Ein royaler Rubens zum Ersteigern

Eine signierte Zeichnung von Peter Paul Rubens, die sich 200 Jahre lang im Besitz der niederländischen Königsfamilie befand, wird noch in diesem Monat bei Sotheby's versteigert.

Ein royaler Rubens zum Ersteigern

Am 30. Januar wird eine signierte Zeichnung des Barockmalers Peter Paul Rubens als Teil der Old Masters Drawings-Auktion von Sotheby's in New York versteigert. Die große Aktstudie diente Rubens als Vorlage für eine seiner größten Auftragsarbeiten für ein Altarbild. Die Zeichnung, die sich seit den 1830er Jahren im Besitz der niederländischen Königsfamilie befand, ist eine der wenigen bedeutenden Zeichnungen Rubens', die seit Mitte des 20. Jahrhunderts versteigert wurden.

Peter Paul Rubens (1577 Siegen - 1640 Antwerpen) - Aktstudie eins jungen Mannes mit erhobenen Armen, ca. 1608 | Foto: Sotheby's
Peter Paul Rubens (1577 Siegen - 1640 Antwerpen) - Aktstudie eins jungen Mannes mit erhobenen Armen, ca. 1608 | Foto: Sotheby's

Aktstudie eines jungen Mannes mit erhobenen Armen, stellt einen jungen, muskulösen Mann dar, der einen schweren Gegenstand über seinen Kopf hebt. Es handelt sich um eine der figürlichen Studien, die Rubens für das Altarbild Die Kreuzaufrichtung anfertigte, welches er 1608 für die Sankt Walburga Kirche in Antwerpen malte.

Seit 1815 hängt Die Kreuzaufrichtung in der Onze-Lieve-Vrouwekathedraal in Antwerpen | Foto: Smarthistory
Seit 1815 hängt Die Kreuzaufrichtung in der Onze-Lieve-Vrouwekathedraal in Antwerpen | Foto: Smarthistory

Die Zeichnung verfügt über eine ausgezeichnete Provenienz, die im 18. Jahrhundert mit dem Künstler und Rubens-Sammler Jacob de Wit ihren Anfang nahm. Anschließend kam sie in den Besitz von Sir Thomas Lawrence, einem britischen Künstler, Sammler und Präsident der Royal Academy. In den 1830 kaufte der niederländische König Wilhelm II. die Zeichnungen und fügte sie seiner Sammlung mit Werken von Raphael, Michelangelo, Leonardo da Vinci und Rembrandt hinzu. Die Sammlung galt als eine der größten Kunstsammlungen ihrer Zeit.

Die in beeindruckender Klarheit und mit meisterhafter Technik ausgeführte Zeichnung, ist auch ein Beleg für die kreative Methode des Künstlers. Rubens führte sie über die gesamte Diagonale des Blattes aus, und obwohl die Hände fehlen, verfügt sie über akkurate Dimensionen. Zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere passierte es Rubens nicht selten, dass er mit einer solchen Energie und Vorstellungskraft arbeitete und der ihm zur Verfügung stehende Platz am Ende nicht reichte. Fehlende Füße oder Hände in seinen Zeichnungen sind somit nicht selten. Sie wurden in separaten Studien hinzugefügt. In diesem Fall war eine Ausführung der Hände jedoch nicht nötig, wie das Altarbild offenbart.

Die Studie zeigt auch, dass Rubens noch während der Vorarbeiten zum endgültigen Werk Verbesserungen vornahm. In diesem Fall betrifft es das linke Bein des Mannes, das stärker angewinkelt wurde.

Rubens begann mit der Arbeit an dem Altarbild kurz nach seiner Rückkehr aus Italien im Jahr 1608 | Foto: Smarthistory
Rubens begann mit der Arbeit an dem Altarbild kurz nach seiner Rückkehr aus Italien im Jahr 1608 | Foto: Smarthistory

In Die Kreuzaufrichtung ist die Figur, die auf der Zeichnung basiert, ein Soldat in einer Rüstung. Rubens bevorzugte jedoch, seine Figuren in ihren Studien nackt wiederzugeben, eine Methode, die er sich während eines Aufenthaltes in Italien aneignete, eine Reise, die sein künstlerisches Schaffen nachhaltig beeinflusste. In Italien ließ er sich von den Meistern der Renaissance wie Michelangelo, Raphael, Correggio, Mantegna und Tizian inspirieren. In der vorliegenden Zeichnung ist der Einfluss Michelangelos unverkennbar. Aber ebenso jener barocke Stil von Carracci, mit dem Rubens während seines Aufenthaltes in Rom zusammenlebte und -arbeitete.

Rubens Zeichnung geht am 30. Januar bei Sotheby's mit einem Schätzpreis von 2,5 - 3,5 Millionen USD an den Start.

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