losnummer 561 angeboten. Mollino wurde oft als das "enfant terrible" des Designs bezeichnet, das sich für seine Entwürfe von seinen drei großen Leidenschaften inspirieren ließ: Frauen, Flugzeuge und Automobile.

Abgerundet wird die Auktion mit Stücken von Richard Schultz, Ettore Sottsass und Sori Yanagi, einem der bedeutendsten japanischen Designer nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Mass Design-Auktion von Wright findet am 9. und 10. August in Chicago statt, wo alle Objekte ab dem 6. August ausgestellt werden. Wer es nicht zur Versteigerung in die "Windy City" schafft, kann selbstverständlich online mitbieten.

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