In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 war es soweit: Die Mauer, die Berlin in Ost und West teilte, und der dazu gehörende Todesstreifen verloren ihren Schrecken. Die innerdeutsche Grenze wurde geöffnet. Diese historische Nacht wurde zum nachhaltigsten Ereignis der Wiedervereinigung Deutschlands, das bis heute im Gedächtnis der Menschen geblieben ist.

Die Berliner Mauer wurde schon bald zum Kultobjekt. Die sogenannten "Mauerspechte" begannen, Stücke von ihr mit Hammer und Meißel herauszubrechen und als Erinnerungsstücke mit nach Hause zu nehmen. In der Folgezeit wurde die Mauer nach und nach abgetragen, ein Teil von ihr blieb jedoch als "East Side Gallery" bestehen und wurde von internationalen Künstlern gestaltet. Die anderen Segmente verteilten sich oftmals unbeachtet auf die unterschiedlichsten Orte, wo sie nach und nach wiederentdeckt wurden und teilweise auf diversen Auktionen, oftmals für einen guten Zweck, versteigert wurden.

25.7.1991 "East-Side-Gallery", gelegen zwischen der Jannowitzbrücke und der Oberbaumbrücke. Reste der Berliner Mauer, die nach der Öffnung von vorwiegend ostdeutschen Künstlern auf der Ost-Seite bemalt wurden. Foto: Bundesarchiv via Wikipedia 25.7.1991
"East-Side-Gallery", gelegen zwischen der Jannowitzbrücke und der Oberbaumbrücke.
Reste der Berliner Mauer, die nach der Öffnung von vorwiegend ostdeutschen Künstlern auf der Ost-Seite bemalt wurden.
Foto: Bundesarchiv via Wikipedia

Die Versteigerung von Mauerstücken begann schon sehr früh nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze. 3 Originalsegmente der Berliner Mauer kamen bereits im April 1990 unter den Hammer. Seitdem gab es immer wieder Segmente oder Bruchstücke auf dem Auktionsmarkt zu ersteigern.

Die Preise für Mauerteile variieren abhängig von ihrer Größe. Der Zuschlag für ein kleineres Bruchstück erfolgte in der Regel im dreistelligen Bereich. Die Startpreise für einzelne Segmente der 3,60 m hohen Mauer begannen ab 1000 Euro aufwärts und weckten nicht nur das Interesse von Bietern aus Deutschland sondern weltweit, vor allem in den USA.

Bruchstück der Berliner Mauer, das 2015 für 360 Euro im Auktionshaus Historia versteigert wurde. Bruchstück der Berliner Mauer, das 2015 für 360 Euro im Auktionshaus Historia versteigert wurde.

Positiv auf den Preis kann sich eine künstlerische Gestaltung der Segmente auswirken. So ging im September 2008 ein eigens mit Graffiti verziertes Segment für 4000 Euro an den Start. Der Zuschlag erfolgte schließlich bei 7800 Euro. Das Geheimnis scheint eine eher bunte und fröhliche Motivwahl zu sein. Denn bei einer anderen Auktion im Jahr 2014 kamen sechs zueinander gehörende Segmente der Mauer zum Aufruf, die der Künstler Fred Hahn mit einem düsteren Schwarz-Weiß-Motiv gestaltet hatte, das an die Gräuel in den Konzentrationslagern der NS-Zeit erinnern sollte. Der Startpreis für dieses 7,20 m breite Stück Berliner Mauer lag bei 20.000 Euro, erwartet wurden mindestens 40.000 Euro, doch die Gebote blieben aus.

Das von Fred Hahn gestaltete Stück Berliner Mauer, das 2014 keinen Käufer fand. Foto: Auctionata via ln-online.de Das von Fred Hahn gestaltete Stück Berliner Mauer, das 2014 keinen Käufer fand.
Foto: Auctionata via ln-online.de

Der absolute Höchstpreis für ein Stück Berliner Mauer wurde jedoch im September letzten Jahres bei Christie's in New York gezahlt. Das bunte Bruchstück von etwa 9 Kilogramm hatte nämlich eine ganz besondere Provenienz. Es stammte aus der Sammlung des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan (1911-2004) und dessen Frau Nancy (1921-2016). Reagan, der von 1981-89 Präsident der Vereinigten Staaten gewesen war, hatte des Stück eigenhändig signiert. Die Erwartungen für das Stück lagen bei etwa 20.000 USD. Am Ende waren es 277.500 USD, die größtenteils der Reagan-Stiftung zugute kamen.

Das von Ronald Reagan signierte Mauerstück. Foto: Christie's via ruhrnachrichten.de Das von Ronald Reagan signierte Mauerstück.
Foto: Christie's via ruhrnachrichten.de

Entdecken Sie aktuelle Lose zum Thema "Berliner Mauer" hier bei Barnebys.

 

Kommentar