Gewohnt groß ist die Offerte an qualitätsvollen Artefakten aus vielen Zeiten und Regionen in der diesjährigen Frühjahrsauktion der Hermann Historica oHG vom 18. April bis zum 29. April in München. Aufgerufen werden 6.200 teils einzigartige Sammlerobjekte aus allen Themengebieten des Hauses: Antiken, Alte Waffen, Kunsthandwerk, Jagdliches, Orden sowie historische und militärgeschichtliche Objekte.

Ein spektakuläres Exemplar attischer Vasenmalerei ist das exquisite Highlight des Antiken-Kataloges. Aus der vierten Dekade des fünften Jahrhunderts vor Christus kommt der rotfigurige, attische Kelchkrater des Hektor-Malers mit einer Taxe von 60.000 Euro zum Aufruf. In charakteristischer Gestaltung ist das elegante Gefäß auf gewölbtem Fuß mit zwei Henkeln versehen und präsentiert schauseitig eine überaus seltene, lebhafte mythologische Darstellung von Telephos und Orestes.

Wahre Raritäten finden sich erneut im vielfältigen Angebot der frühen Bronzehelme und archaischen Schwerter. Mit belegter Provenienz für die weltberühmte Kollektion Axel Guttmann, Berlin, überzeugt ein chalkidischer Bronzehelm aus dem fünften bis vierten Jahrhundert vor Christus. Das einmalige Beispiel qualitätsvoller antiker Rüstungs- und Schwertschmiedekunst, laut der überaus seltenen profanen Inschrift, aus dem Besitz eines Kampfrichters, kann ab 20.000 Euro ersteigert werden.

Sensationelle Artefakte, wie ein Exemplar des legendären Skythen-Bogens, aus den reiternomadischen Siedlungsgebieten Eurasiens des fünften bis dritten Jahrhunderts vor Christus, werden mit der unvergleichlichen Sammlung des Experten, Connaisseurs und virtuosen Bogenschützen Karl Zeilinger (1944 - 2014) aus Nürnberg angeboten. Neben dem prägnanten Bogen– Startpreis 9.000 Euro – der über die Jahrhunderte zum Sinnbild des Reitervolkes wurde, kommen in rund 200 Losen seltenste antike Bogen, Armbruste und kunstfertige Bogenringe zur Auktion.

Ein eisernes, goldplatiniertes Medaillon zu Ehren des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 - 1688) von 1677, besticht unter den aufwändig, wie kostbar gearbeiteten Wunderkammerobjekten. Das ungemein seltene und schöne Kabinettstück preußischer Geschichte feiert die Siege des Großen Kurfürsten, unter dessen persönlicher Heeresführung Schweden aus Schwedisch-Pommernzurückgedrängt wurde. Gebote, für das auch kunsthandwerklich eindrucksvolle Stück, sind ab 8.000 Euro willkommen.

Objekte aus empfindlichen Materialien wie Leder, Leinen und Holz überdauern nur selten die Jahrhunderte. Umso eindrucksvoller ist der Erhaltungszustand der Handpavese aus der Freien Reichstadt Schongau in Bayern. Bereits Ende des 15. Jahrhunderts entstanden und mit 12.500 Euro durchaus moderat angesetzt, zeigt die gänzlich mit Leder bezogene Pavese vorderseitig den kaiserlichen Adler des Heiligen Römischen Reiches in dominantem Schwarz mit dem rotgrundigen Wappen der Stadt Schongau auf seiner Brust.

Unter den weiteren Schutzwaffen überzeugen Raritäten aus den Händen begabter mittelalterlicher Rüstungs- und Waffenschmiede. So ein deutscher Mantelhelm, der mit seiner charakteristischen Formgebung besticht und um 1600 geschmiedet wurde. Ab 10.000 Euro kann die einteilig geschlagene Kalotte mit hohem Kamm, die mit einem zweiteiligen, aufschlächtigen Visier geschlossen wird und die auf einem zweifach geschobenen, gebördelten und geschnürlten Kragen liegt, ersteigert werden.

In Gänze aus feuervergoldeter Bronze gefertigt, mit reichem Edelsteinbesatz, graviertem Rankendekor und plastischer Auflage der acht Buddhistischen Kostbarkeiten, zeigt sich in erlesenster Verarbeitung die Präsentations-Scheide aus dem 18./19. Jahrhundert zu einer frühen nepalesisch-tibetischen Khora aus dem 15./16. Jahrhundert. Die Klinge selbst ist in typischer Weise gekrümmt und mit eingelegtem geometrischem Dekor versehen. Das ebenso wertige, wie kulturhistorisch interessante Stück steht ab 18.000 Euro zur Auktion.

Eine hochbedeutende Blankwaffe, mit Startpreis von 22.500 Euro, kann mit dem prächtigen Geschenksäbel angeboten werden, der im Jahr 1902 anlässlich seiner zweimonatigen USA-Reise an den Bruder des deutschen Kaisers Wilhelms II. – Prinz Heinrich von Preußen (1862 - 1929) – überreicht wurde. Gewidmet von der "German Patriotic Relief Associationof Philadelphia", überzeugt der prunkvolle Säbel mit zu zwei Dritteln vergoldeter und geätzter Damastklinge sowie einem reich reliefierten, feuervergoldeten Messingbügelgefäß.

Über Jahre zierte die figürliche Schreibtischgarnitur den Arbeitsplatz eines der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts, den Schreibtisch von Professor Dr. Sigmund Freudin Wien. DerWerdegang der signierten Entwürfe des berühmten österreichischen Jugendstil-Bildhauers Peter Tereszczuk (1875 - 1963) ist seither lückenlos belegt. Jetzt wird das in patinierter Bronze gefertigte Ensemble von Ablage mit Tintenbehälter, Löschwiege und Petschaft mit Namensgravur „Dr. S. Freud“, für 12.500 Euro aufgerufen.

Ungemein edel, von hochadliger Herkunft und bis dato in der Fachliteratur nicht dokumentiert, begeistert ein Kleinod der Phaleristik schon im Vorfeld der Auktion die weltweite Sammlerschaft. Das Hofdamen-Ehrenzeichen der Kaiserin Carlotta von Mexiko (1840 - 1927) ist anmutig in Gold mit blauemaillierten Blüten und Lorbeerzweigen gefertigt und bisher nur aus der Corbin-Collection in den 1980er Jahren bekannt – ab 3.000 Euro kann es erworben werden.

Mit einem Paar Luxus-Perkussionspistolen aus der renommierten Pariser Büchsenmacher-Werkstatt J. C. A. Brun, die um 1840 gefertigt wurden, zeigen sich wahre Glanzstücke im Kapitel der Alten Schusswaffen. Hochfeine Silbereinlagen mit graviertem, grafischem wie floralem Dekor, goldeingelegte Signaturen, Perkussions­schlösser mit aufwändig geschnittenem Rankendekor und schön gemaserte Halbschäfte untermalen die augenfällige Wertigkeit dieser auf 15.000 Euro taxierten, unberührten wie erlesenen Arbeit.

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