In der Halle treffen wir auf einen Kalksteinboden mit Schachbrettmuster, eine farbenfrohe Wandmalerei und moderne Kunst. Geradeaus sehen wir Cecilia Edefalks "Selfportrait" von 1993. In der Halle treffen wir auf einen Kalksteinboden mit Schachbrettmuster, eine farbenfrohe Wandmalerei und moderne Kunst. Geradeaus sehen wir Cecilia Edefalks "Selfportrait" von 1993

In der Wohnung des vor sieben Jahren verstorbenen Jan Eric Löwenadler wusste man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soltel. Das Interieur des gesamten Penthouses bestach mit seinen Wandmalereien, der Designsprache, der Farbwahl und natürlich mit den Kunstwerken, die einem überall begegneten.

Jan Eric Löwenadler (1936-2010) war Kunsthändler und -sammler. In den späten 1950er Jahren gründete er die Europäische Ferienschule, die heutige EF Education. Gemeinsam mit Göran Engström führte Löwenadler die Galerie Löwenadler am Karlaplan in Stockholm und ging später als Kunsthändler nach Paris und New York, wo er Robert Rauschenberg, Andy Warhol, Jean Michel Basquiat, Roy Lichtenstein, Jasper Johns und Keith Haring vertrat und eine wichtige Rolle bei der Einführung dieser Künstler in Schweden spielte.

Die moderne Kunst der Halle steht im Kontrast zu den gustavianischen Stühlen und antiken Gegenständen, die sich im Speisesaal befinden. Die moderne Kunst der Halle steht im Kontrast zu den gustavianischen Stühlen und antiken Gegenständen, die sich im Speisesaal befinden

Löwenadler bekannte sich schon früh öffentlich zu seiner Homosexualität. Er und sein Lebensgefährte Alejandro Madero Wage gehörten zu den ersten schwulen Paaren in Schweden, die das Recht auf eine eingetragene Lebenspartnerschaft wahrnahmen.

1986 kehrte Jan Eric Löwenadler Paris und New York den Rücken und machte sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause in Stockholm. Dieses fand er in einer Obergeschosswohnung aus den 1920er Jahren, die er vom Architekten Per Öberg in ein Penthouse umwandeln ließ. Geschaffen wurde eine Kunstoase, deren Innendesign und architektonischer Stil mit den feinsten Adressen in Paris und New York mithalten konnte.

Zwischen zeitgenössischen Kunstwerken gewährt eine Wandöffnung einen Blick in das grüne Esszimmer. Zwischen zeitgenössischen Kunstwerken gewährt eine Wandöffnung einen Blick in das grüne Esszimmer

Insgesamt gab es 437 m² Wohnfläche mit 93 m² Balkonen und Terrasse, die es zu gestalten galt. Nach dem Ausbau des Dachgeschosses wurden auf den beiden Ebenen zunächst zwei separate Wohnungen geschaffen, die jedoch in den frühen 1990er Jahren zu einem geräumigen Penthouse zusammengelegt wurden.

Die Kalksteintreppe ist noch das Original von 1920. Ein modernes Element ist die Fahrstuhltür im Hintergrund. Die Kalksteintreppe ist noch das Original von 1920. Ein modernes Element ist die Fahrstuhltür im Hintergrund

Ein wichtiges Anliegen Löwenadlers und seines Architekten war es, den ursprünglichen Stil der 1920er Jahre in der Wohnung zu erhalten. Auch Teile der originalen Einrichtung und Materialien, darunter die Kalksteintreppe, wurden integriert.

Über dem Sofa mit Blumenmuster hängt Zhangs Huans "1/2 (Meat + Text)" von 1998. Über dem Sofa mit Blumenmuster hängt Zhangs Huans "1/2 (Meat + Text)" von 1998

Der Salon, das Esszimmer und die Bibliothek auf der unteren Etage erstrahlten in einem satten Grün unter himmelblauen Decken. Für die Ausstattung wählte Löwenadler Möbel, Dekoration und Details mit floralem Motiv, um so den Eindruck zu erwecken, dass man sich in einem Garten aufhält.

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Der Salon wurde mit dekorativen Elementen der unterschiedlichsten Epochen und Regionen ausgestattet. Im Hintergrund erkennt man die offene Gestaltung der Räume mit dem Blick in die Bibliothek.

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Louis XV-Schreibtisch und -stuhl stammten aus der Hauptepoche des französischen Rokoko. An der Wand hing zeitgenössische Kunst.

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Das Esszimmer wurde in den gleichen Farben gestaltet wie der Salon. Hier sorgten zwei Esstische für eine intime Atmosphäre bei Dinner-Einladungen. Die Tische aus schwarzem Stahl und Glas folgten der Ästhetik des Gartenthemas und passten zu den Glastüren in des Wintergartens, der sich an das Esszimmer anschließt. Um die Tische herum gruppierten sich graue Stühle des schwedischen Spät-Rokoko mit durchbrochen gearbeiteten Rückenlehnen.

Ein Kristalllüster und Leuchter im Empirestil erhellen den Weg in den Wintergarten, dem an der Decke rankende Pflanzen das Aussehen einer kleinen Oase verleihen. Ein Kristalllüster und Leuchter im Empirestil erhellen den Weg in den Wintergarten, dem an der Decke rankende Pflanzen das Aussehen einer kleinen Oase verleihen

Im Zuge der Renovierung verschwanden Türen und Türrahmen. Die vom Esszimmer ins Treppenhaus führenden offenen Durchgänge wurden stattdessen von ionischen Säulen flankiert. Um der dadurch entstandenen kühlen Atmosphäre im Esszimmer entgegenzuwirken, nahm ein zentral platzierter Teppich weite Teile des Fußbodens ein.

