Knapp 1.600 Lose mit militärhistorisch interessanten Objekten werden am 16. Februar im Auktionshaus Landshuter Rüstkammer versteigert. Zum Aufruf kommen Schuss- und Blankwaffen, Schutzwaffen und Rüstungen, Orden und jagdliche Waffen sowie Ausrüstungszubehör, Antiquitäten und Literatur. Das Angebot mit Stücken von internationaler Herkunft erstreckt sich dabei über einen Zeitraum, der von der Antike bis zum 20. Jahrhundert reicht.

Entdecken Sie im Folgenden einige Highlights der Auktion.

In der Kategorie "Schutzwaffen & Rüstungen" kommen 37 Lose mit jenen Objekten zum Aufruf, die allgemein auch als passive Waffe bezeichnet werden. Neben Teilen von Rüstungen, darunter zwei Halbharnische aus dem späten 16. Jahrhundert, wird auch die Rüstung eines Offiziers angeboten.

Die Rüstung mit geschlossenem Helm wurde um 1620 - also zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges - in Nürnberg hergestellt, wie die eingeschlagene Beschaumarke verrät. Ihr geschwärztes Material wird durch sich deutlich abhebende Messingziernieten ergänzt.

Um einen ebenfalls geschlossenen Helm handelt es sich um ein Exemplar mit Floralätzung, das um 1550 auf deutschem Gebiet angefertigt wurde. Neben dem fein und üppig ausgeführten Rankenmuster verfügt die einteilig geschmiedete, blanke Glocke über einen geschnürlten Kamm sowie einen geschnürlten Nacken- und Halswulst und ein spitzes Visier. Stammt der Helm an sich auch aus dem 16. Jahrhundert wurde die Floralätzung erst rund 350 Jahre später ergänzt.

Ein weiterer Him, der einst den Kopf eines römischen Legionärs schützte, kommt in der Kategorie "Archäologische Objekte" zum Aufruf. Der bronzene Helm vom Typ Montefortino - benannt nach einem seiner Fundorte in Italien - war von ca. 250 v. Chr. bis 50 n Chr. als Legionärshelm in Gebrauch - länger als jeder andere Helm der römischen Armee.

In der Kategorie "Deutsche Militaria 1750 - 1918" kommt das letzte Modell der einer Offiziersmütze des preußischen Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 zum Aufruf, das um 1910 herausgegeben worden war. Gegründet wurde das Regiment 1814 mit dem russischen Zaren Alexander I. als (Pro forma-) Chef. Der Zar war in den Befreiungskriegen gegen Napoleon der engste Verbündete des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. gewesen.

Zu den Prunkstücken der Kategorie "Orden und Ehrenzeichen deutsch bis 1932" gehört ein Hausorden vom Weißen Falken aus Gold und Emaille des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Bei dem vorliegende Exemplar handelt es sich um die militärische Version des Kommandeurkreuzes, die zwischen 1815 und 1870 verliehen wurde. Gestiftet worden war der Orden jedoch bereits 1732.

Kommen wir nun zu den aktiven Waffen, die in mehrere Kategorien aufgeteilt sind. Unter "Antike Schusswaffen Zivil" ist eine äußerst prachtvoll mit Tieren, Fabelwesen und Ranken aus Bein, Perlmutt und Horn verzierte Radschlossbüchse (Tschinke) von ca. 1620 zu finden. Ein sehr ähnliches, ebenfalls in Teschen hergestelltes Modell wird im Kunsthistorischen Museum in Wien ausgestellt.

In derselben Kategorie darf zudem auf ein Radschloss-Gewehr mit Achtkantlauf aus dem frühen 17. Jahrhundert mitgeboten werden. seine üppigen Beineinlagen im Hochrelief zeigen verschiedene Jagdszenen.

Zum Schutz des sächsischen Kurfürsten Christian I. wurde seine Leibgarde mit Radschloss-Karabinern ausgestattet, von denen ein datiertes Exemplar von 1588 in der Kategorie "Antike Schusswaffen Militär" zum Aufruf kommt. Das seltene Stück trägt nicht nur die Marken zweier Dresdner Büchsenmachermeister, sondern auch das sächsische Wappen als Arsenal- oder Beschaumarke.

Ähnlich aufwändig verziert ist eine Armbrust der Kategorie "Jagdliche Waffen und Zubehör", die mit 38 Losen Teil des Kataloges ist. Die deutsche Armbrust wurde im 16. Jahrhundert aus einem geschwärzten Stahlbogen, einer Hanfsehne, einer eleganten Holzsäule sowie polierten Beinschienen angefertigt wurde. Ihr aufwändiges Reliefdekor zeigt Ranken und jagdliche Szenen.

Eine absolute Seltenheit birgt die Kategorie "Gerichts- und Folterinstrumente", nämlich ein datiertes Richtschwert. Es stammt aus dem niederösterreichischen Maria Taferl und weist die Jahreszahl 1694 auf. Die zweischneidige Klinge trägt außerdem Darstellungen einer Pieta sowie der Heiligen Franz von Assisi und Antonius von Padua. Maria Taferl ist ein Wallfahrtsort, in dem im 17. Jahrhundert mit dem Bau einer Wallfahrtskirche begonnen wurde.

Die Versteigerung findet am 16. Februar um 11:30 Uhr im Auktionshaus Landshuter Rüstkammer in der Fischergasse 660 in Landshut statt. Vorbesichtigungen sind am 11., 13. und 15. Februar jeweils von 14-18 Uhr möglich sowie am Auktionstag ab 9 Uhr.

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