Die RMS Titanic | Foto: ©Topical Press Agency/Getty Images Die RMS Titanic | Foto: ©Topical Press Agency/Getty Images

Auch mehr als 100 Jahren nach dem katastrophalen Schiffsunglück lebt der Mythos Titanic weiter und fasziniert die Menschen diesseits und jenseits des Atlantiks. 1985 war das Wrack des 73 Jahre zuvor gesunkenen Ozeanriesen in 3,92 km Tiefe am Grund des Atlantiks entdeckt worden. RMS Titanic Inc., eine Tochtergesellschaft von Premier Exhibitions, konnte sich die Bergungsrechte sichern und führte zwischen 1987 und 2004 mehrere Tauchgänge zum Wrack durch, bei denen mehr als 5500 Objekte an die Oberfläche geholt wurden.

Er ging mit seinem Schiff unter: Kapitän Edward John Smith | Foto via Exponaut Er ging mit seinem Schiff unter: Kapitän Edward John Smith | Foto via Exponaut

Die Objekte wurden zunächst in einer Wanderausstellung ihrem faszinierten Publikum präsentiert. Seit 1999 sind sie in der größten Titanic-Dauerausstellung in Florida zu sehen. Dennoch musste Premier Exhibitions seinen Bankrott bekannt geben. Zur Tilgung der Schulden, soll die Sammlung der Titanic-Artefakte nun versteigert werden.

Unter den Objekten befinden sich ein bronzener Amor von der großen Treppe der Ersten Klasse, Stücke des Titanic-Speiseservices aus Porzellan oder auch ein Teil vom Rumpf des Wracks.

Der Bug der Titanic | Foto: hoto ©Ralph White Der Bug der Titanic | Foto: hoto ©Ralph White

Bereits mehrere potenzielle Käufer haben ihr Interesse an den Artefakten bekundet. Das zu erwartende Bietergefecht könnte zwischen amerikanischen Firmen, chinesischen Investoren, britischen Museen und vielleicht sogar James Cameron, dem Regisseur des Films Titanic von 1997, ausgetragen werden.

Die Objekte sollen nicht einzeln, sondern als Komplettpaket versteigert werden, womit die Auflösung der größten Titanic-Sammlung verhindert werden soll. Ein erstes Gebot soll bereits abgeben worden sein: 19,5 Millionen USD (ca. 16,6 Millionen Euro). Das nächste Gebot muss mindestens um 2 Millionen USD (ca. 1,7 Millionen Euro) höher liegen.

Tausende Objekte werden versteigert, um die Schulden von Premier Exhibitions zu tilgen | Foto: ©David Paul Morris/Getty Images Tausende Objekte werden versteigert, um die Schulden von Premier Exhibitions zu tilgen | Foto: ©David Paul Morris/Getty Images

"Es ist traurig zu sehen, wie an diesem großen Schiff der Träume und an den Stücken, die es ausmachen, herumgezerrt wird, wie an einem Waisenkind", sagt David Gallo, ein Ozeanograph, der 2010 an Tauchgängen zum Wrack beteiligt gewesen war.

Das einzige Los der Auktion umfasst nicht nur die rund 5500 bisher von RMS Titanic Inc. geborgenen Artefakte, sondern auch das Bergungsrecht, das Premier Exhibitions aktuell sein Eigen nennt. Dem Käufer wäre es dadurch möglich, selbst Tauchgänge zum Wrack durchzuführen und noch mehr Objekte zu bergen.

Foto: ©Michel Boutefeu/Getty Images Foto: ©Michel Boutefeu/Getty Images

Einige britische Museen würden die Artefakte gerne "nach Hause" holen - die Titanic war ab 1909 im nordirischen Belfast gebaut worden. Diese Bestrebungen werden nicht nur vom Regisseur des Drei-Stunden-Epos Titanic, James Cameron, unterstützt, sondern auch vom Unterwasserarchäologen Robert Ballard, der das Wrack 1985 gemeinsam mit dem Ingenieur Jean-Louis Michel entdeckt hatte.

Foto via Exponaut Foto via Exponaut

Wenn er Verkauf der Sammlung bestätigt ist, wird es nicht das erste Mal sein, dass die Titanic auf dem Auktionsmarkt für Aufsehen sorgt. Immer wieder werden für Stücke, die aus dem in der Nacht zum 25. April 1912 gesunkenen Schiff geborgen werden konnten, horrende Summen bezahlt: 1,7 USD (ca. 1,4 Millionen Euro) für eine Geige, die zum legendären Streichquartett gehörte, das bis zum Untergang weiterspielte, 166.000 USD (ca. 141.000 Euro) für einen kurz vor dem Unglück verfassten Brief oder 145.000 USD (ca. 123.000 Euro) für den Schlüssel zum "Krähennest".

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