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Es gibt keine Wand in der Wohnung, die nicht mit Kunst geschmückt ist. Es gibt keine Wand in der Wohnung, die nicht mit Kunst geschmückt ist

Blick aus der Bibliothek ins Wohnzimmer. In den Regalen befinden sich nicht nur Bücher, sondern auch Kunstobjekte aus aller Welt Blick aus der Bibliothek ins Wohnzimmer. In den Regalen befinden sich nicht nur Bücher, sondern auch Kunstobjekte aus aller Welt

Die Regale in der Bibliothek wurden vom Architekten Per Öberg entworfen Die Regale in der Bibliothek wurden vom Architekten Per Öberg entworfen

Auch die Bibliothek wurde durch Stoffe des bekannten schwedischen Designunternehmens Svenskt Tenn in einen Garten verwandelt. Blumen, Tiere und Blätter schufen eine kleine Oase zwischen den mit Bücherregalen verkleideten Wänden.

Der Arbeitsplatz im unteren Schlafzimmer. Über dem englischen Mahagoni-Sekretär hängt ein Portrait eines lesenden Mannes, den Fußboden ziert ein chinesischer Teppich Der Arbeitsplatz im unteren Schlafzimmer. Über dem englischen Mahagoni-Sekretär hängt ein Portrait eines lesenden Mannes, den Fußboden ziert ein chinesischer Teppich

Im Schlafzimmer auf der unteren Etage mussten die grünen Wände einem gedeckten blauvioletten Farbton weichen, der eine ruhige, dämmrige Atmosphäre verbreitete. Ergänzt wurde das klassische Interieur mit Landschaftsgemälden des 19. Jahrhunderts sowie Sesseln in zurückhaltendem Grau.

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Das Badezimmer wurde vollständig mit Carrara-Marmor verkleidet. Durch die Tür unter einer Spiegel-Supraporte erhascht man einen Blick auf das Tafelsilber in einem ehemaligen Bedienstetendurchgang.

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Ein cleanes Design in Grau mit Marmorarbeitsplatten wurde auch für die 1986 eingebaute Küche gewählt. Durch die Küche hindurch gelangt man zudem zu der Treppe, die zur Dachterrasse hinaufführt. Gleich nebenan befindet sich die Eingangstür zur Butlerwohnung.

Die Küchenschränke sind von Poggenpohl, die Arbeitsflächen bestehen aus Carrara-Marmor Die Küchenschränke sind von Poggenpohl, die Arbeitsflächen bestehen aus Carrara-Marmor

Antike Skulpturen an der Wand des Esszimmers Antike Skulpturen an der Wand des Esszimmers

Durch die von ionischen Säulen aus Massivholz flankierte Wandöffnung strahlt die bunte Wandfarbe der Halle bis ins Esszimmer Durch die von ionischen Säulen aus Massivholz flankierte Wandöffnung strahlt die bunte Wandfarbe der Halle bis ins Esszimmer

Die immer offenen Wandöffnungen ermöglichen immer neue Einblicke in die einzelnen Räume und auf deren Ausstattung. Je nachdem aus welcher Richtung man kommt, ändert sich der Eindruck, den man erhält.

Im oberen Wohnzimmer versprühen nicht nur die apricotfarbenen Wände Leichtigkeit, sondern auch die offen gestaltete Decke, deren Balken teilweise freigelegt wurden Im oberen Wohnzimmer versprühen nicht nur die apricotfarbenen Wände Leichtigkeit, sondern auch die offen gestaltete Decke, deren Balken teilweise freigelegt wurden

Eine leichtere Atmosphäre als im Salon der unteren Etage herrschte im Wohnzimmer des Obergeschosses mit seinen apricotfarbenen Wänden.

Auch in der oberen Etage dienen ionische Säulen als Dekorationselemente. Der Kamin wurde aus Porphyr gefertigt, die Sitzmöbel entsprechen dem Stil des frühen 19. Jahrhunderts Auch in der oberen Etage dienen ionische Säulen als Dekorationselemente. Der Kamin wurde aus Porphyr gefertigt

Die Leseecke zwischen Wohnzimmer und Frühstücksbereich ist mit Möbeln des frühen 19. Jahrhunderts bestückt Die Leseecke zwischen Wohnzimmer und Frühstücksbereich ist mit Möbeln des frühen 19. Jahrhunderts bestückt

Über der Treppe zum oberen Stockwerk thront eine Glaspyramide Über der Treppe zum oberen Stockwerk thront eine Glaspyramide

Durch die Glaspyramide im japanischen Stil gelangt Licht nicht nur in die obere Etage, sondern auch ins Treppenhaus.

Eingebautes Bücherregal mit ionischen Säulen Eingebautes Bücherregal mit ionischen Säulen

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Auch im oberen Esszimmer wurden klassische mit zeitgenössischen Elementen kombiniert. Der Boden vor der Terrassentür besteht aus Glas, sodass dadurch Licht in den darunter liegenden Raum gelangen kann.

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Die offen gestaltete obere Etage verfügt nur über eine kleine Durchgangsküche. Dahinter sieht man Einbauschränke, deren apricotfarbene Türen mit den Wänden verschmelzen.

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Die Unterschränke des Badezimmers haben Oberflächen aus dem seltenen blauen Granit aus Brasilien. Blau ist auch die Farbe des dahinter liegenden oberen Schlafzimmers.

Nach dem Tod von Jan Eric Löwenadler im Jahr 2010 wurde seine luxuriöse Wohnung in Stockholm verkauft. Der Preis lag bei 58 Millionen SEK (ca. 5,75 Millionen EUR).

Fotograf: Kent Billeqvist

Styling: Sigbrit Kvarning

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