Miniaturkamera in einem Etui | Foto: ©Aston's Miniaturkamera in einem Etui | Foto: ©Aston's

Die ungewöhnliche Auktion, die im Juli in Dudley (England) stattfand, präsentierte eine fantastische Bandbreite an Spionageobjekten, die in einem James Bond-Film würdig wären. Zum Aufruf kamen rund 30 Fotoapparate und Kameras aus der ehemaligen Sowjetunion, die ein Sammler über mehrere Jahrzehnte zusammengetragen hatte.

Fotoapparat in einem Regenschirm | Foto: ©Aston's Fotoapparat in einem Regenschirm | Foto: ©Aston's

Laut der Angaben des Auktionshauses hat der Besitzer der Sammlung die Stücke über einen Zeitraum von 30 bis 40 Jahren zusammengetragen - ein schwieriges Unterfanges in jenen Jahren, in denen das Internet nicht in dem Umfang zur Verfügung stand wie heute. Man benötigte entsprechende Kontakte und war gezwungen, die Objekte der Begierde vor Ort zu kaufen - was in Russland nicht immer leicht war.

Aktentasche mit integrierter Kamera | Foto: ©Aston's Aktentasche mit integrierter Kamera | Foto: ©Aston's

Aston's gibt des weiteren an, dass einige der Objekte tatsächlich vom KGB benutzt wurden und bei Spionageaufträgen zum Einsatz kamen. Die Spionagekameras, die in der Auktion zum Aufruf kamen, verstecken sich u.a. in einem Regenschirm, einer Aktentasche und im Knopf eines Jackets.

Jacket mit Kameralinse im Knopf | Foto: ©Aston's Jacket mit Kameralinse im Knopf | Foto: ©Aston's

Zum Highlight der Auktion wurde jedoch eine Kamera, die in einer Zigarettenschachtel untergebracht worden war. Der Enthusiasmus der Bieter war bei diesem Stück so überwältigend, dass die Erwartungen des Auktionshauses übertroffen wurden und es mit einem Endpreis von 29.000 GBP seinen bisherigen Auktionsrekord für sich verzeichnen konnte.

Das Highlight der Auktion: Zigarettenschachtel mit Spionkamera | Foto: ©Aston's Das Highlight der Auktion: Zigarettenschachtel mit Spionkamera | Foto: ©Aston's

Der Kameraexperte des Auktioshauses, Tim Goldsmith, gibt zu, von dem Preis für die Kamera in der Zigarettenschachtel überrascht worden zu sein. Seine Recherchen hatten ergeben, dass das Objekt tatsächlich vom KGB nach Großbritannien gebracht worden war. Ob es dann aber auch von einem Spion verwendet wurde, sei hingegen ungewiss. So war der Schätzpreis für die Kamera auf rund 100 GBP festgesetzt worden. Die interessierten bieten sahen in dem Stück jedoch etwas Besonderes und ließen den Preis schnell ansteigen, der inklusive Käuferprämie bei 34.000 GBP liegt. Das Rennen machte eine kürzlich eröffnetes amerikanisches Museum, wo die Spionkamera demnächst ausgestellt wird.

Einem amerikanischen Museum war das Objekt 29.000 GBP wert | Foto: ©Aston's Einem amerikanischen Museum war das Objekt 29.000 GBP wert | Foto: ©Aston's

Goldsmiths persönliches Lieblingsstück der Auktion sei jedoch ein anderes gewesen: Eine Kamera, die in einer Kameratasche versteckt wurde! Ein Konzept, das die einen für sträflich fantasielos halten, andere hingegen für brillant. Die Linse der Spionkamera schaut unauffällig aus der Seite der Kameratasche und erlaubt damit Aufnahmen in einem 90°-Winkel, ohne das der Träger der Tasche sich dem Objekt zuwenden muss. Der Auslöser für die Kamera befindet sich am Boden der Tasche.

Optische Täuschung: Kameratasche mit verstecktem Fotoapparat | Foto: ©Aston's Optische Täuschung: Kameratasche mit verstecktem Fotoapparat | Foto: ©Aston's

Dass Objekte wie Spionkameras begehrte Sammlerstücke darstellen, ist nicht verwunderlich. Sie sind Zeugnisse von Einfallsreichtum und Fortschritt in der Technik und belegen, dass die Realität meist spannender ist als jeder Agentenfilm.

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