Johannes Beutner "Liebespaar" (Umarmung). 1932. Öl auf sehr kräftiger Malpappe. Ligiert signiert "Jbeutner" und datiert u.li. In einem hochwertigen, farbig gefaßten Rahmen, gerahmt 110 x 94,5 cm. Schätzpreis: 8500 EURBeutner (1890 Cunnersdorf/Sächs. Schweiz – 1960 Dresden) war an der Gründung der Dresdner Sezession 1932 beteiligt, wodurch er seinen Platz im Dresdner Kulturleben fand. Die vorliegende Arbeit wurde in der 1. Ausstellung der Dresdner Sezession 1932 als eines von drei Beutner Werken gezeigt. „Liebespaar" nimmt inhaltlich und stilistisch mit seiner narrativen Bildsprache eine Sonderstellung in Beutners Oeuvre ein. Heute verbindet man mit Beutner eher unbewohnte Landschaften und Straßensszenen, an vom Kontext freistehende weibliche Akte, an Gruppenbilder, in denen einzelnen Personen eine gewisse Distanz beibehalten. „Liebespaar" hingegen, zeugt von einem Moment größter Nähe.

Die Zeichnung von Otto Dix (1891 Untermhaus/Gera – 1969 Singen) entstand als Karton in Vorbereitung für das Gemälde "Bildnis Dr. Peter Klook", zu einem Zeitpunkt, als der Künstler die weitreichende Würdigung seines Frühwerkes miterlebte. 1959 war er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden und erhielt bis zu seinem Tod noch zahlreiche weitere Ehrungen. Aktuelle Bilder riefen allerdings nicht die erhoffte Resonanz hervorriefe und er arbeitete verstärkt an öffentlichen Auftragswerken. Das Bild zeigt den Konstanzer Urologen Dr. Peter Klook, den er auf dem entsprechenden Gemälde mit seinen Instrumenten verewigte. Das Portrait gleicht der Zeichnung in der Breite, sodass davon ausgegangen wird, dass es sich um eine direkte Vorzeichnung handelt, die dann in Teilen direkt übernommen, in Teilen leicht korrigiert wurde. Das großformatige Blatt trägt bereits einzelne künstlerische Details, die es zu einem eigenständigen künstlerischen Dokument mit bemerkenswertem Charakterisierungsvermögen vom bloßen Skizzierungsprozess abheben.

Die Augustbrücke hat Gotthardt Kuehl ( 1850 Lübeck – 1915 Dresden) in seinen letzten 20 Schaffensjahren mehr als 50 mal in verschiedenen Techniken abgebildet. Die Ausführungen hängen u.a. in der Kunsthalle Bremen, Kunsthalle Kiel, Nationalmuseum Berlin, Museum der bildenden Künste Leipzig, Kunstsammlungen Chemnitz und Ostdeutsche Galerie Regensburg. Kuehl's charakteristischer Blickwinkel auf die Stadt, so wie er sie von seinem Arbeitsplatz in der Kunstakademie täglich, im Wechsel der Jahreszeiten und Lichtverhältnisse, erleben konnte. In einem feinen, teils flüchtigen Duktus hat er einen milden Wintertag in Anlehnung an französische impressionistische Bildtradition, aber teils nüchterner und gründlicher wiedergegeben.

Welchem Zweck das vorliegende Portrait aus der Zeit des Barock diente, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen. Üblich war die Verwendung von Portraits als Stellvertreter für abwesende Personen von Rang, die Darstellung sozialer und familiärer Netzwerke und die zeremonielle Verwendung als Geschenk etwa im Zusammenhang mit anstehenden Hochzeiten. Das Brustbild zeigt wohl Clara Isabella Eugenia, spanische Infantin und spätere Statthalterin der Niederlande, in jungen Jahren. Die im Dreiviertelprofil dargestellte Infantin blickt den Betrachter direkt an, was gleichwohl Selbstwusstsein und aristokratische Distanz bezeugt. Nach ihrer Hochzeit mit Albrecht VII von Habsburg 1599 ließ sie sich in Brüssel nieder. Es ist bekannt, dass der vor allem als Portraitmaler bekannte Pourbus der Jüngere (1569 Antwerpen – 1622 Paris) am Brüssler Hof tätig war und dort seinen künstlerischen Einfluss ausübte.