Anna Bodin Anna Bodin

2008 zog Anna Bodin in eine Wohnung von 238 qm in einem baufälligen Haus der Jahrhundertwende. Im ersten Stock waren Mietwohnungen zu einer einzigen Wohneinheit zusammengelegt worden, was noch fehlte war eine grundlegende Renovierung.

„Es war wichtig für mich, die Wohnung mit großer Sorgfalt zu renovieren, damit seine Seele erhalten blieb. Anstatt die Wand zwischen Wohnzimmer und Küche abzureißen, wie es heutzutage viele tun, versuchte ich, den offenen Raum außerhalb der Küche beizubehalten, da die Schränke und Schubladen Originale aus der Entstehungszeit des Hauses sind. Auch sah ich die Vorteile, die einzelnen Räume so wie sie sind beizubehalten. Ich habe nämlich Teenager daheim; und wenn die die Küche in Beschlag nehmen wollen, habe ich noch immer das Wohnzimmer für mich.“

Anna restaurierte alle Türen, indem sie reinen weißen Glanzlack verwendete als Reminiszenz an die Ölfarbe, die ursprünglich für diese Holzarbeiten verwendet worden war. Anstatt neue Fenster einzubauen, wandte sich Anna an die Denkmalpflege des Stockholmer Stadtteils Nacka, wo sie mundgeblasene Fenster entdeckte, die perfekt in ihre Wohnung passten.

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Gold, Beige, Schwarz und Messing ziehen sich wie ein roter Faden durch die Wohnung und werden durch grüne Ornamente, die zum Kamin passen, ergänzt. „Ich besitze viel Kunst und Antiquitäten. Daher habe ich mich beim Innendesign für neutrale Farben entschieden, um diese Stücke bestmöglich in Szene zu setzen.“

Neutrale Farben durchziehen die gesamte Wohnung - außer Annas Arbeitszimmer, wo eine orange Tapete eine Reminiszenz an die Erkennungsfarbe des Luxuslabels Hermès darstellt.

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Das Arbeitszimmer ist eine Mischung aus orangen Wänden, floralen Rollos, marokkanischen Teppichen, goldenen Spiegeln und einem gemusterten Schreibtisch. Doch trotz all dieser Farben und Muster wirkt der Raum ruhig und harmonisch. „Machen Sie sich keine Sorgen, wenn es um Farbe geht. Man muss es einfach nur wagen“, sagt Anna und fährt fort:

„Ein guter Tipp ist in jedem Fall ein Moodboard, anhand dessen man sehen kann, wie sich die verschiedenen Farben ergänzen. Sobald ich diese Tapete gesehen hatte, war mir klar, dass ich sie haben musste. Die Rollos sind von Svensk Tenn und verfügen über eine orange-braune Farbpalette, die sowohl zur Tapete als auch zur Einrichtung des Arbeitszimmers passt. Es war eine lange Reise, in deren verlauf die Möbel mehrmals ausgetauscht wurden.“

Der Schreibtisch ist aus den 1970er Jahren und wurde mit einer alten Tapete beklebt, auf der Szenen aus Schweden dargestellt sind. „Wenn man sich günstigere Möbel vom Flohmarkt oder bei  Onlineauktion kauft, bedeutet das, dass man mit ihnen experimentieren kann, sie beispielsweise neu anmalen oder bekleben kann. Also etwas, das man niemals mit einem teureren Stück tun würde. Es ist außerdem eine gute Methode um den Charakter eines Stückes einzufangen.“

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Das Arbeitszimmer, der Eingangsbereich und die Flure sind mit Teppichen von Walles & Walles ausgelegt. „Teppiche durchdringen das gesamte Innere einer Wohnung. Ich mag es, wenn sich ein großer Teppich entfaltet und einen ganzen Raum umfasst. Dieses sehr internationale, luxuriöse und kuschelige Gefühl mag ich sehr.“

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Das hell eingerichtete Schlafzimmer schmückt ein schöner französisch inspirierter Kleiderschrank mit Spiegelglas. Im Einklang mit den originalen Fenstern, unterteile Anna die Glasflächen mit einem Gitterwerk, sodass ein harmonisches Bild in dem Raum entstand.

Im Schlafzimmer befindet sich auch Annas Lieblingsobjekt: Eine Tischuhr aus Roségold und Marmor. Das Art Deco-Objekt wurde in den 1920er Jahren angefertigt und stammt somit in etwa aus der selben Zeit wie das Gebäude.

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Die Kücheneinrichtung stammt von der dänischen Designfirma Kvik, der Boden des Raumes wurde mit der Eichenauslegeware Chateau von Kährs bedeckt. Die langen, breiten Dielen wirken so, als hätten sie schon immer zur Wohnung gehört. Um den Esstisch gruppieren sich ungewöhnliche Stühle, die von Flohmärkten stammen sowie vier Empire-Stühle, die Annas Mutter in den 1970er Jahren bei einer Auktion erstanden und anschließend selbst wieder hergerichtet hatte.

„Flohmarktfunde zu restaurieren und mit antiken Möbeln zu mischen muss nicht teuer sein. Im Gegenteil, ich glaube, dass man viele Dinge bei Auktionen, auf Flohmärkten und in  Secondhand-Läden finden kann, mit denen man dann machen kann, was man möchte; beispielsweise mit verschiedenen Stilen experimentieren. Ich mische Auktionskäufe mit Erbstücken und anderen Dingen, die ich bereits habe. Das Hinzufügen von günstigen Stücken, lässt eine Einrichtung viel lebendiger wirken.“

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„Meine Wohnung erzählt eine Geschichte. Beinahe nichts ist neu, die Einrichtung besteht aus Dingen, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe. Ich liebe es, ein Teil so lange in der Wohnung herumzudrücken, bis es an der richtigen Stelle steht. Sie kennen sicherlich die Satz „less is more“? Nun, für mich hieß es schon immer „more is more“. Das wichtigste in einem Zuhause ist, dass es einladend wirkt, egal welchen Stil man hat. Es sollte nicht wie ein Ausstellungsraum wirken.“

Fotos: Anne Nyblaeus

Stylist: Stephanie Bjelke Tribe

 

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