100 Jahre alte Farbfotografien

Der Bankier Albert Kahn investierte Anfang des 20. Jahrhunderts einen Großteil seines Vermögens in Fotografen, die für Ihn die Welt bereisten und in Farbe dokumentierten. Die Bilder, die in Vietnam und Brasilien entstanden, zählen heute zu den ersten Farbfotografien, die von diesen Ländern vorhanden sind. Sie zeigen auch Gesellschaften im Umbruch, das Habsburger und das Osmanische Reich, die letzten keltischen Städte Irlands, konservative Einzelhandel parallel zu Nachtleben und Künstlertreffs in den wachsenden Großstädten. Die reisenden Fotografen und ihr Auftraggeber müssen ein Auge für die kulturgeschichtliche Schwelle, an der Sie standen, gehabt haben.

Blumenverkäufering auf der Rue du Cambon, Juni 1918. Foto von Auguste Léon
Blumenverkäufering auf der Rue du Cambon, Juni 1918. Foto von Auguste Léon

Die Fotografien tauchten auf dem Blog Paris unplugged auf, die kräftigen Farben sorgten für große Aufmerksamkeit. Wie sich anschließend beim Vergleich mit den Originalen im Musée Albert Kahn herausstellte, wurden diese à la Instagram-Filter um einiges justiert. Nichtsdestotrotz bleibt die Faszination, farbige Szenen von damals zu sehen. Prompt erscheinen Sie uns viel lebensnaher als kühl-ästhetisierte Schwarz-Weiß-Fotografien.

Blumenverkäufering auf der Rue du Cambon, Juni 1918. Foto von Auguste Léon
Blumenverkäufering auf der Rue du Cambon, Juni 1918. Foto von Auguste Léon

 

Erster "Le Salon de l'aviation"- diese Ausstellung der Luftfahrt, in der die Neuen Entwicklungen und Fortschritte zur Schau gestellt wurden, fand von 1909 bis 1951 jährlich im Grand Palais auf der Champs-Élysée statt, was dem Grand Palais den Spitznamen „Vogelkäfig“ einbrachte. Fotograf unbekannt.
Erster "Le Salon de l'aviation"- diese Ausstellung der Luftfahrt, in der die Neuen Entwicklungen und Fortschritte zur Schau gestellt wurden, fand von 1909 bis 1951 jährlich im Grand Palais auf der Champs-Élysée statt, was dem Grand Palais den Spitznamen „Vogelkäfig“ einbrachte. Fotograf unbekannt.
Citroënwerbung am Eiffelturm, 1925 zur internationalen Industriedesignausstellung Fotograf unbekannt.
Citroënwerbung am Eiffelturm, 1925 zur internationalen Industriedesignausstellung Fotograf unbekannt.

Die Technik, die verwendet wurde, heißt Autochrome. Die berühmten Gebrüder Lumière hatten diese 1903 patentieren lassen. Kahn schuf , wie er meinte, ein „Archiv des Planeten", in dem einige eindrucksvolle Ansichten von Paris aus den Jahren 1909 bis 1930 zu finden sind. Der Autochrome-Film hatte eine lange Belichtungszeit, weswegen es eher selten vorkam, dass Menschen portraitiert wurden. Dennoch enthält die Sammlung einige schöne Portraits.

Soldaten vor der Metro-Station Auteuil, Mai 1920. In diesem Bild wird deutlich, dass die Farben oft im Nachhinein verstärkt wurden. Das Original im Musée Albert Kahn ist blasser. Foto von Frédéric Gadmer
Soldaten vor der Metro-Station Auteuil, Mai 1920. In diesem Bild wird deutlich, dass die Farben oft im Nachhinein verstärkt wurden. Das Original im Musée Albert Kahn ist blasser. Foto von Frédéric Gadmer
Weihnachtsdekorationen im La Samaritaine 1930. Das berühmte Warenhaus öffnete 1869 in Paris. Fotograf unbekannt.
Weihnachtsdekorationen im La Samaritaine 1930. Das berühmte Warenhaus öffnete 1869 in Paris. Fotograf unbekannt.

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