Interview mit Dr. Kuno Fischer von Fischer Auktionen

Im Vorfeld der Auktionen vom 17. bis 19. Juni haben wir mit Herrn Dr. Kuno Fischer, Auktionator und Direktor von Fischer Kunst- und Antiquitätenauktionen in Luzern, über die Höhepunkte und seine persönlichen Favoriten der kommenden Auktion gesprochen. Neben Gemälden von Albert Anker, Alberto Giacometti, Fernand Léger und Pierre-Auguste Renoir wird auch eine große Anzahl bedeutender Armbanduhren und Schmuckstücke zur Auktion stehen.

Interview mit Dr. Kuno Fischer von Fischer Auktionen

Hier kommen Sie zur Liste sämtlicher Lose der kommenden Auktionen bei Fischer Auktionen.

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Herr Dr. Fischer, in der kommenden Auktion werden sehr interessante Werke von Albert Anker angeboten. Können Sie uns ein wenig mehr über die Werke erzählen?

Angeboten werden zwei sehr typische Aquarelle (Bauer, seine Pfeife stopfend, und Schulknabe mit Schiefertafel und Schulheft) sowie das schöne Gemälde "Bad in Crêt". Albert Anker (1831-1910) zählt heute zu den beliebtesten Schweizer Malern des 19. Jahrhunderts. Er verstand es, mit tiefem Einfühlungsvermögen und grösster Scharfsinnigkeit das Wesen seiner Modelle und deren Umgebung wiederzugeben. Die menschliche Gestalt stand häufig im Mittelpunkt seines Kunstschaffens.

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Neben den Kindern und Jugendlichen galt Ankers Interesse vor allem den Alten im Dorf, die nicht für Feldarbeit auswärts tätig waren. Als humanistischer Idealist schuf Albert Anker jedoch bewusst einen Gegenpol zu den drängenden zeitgenössischen Problemen. Das "Bad in Crêt" zeigt die Kinder beim Bad am Neuchâtelsersee in ihren verschiedenen Charakteren. Im Oeuvre Ankers nimmt es insofern eine besondere Stellung ein, als es eine sehr lebensfrohe, sommerliche Szene am Wasser zeigt.

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Wir sehen im Katalog auch zahlreiche exquisite Uhren und Schmuckstücke. Welche Objekte dieser Kategorien könnten besonders spannend für Sammler sein?

Sie sprechen vor allem die Armbanduhren der Marken Breguet, Blacpain, IWC, A. Lange & Söhne und natürlich Rolex an. Unser Haus hat eine lange Tradition in der Versteigerung von Schmuck und Armbanduhren und so werden uns immer wieder bedeutende Objekte in diesem Bereich anvertraut. Wir profitieren natürlich auch davon, dass die Schweiz die Uhrenbranche weltweit repräsentiert. Gerade die Armbanduhr Breguet "Classique" steht für gute Lesbarkeit, Präzision, auf das Sachliche reduzierte Ästhetik sowie die Uhrmacherkunst an sich. IWC ist mit einer "Da Vinci", einer "Portugieser Vintage Collection" und mit zwei "Portugieser Chronograph Rattrapante" (einer in Edelstahl und einer in 18K GG) vertreten.

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Haben Sie persönliche Favoriten in dieser Auktion?

Hier ist sicherlich zu erwähnen die "Cubist Composition I" von Alberto Giacometti, entstanden 1926/27, die 1991 gegossen wurde. Sie ist Teil einer kleinen Werkgruppe, die vom Kubismus inspiriert, zwischen 1925 und dem Beginn seiner surrealistischen Zeit Ende der 1920er Jahre entsteht und als Ausgangspunkt von Giacomettis bahnbrechendem bildhauerischen Oeuvre begriffen werden kann. Giacometti verwendete stilistische Elemente, die an Gesichtszüge und menschlichen Körperbau denken lassen, doch sind sie dem auf die Ganzheit der Skulpturen zielenden bildhauerischen Gestaltungswillen untergeordnet.

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Das zweite Werk, das ich erwähnen möchte ist von dem mit Alberto Giacometti befreundeten Fernand Léger. Unsere im Jahr seiner Rückkehr 1936 geschaffene "Paysage" stellt in der oberen Bildhälfte eine kleinere, geradezu intime architektonische Struktur dar, die auf drei Seiten von einem Gewässer umgeben zu sein scheint. Wellenförmige Linien reichen bis an die Häuserwände heran und tragen die Gischt des Meeres mit sich. Die weissen Häuserfassaden, die gelbliche Umgebung und das Blau des Meeres erwecken den Eindruck, als handle es sich um eine menschenleere südländische Landschaft.

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Anm. d. R. : Es gibt nocht ein weiteres Werk von Fernand Léger in der Auktion, "La lecture" aus dem Jahr 1948:

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Letztlich - etwas früher zeitlich angesiedelt - fällt die schöne Landschaft von Pierre-Auguste Renoir ins Auge. In Cagnes-sur-Mer, im milden Klima der französischen Mittelmeerküste nahe Nizza, fand Auguste Renoir sein Paradies. Einen grossen Garten hatte "La

Colette", sein Landhaus, in dem heute ein Museum an Leben und Werk des grossen Künstlers erinnert. Dort entstanden in seinen letzten Lebensjahren Landschaften von rauschhafter Farbigkeit; beredte Zeugnisse der zwingenden Notwendigkeit seines künstlerischen Schaffens. In seiner Malerei öffneten sich ihm neue Räume, wie wir an "Le chemin des Collettes à Cagnes" wunderbar und gleich in mehrfacher Hinsicht nachvollziehen können.

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Vielen Dank für das freundliche Interview!