Hans Wilsdorf kam 1881 im fränkischen Kulmbach als Sohn des Eisenwarenhändlers Johann Daniel Ferdinand Wilsdorf und dessen Frau Anna Maikel zur Welt. Im Alter von 12 Jahren wurde Hans zur Vollwaise und verlebte seine Schulzeit auf einem Internat in Coburg. Nach einer kaufmännischen Ausbildung verließ Hans zur Jahrhundertwende Deutschland und ging in die Schweiz.

In La Chaux-de-Fonds arbeitet er in einem Import-/Export-Geschäft und begann sich für Uhren zu interessieren. Kleinuhren, die nicht nur als Zeitanzeiger sondern auch als Accessoires dienten waren damals in der Regel Taschenuhren. Zwar existierten bereits die ersten Armbanduhren, diese galten jedoch hauptsächlich als Schmuckstück für die Dame.

1903 ging Hans Wilsdorf schließlich nach London nieder, wo er als Uhrenimporteur arbeitete und zwei Jahre später gemeinsam mit dem Gehäusebauer Alfred Davis die Firma Wilsdorf & Davis gründete. Das Unternehmen stellte auch eigene Uhren her, für die es kompakte und sehr kleine Uhrwerke aus der Schweiz importierte.

1908 war es schließlich soweit und die Firma erhielt den Namen Rolex. Wie der Name genau zustande kam ist umstritten. Möglicherweise handelt es sich um eine Zusammensetzung aus "horlogerie exquise". Wilsdorf selbst gab immer an, der Name sei ihm eines Tages während einer Fahrt mit dem Pferdeomnibus von einem "guten Geist eingeflüstert" worden.

Der Schwerpunkt von Rolex lag auf der Herstellung hochpräziser Armbanduhren. Der Erfolg dieser Innovation wurde schon bald belohnt, die erste Auszeichnung erfolgte im Jahr 1910. Vier Jahre später wechselte der Firmensitz von London nach Biel in der Schweiz, um die hohen Einfuhrzölle, die durch den Ersten Weltkrieg entstanden waren, zu umgehen. 1920 ließ Hans Wilsdorf die Firma Montres Rolex S.A. mit sich selbst als alleinigen Inhaber ins Schweizer Handelsregister eintragen.

1926 folgte schließlich der Durchbruch für die Firma, als Rolex mit dem Oyster-Gehäuse die weltweit erste wasserdichte Armbanduhr erfand und diese Innovation auch gleich zum Patent anmeldete. Den Beweis für diese Eigenschaft lieferte ein Jahr später die Schwimmerin Mercedes Gleitz, als sie als erste Frau den Ärmelkanal durchschwamm und dabei von einer Rolex-Oyster am Handgelenk begleitet wurde.

Die nächste Innovation erfolgte 1931, als Hans Wilsdorf den Rotor-Selbstaufzug erfand, der unter dem Namen Perpetual der Prototyp aller nachfolgenden Automatikuhren war. 1945 war die Datejust der erste Chronometer mit automatisch wechselnder Datumsanzeige.

Weitere Uhrenmodelle, die von Rolex zu Lebzeiten Wilsdorfs auf den Markt gebracht worden waren, waren der Submariner (1953), die GMT-Master (1954), die Day-Date (1955) und die Milgauss (1956). Außerdem gründete er 1946 die Firma Tudor, die hochwertige Uhren zu niedrigeren Preisen herstellt.

Hans Wilsdorf starb 1960 in Genf. Trotz seiner zwei Ehen hinterließ er keine Kinder. Das Erbe trat die bereits 1945 gegründete Hans Wilsdorf Foundation an, die bis heute die Kontrolle über die Firma Rolex innehat und regelmäßig Charity-Projekte und innovative Wissenschaftler auszeichnet und unterstützt.

Alle Rolex-Uhren in diesem Artikel werden aktuell im Onlineauktionshaus Catawiki versteigert. Die Auktion endet am Sonntagabend ab 20 Uhr. Wer mitbieten möchte, bei Catawiki aber noch nicht kostenlos registriert ist, erfährt hier, wie einfach das funktioniert.

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