Die Auktion mit Glasobjekten aus Murano ist mit über 300 Losen die größte ihrer Art auf italienischem Boden. Zum Aufruf kommen einzigartige und streng limitierte Vasen, Flaschen und Gläser aus dem gesamten 20. Jahrhundert.

Das am höchsten geschätzte Objekt der Murano-Auktion ist zugleich auch eines der ältesten und seltensten. Die von Vittorio Zecchin aus zartgrünem Glas geblasene Vase ist mit einem polychromen Emaille-Dekor aus Fantasiefischen sowie Sternen und Spiralen aus Blattgold verziert. Das außergewöhnliche Stück stammt aus den 1920er Jahren.

Ebenfalls in den 1920er Jahren schuf Umberto Bellotto bei Artisti Barovier für die Compagnia Venezia Murano zwei seltene Vasen, wie sie kaum noch auf dem Auktionsmarkt gehandelt werden. Die grüne und die blaue Vasen sind beide mit Elementen des Murrine-Stils verziert, einer Technik des Einschmelzens farbloser oder bunter Glasfäden, die seit der Antike bekannt ist, in dieser Form jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts in Murano aufkam.

Aus den 1940/50er Jahren stammt eine Reihe von filigranen weißen Vasen, die teilweise mit Blattgold verziert wurden. Hergestellt wurden sie in der Vetreria Aureliano Toso, deren Gründer Aureliano Toso aus einer lange in Murano ansässigen Familie von Glasbläsern stammte. Seit der Gründung seiner Glasmanufaktur 1938 arbeitete Tosso mit dem Künstler und Designer Dino Martens zusammen. Aus dieser Verbindung stammen mehrere Lose der Auktion. Allen voran eine seltene Gomitolo-Vase, die 1954 auf der Biennale von Venedig ausgestellt worden war.

Die Chancen stehen gut, dass die Objekte der Auktion dieselben enormen Preissteigerungen erfahren, wie jene der Murano-Glas-Auktion, die Cambi im Juni 2016, ebenfalls in Mailand, abgehalten hatte.

Passend zu der Murano-Glas-Auktion veranstaltet Cambi Casa d'aste am selben Tag eine Versteigerung von dekorativer Kunst des 20. Jahrhunderts. Ein besonderer Augenmerk liegt dabei auf Objekten des Art déco, die mit ihren klaren Linien und plakativen Farben veranschaulichen, weshalb diese Epoche als der Beginn der Moderne angesehen wird.

Aus einem Privathaushalt stammt das polychrome Bleiglasfenster Gli Amanti. Hergestellt wurde es 1928 von der Manufaktur Felice Quentin in Florenz, basierend auf einer Zeichnung des ebenfalls aus Florenz stammenden Malers Gianni Vagnetti. Ein Jahr später schuf Mario Sturani Regime secco für die Keramikfabrik Lenci in Turin. Die futuristische Figur zeigt einen trinkenden Mann, der sich an einen Laternenpfahl klammert.

Mit der großen Majolika-Vase L'architteto bleiben wir im Bereich Keramik. Designer und Architekt Gio Ponti schuf sie um 1930 für die toskanische Manufaktur Richard-Ginori, für die er von 1923 bis 1930 als künstlerischer Leiter tätig war.

Abgerundet wird das Angebot von Dekorativem aus Italien durch eine schöne Auswahl an französischen Glasvasen der Daum Frères und Émile Gallés.

Beide Auktionen finden am 27. Februar (Dekorative Kunst 15:00 Uhr, Murano-Glas 16:30 Uhr) im Palazzo Serbelloni in Mailand statt - die letzten Events unter dieser Adresse, denn Cambi verlegt seine Mailänder Dependence ab März in die Via San Marco 22. Die Ausstellung zu beiden Auktionen ist für interessierte Besucher vom 23.-26. Februar im Palazzo Serbelloni geöffnet. Entdecken Sie das gesamte aktuelle Angebot von Cambi Casa d'aste gleich hier bei Barnebys!

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