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Überall dort, wo sich Mythen und Legenden tummeln, entspricht nicht alles der Wahrheit. Auch das Woodstock-Festival, das vom 15. bis 17. August 1969 stattfand, bildet da keine Ausnahme.

Name & Veranstaltungsort

Den Anfang macht der Veranstaltungsort selbst. Denn Woodstock fand gar nicht in Woodstock statt, sondern auf einem weitläufigen Gelände bei Bethel, etwa 70 Kilometer von Woodstock entfernt. Ursprünglich geplant war ein Veranstaltungsort, der wesentlich näher an der Kleinstadt Woodstock gelegen ist, letztendlich erhielten die Festivalveranstalter jedoch keine Genehmigung und mussten auf Bethel ausweichen. Den Namen Woodstock behielten sie jedoch, da der Ort als Wohnstätte von Musikikone Bob Dylan, der jedoch nicht bei dem Festival auftrat, einiges an Zugkraft besaß.

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Der Sommer der Liebe

Oft hört man, dass Woodstock im Summer of Love stattgefunden habe und sozusagen dessen Höhepunkt war. Tatsächlich war jedoch nicht der Sommer 1969 der "Sommer der Liebe", sondern jener im Jahr 1967, als sich die Hippiebewegung, ausgehend von San Francisco, auf ihrem Höhepunkt befand. Im Juni 1967 fand auch ein anderes Musikfestival statt, bei dem viele Künstler auftraten, die zwei Jahre später in Woodstock auf der Bühne stehen sollten: das Monterey Pop Festival in Kalifornien.

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Hippie-Kommerz

Auch wenn es heute anders wahrgenommen wird, hatte das Woodstock-Festival nicht mehr viel mit der Hippiebewegung zu tun. Es war im Vorfeld als kommerzielles Event geplant worden, das die Hippiebewegung, die bereits im Oktober 1967 symbolisch zu Grabe getragen worden war, kommerzialisieren sollte. Ein finanzieller Erfolg war das Festival für seine Veranstalter dann aber doch nicht.

Organisationsprobleme

Der finanzielle Misserfolg wurzelte vor allem in der schlechten Organisation des Festivals. Tickets dafür, 1 Tages- oder 3 Tages-Tickets, konnten bereits im Vorverkauf erworben werden, was von 186.000 Musikfans angenommen wurde. Vor Ort in Bethel hatten sich die Veranstalter jedoch nicht so gut vorbereitet. Das Gelände war schlecht abgesperrt, sodass sich bereits zwei Tage vor dem 15. August mehr als 100.000 Menschen, ob mit oder ohne Ticket, dort aufhielten. Da die Verkaufslage ohnehin aussichtslos war, wurde schließlich der freie Eintritt bekannt gegeben.

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Insgesamt schauten sich 400.000 Menschen Sänger und Bands wie Joan Baez, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Joe Cocker, The Who oder Jefferson Airplane an. Die Versorgung für die Besucher ging größtenteils auf Kosten der Veranstalter. Durch den enormen Zustrom an Zuhörern waren die Zufahrtsstraßen so verstopft, dass die Musiker mit Hubschraubern eingeflogen werden mussten. Der immer wieder einsetzende Regen, der das Gelände in eine Schlammlandschaft verwandelte, tat sein Übriges.

Ein heute noch existierendes, völlig unbenutztes Woodstock-Ticket ist also der damaligen schlechten Organisation zu verdanken, als viele Tickets an der "Abendkasse" nicht mehr verkauft wurden oder im Vorverkauf erworbene Tickets nicht mehr vorgezeigt werden mussten.

Nichts desto trotz wird das Woodstock-Festival immer eine Legende bleiben, dessen Erinnerungsstücke bei Sammlern auf große Resonanz stoßen werden. Das am 24. Februar bei Catawiki versteigerte unbenutzte Tagesticket für den zweiten Veranstaltungstag wurde von den Experten des Onlineauktionshauses auf 250-350 Euro geschätzt. Letztendlich verkauft wurde es jedoch für 418 Euro.

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