Dass ein scheinbar so harmloses Motiv wie ein Frühstück im Grünen zu einem Aufschrei der Entrüstung führen kann, bewies Édouard Manets Version des Themas in seinem 1863 gemalten Werk gleichen Namens. Natürlich war nicht die Nahrungsaufnahme für die Ablehnung durch den Pariser Salon verantwortlich, sondern die entblätterte Frau zwischen zwei Herren, die einfach so nackt war, ohne jeden mythologischen oder biblischen Hintergrund.

Als Antwort darauf malte Claude Monet zwei Jahre später seine Version des Themas, das vollständig bekleidete Mitglieder des Großbürgertums bei einem Picknick unter Bäumen zeigt.

Nach dem Mittagessen ist es Zeit der Ruhe oder der Muße zu frönen. Um Ersteres zu genießen, ist ein spannendes Buch der passende Partner. Lesende Frauen sind ein Motiv, dass Maler vor allem seit dem 18. Jahrhundert immer wieder festgehalten haben. Was daran so faszinierend war, ist aus heutiger Sicht nur noch schwer nachzuvollziehen. Früher war die Bildung der Frau jedoch nicht selbstverständlich, genauso wenig, wie das Öffnen der Tür zur eigenen Fantasie durch das Lesen von Romanen.

Der Maler Fritz Overbeck, der seit 1894 in der Künstlerkolonie Worpswede lebte, malte wiederholt seine Frau Hermine, die ebenfalls Malerin war. Die Landschaft und die besonderen Lichtverhältnisse in und um Worpeswede ziehen bis heute Künstler aus ganz Deutschland an.

Ob alleine oder mit der Familie, die nachmittägliche Kaffeetafel im Garten ist eines der Highlights an einem schönen Sommertag. Sowohl im Oeuvre August Mackes als auch im Oeuvre Arnold Balwés dient der heimische Garten wiederholt als Motiv. Mackes Werk Kaffeetafel im Grünen zeigt den Garten von Mackes Haus in der Bornheimer Straße in Bonn, wo der Künstler ab 1910 mit seiner Familie lebte. Arnold Balwés Gartenzelt entstand wahrscheinlich in seinem Garten in Feldwies am Tegernsee, das er ab den späten 1920er Jahren sein Zuhause nannte.

Sehen und gesehen werden: Die beste Möglichkeit dazu bietet der Spaziergang am späten Nachmittag an von Gott der Welt frequentierten Orten. George Seurat wählte dazu die Seine-Insel Grande Jatte im Westen von Paris, Max Liebermann die Große Seestraße in Berlin-Wannsee. Flanierende Menschen darzustellen, war ein wiederholtes Motiv Liebermanns, so auch in Terrasse des Restaurants Jacob in Nienstedten an der Elbe sowie in Papageienallee im Zoo von Amsterdam (beide 1902).

Nach den heißen Temperaturen des Tages lädt die kühlere Luft der Abendstunden zum weiteren Verweilen im Freien ein. In Worpswede vergnügte man sich an einem solchen Abend mit einem Konzert auf der Terrasse des Barkenhoffs, dem Wohnhaus des Malers Heinrich Vogeler in der Künstlerkolonie, der das Ereignis in einem Gemälde festhielt. Vogler stellte darauf nicht nur sich selbst und seine Frau Martha nebst Windhund dar, sondern auch weitere Künstler, die damals in Worpswede lebten und arbeiteten: Paula Modersohn-Becker und ihr Mann Otto Modersohn sowie Clara Rilke-Westhoff und Agnes Wulff.