In über 1000 Losen werden durchweg erlesene Kunstwerke und Antiquitäten versteigert, darunter viele von musealer Qualität. Wie gerne würden wir Ihnen an dieser Stelle alle zeigen, doch es muss sich leider auf eine Auswahl von 12 Objekten beschränken. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit einer Vorbesichtigung. Diese findet für alle Auktionen vom 12.-14. November sowie am 16. und 17. November im Auktionshaus am Kölner Neumarkt statt. Zudem wird am 8. und 9. November in der Münchner Dependence am St.-Anna-Platz eine Auswahl zu sehen sein.

17. November, 16:30 Uhr - Schmuck, Dosen und Miniaturen 

Die Schmuckauktion umfasst Stücke aus über 3000 Jahren: Von Skarabäen des Alten Ägypten, über antike Gemmen und Schmuck des Art nouveau bis hin zu modernen Pretiosen. Unsere beiden Beispiele stammen aus der Zeit um 1900, als die floralen und filigranen Dekore des Jugendstils ihren Siegeszug antraten. Der Mittelteil des als Lorbeerkranz geformten Colliers konnte früher auf einen Reif montiert als Tiara getragen werden. Insgesamt ist es mit Diamanten von zusammen ca. 25 ct besetzt, wovon 1,25 ct auf den zentralen Diamanten entfallen.

Der folgende Anhänger kombiniert auf bezaubernde Art und Weise Gelbgold mit blau-grünem Perlmutt. Um diesen "maritimen" Effekt zu verstärken, wurden als Dekor ein fein ziseliertes Seepferdchen und Schlingpflanzen gewählt.

18. November, 10:30 Uhr, 14 Uhr, 17 Uhr (Ausgewählte Werke) - Kunstgewerbe

Die Auktion mit Kunstgewerbe umfasst hochinteressante Objekte aus Glas, Silber, Porzellan und Keramik sowie Möbel, Uhren und Teppiche. Die höfische Kommode mit drei Schüben, entstammt den begabten Händen des Pariser Kunsttischlers Nicolas Sageot (1666-1731). Typisch für die Arbeiten Sageots ist die aufwändigen Marketerie, wie sie auch bei diesem Stück zu sehen ist und die Charles André Boulle kurz zuvor in Mode gebracht hatte.

Im Folgenden sehen Sie zwei Beispiele aus dem "Silberkabinett" von Lempertz. Als erstes eine Deckelterrine mit passendem Présentoir des Danziger Silberschmiedes Christian von Hausen. Sowohl die Terrine als auch das Tablett sind mit Akanthusblättern verziert. Die Terrine schmücken zusätzlich reliefiertes Weinlaub und Trauben sowie ein Doldenknauf.

Für das dritte Beispiel der Kunstgewerbe-Auktion segeln wir von Danzig aus über die Ostsee nach Russland. Dort erarbeitete sich Peter Carl Fabergé einen hervorragenden Ruf als Schmuck- und Silberschmied, der bis heute nichts an seinem Glanz verloren hat. Das hier vorliegende Silberbesteck aus dem Moskauer Haus Fabergé mit passendem Koffer umfasst 197 Teile. Die Griffe der Besteckteile sind mit Perlstab verziert und weisen die Monogrammgravur "HZ" auf.

19. November, 11 Uhr - Alte Kunst

Diese Auktion umfasst Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen Alter Meister. Einer von diesen war zweifelsohne Jan Brueghel der Ältere. Auf dieser kleinformatigen Kupfertafel hat der Meister ein Landschaftsgemälde in kräftigen Farben und von enormer Tiefe und Weite geschaffen. Bei den dargestellten Mühlen handelt es sich um Bockwindmühlen, die ab dem 12. Jahrhundert in Nordfrankreich und Belgien, der Heimat Jan Brueghels, bekannt wurden.

Diese Ansicht einer kleiner Stadt wurde sowohl mit äußerster Präzision als auch atmosphärischer Tiefe vom holländischen Maler Jan van der Heyden geschaffen. Van der Heyden gilt als einer der Begründer der Malerei mit Stadtansichten und war einer der bedeutendsten Vertreter dieses Genres. Daneben widmete er sich auch Landschaften und Stillleben.

Zwei weitere Bilder bringen uns sowohl himmlische als auch irdische Genüsse näher. Oben sehen sie eine Darstellung der Madonna mit Kind, die dem niederländischen Maler Juan de Flandes zugeschrieben wird. Der echte Name des Künstlers, der vorwiegend als Hofmaler Isabellas von Kastilien in Spanien tätig war, ist nicht überliefert. Von Juan de Flandes sind nur wenige Madonnendarstellungen bekannt. Hauptsächlich widmete er sich den Portraits des spanischen Königsfamilie und biblischen Szenen. So zeigt der Hintergrund dieses Werkes die Taufe Jesu durch Johannes, während sich der Heilige Geist in Form einer Taube nähert.

Die irdischen Genüsse begegnen uns in diesem Stillleben von Floris van Schooten. Dass es sich hierbei um eine gedeckte Tafel der Oberschicht handeln muss, wird durch die erlesenen Speisen sowie die Geschirrteile aus Porzellan, Zinn und Glas deutlich. Solche Stillleben wurden in den Niederlanden "Banketje" genannt. Van Schooten war einer der Künstler, die dieses Genre in Haarlem populär machten.

19. November, 14 Uhr - Gemälde und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts

Den Abschluss des Auktionsreigens bei Lempertz bilden die Werke von Künstlern des 19. Jahrhunderts. Zunächst sehen wir eine Ansicht der Bucht von Neapel des sächsischen Künstlers Ludwig Richter. Es entstand 1830 nach einer Italienreise, die Richter mit anderen jungen Künstlern auch an Küste Neapels geführt hatte.

Die folgende Sommerlandschaft Corots wirkt auf den ersten Blick etwas grau und dunkel. Bei näherer Betrachtung, welche der Künstler selbst ausdrücklich erwünschte, wird der Einsatz von Licht- und kräftigen Farbakzenten deutlich, der die verschwommene Atmosphäre, die für das Spätwerk Corots typisch ist, auflockert.

Diese etwas andere Ansicht Venedigs hat uns der in Erfurt geborene Maler Friedrich Nerly hinterlassen. Nerly lebte seit 1837 in der Lagunenstadt und widmete sein Wirken daraufhin hauptsächlich ihrer Darstellung. Das vorliegende Gemälde zeigt uns Venedig in der Morgensonne eines eisigen Wintertages. Das Gemälde muss nach 1854 entstanden sein, da die Ansicht einen Blick von der Mitte der Accademia-Brücke darstellt, welche in jenem Jahr fertiggestellt worden war.

Das Kunstauktionshaus Lempertz bietet verschiedene Möglichkeiten der Auktionsteilnahme an. Live können Sie persönlich im Auktionssaal, am Telefon oder im Internet dabei sein. Schriftliche Vorgebote werden per Bieterformular oder Online-Katalog entgegengenommen.

Weitere großartige Objekte der Auktionen von Lempertz können Sie nun hier bei Barnebys entdecken.