Im Juni letzten Jahres überraschten die Vintage-Vasen der Auktion "Murano 1890-1990. Ein Jahrhundert der Glaskunst" mit Endpreisen, die ihren Schätzwert oft um ein Vielfaches überstiegen. Daher erwarten wir mit Spannung die beiden Versteigerungen mit Glasarbeiten aus Murano aus dem 20. Jahrhundert, die Cambi am 21. Februar abhalten wird.

Veranstaltungsort ist der Palazzo Serbelloni in Mailand. Um 15:30 Uhr geht es los mit 40 Losen in der Auktion "Murano, 20. Jahrhundert. Ein Sammler, ein Händler", gefolgt von "Murano, 20. Jahrhundert. 150 Sammelwürdige Gläser" um 17 Uhr. Die Vorbesichtigungen finden vom 17. bis 20. Februar statt. Sehen Sie hier einige Highlights aus beiden Auktionen.

Die Glaskunst hat in der Lagune von Venedig eine lange Tradition, die während des Mittelalters dorthin gelangte. Waren die Glasbläsereien zunächst noch in der Stadt Venedig ansässig, wurden sie 1295 wegen der andauernden Brandgefahr, die von ihnen ausging, auf die in der Nähe liegenden Murano-Inseln verlagert.

Von dort aus trat die Glasherstellung ihren europaweiten Siegeszug an, der vor allem während der Renaissance seinen Höhepunkt hatte. Murano-Glas wurde zu einem Statussymbol der Upper Class und diente oft als Motiv auf den Stillleben des Barockzeitalters. Einige der frühen Betriebe wie Barovier & Toso existieren bis heute.

Das Geheimnis der Glasherstellung unterlag strengster Geheimhaltung. Glasbläsern drohte sogar die Todesstrafe, sollten sie dagegen verstoßen. Durch Emigration einiger Arbeiter gelangte das Geheimnis dennoch in die Länder nördlich der Alpen. Den entscheidenden Einschnitt brachte aber vor allem die Erfindung des Schnittglases im 18. Jahrhundert, das für die Herstellung von Spiegeln benötigt wurde und in Böhmen, Schlesien und Deutschland gefertigt wurde.

Einen neuen Aufschwung erlebte Murano im 19. Jahrhundert. Bedingt durch den Trend des Historismus, konnten die Glasbläsereien an ihre traditionellen Formen der Renaissance erfolgreich anknüpfen. Eine Glasfachschule wurde eröffnet sowie das Museo Del Vetro, das die tausendjährige Geschichte der Glasherstellung beleuchtet.

Doch wurden auch neue Dekore erfunden. Während der Zeit des Jugendstils kam das Millefiori hinzu, später orientierten sich die begabten Designer wie Paolo Venini oder Ercole Barovier an der Farbenpracht des Expressionismus. Auch geometrische Verzierungen, die der OP-Art nachempfunden waren, gehörten bald zum Repertoire.

Die Glaskunst in Murano war zu neuer Blüte gelangt. Und aus dieser Zeit stammen die Stücke, die bei Cambi am 21. Februar versteigert werden. Die großartigen Objekte zeigen eindrucksvoll, was Glaskunst wirklich bedeutet und weshalb moderne Reproduktionen aus dem asiatischen Raum, die heutzutage den Markt überfluten, da nicht mithalten können. Daher ist allein schon die Ausstellung zur Auktion ein absolutes Muss auf der Agenda eines jeden Liebhabers der Glaskunst aus Murano.

Tauchen Sie ein in die Welt der Glaskunst und entdecken Sie alle Objekte der beiden Auktionen von Cambi Casa d'Aste hier bei Barnebys.