Sie haben mehrere phantastische Objekte in der kommenden Auktion, die vom 28. April bis 12. Mai in fünf Teilen stattfindet. Was würden Sie selbst als die drei Höhepunkte der Auktion beschreiben?

Zu den Höhepunkten der kommenden Auktion wird sicher der Sonderkatalog zur Parabellum-Sammlung zählen. Deutsche Ordonnanzwaffen haben eine sehr große und internationale Sammlergemeinde, und das große Angebot an seltenen Stücken wird sicher zu reger Beteiligung führen.

Auch wenn der Markt für russische Antiquitäten und Militaria durch die politische Situation momentan beeinträchtigt ist, hoffe ich doch, dass unser sehr gutes Angebot an zarenzeitlichen Orden und die Auswahl an hochwertigen Blankwaffen die russischen Käufer aus der Reserve lockt.

Unsere Auswahl an chinesischen Waffen und Antiquitäten zählte in den letzten Jahren immer wieder zu den Höhepunkten unserer Auktionen. In der aktuellen Auktion bieten wir neben einem seltenen Dolch aus dem höfischen Umfeld auch eine große Auswahl von Jadearbeiten an. Hier kam es in den letzten Jahren immer wieder zu heißen Bietgefechten und sehr eindrucksvollen Ergebnissen.

Welche Objekte werden Ihrer Meinung nach bei Sammlern besonderes Aufsehen erregen?

Wir haben natürlich eine Vielzahl interessanter Stücke in unseren Katalogen, aber es gibt ein paar herausragende Objekte, die sicher bei Sammlern auf großes Interesse stoßen und daher besonders großes Potential in der Auktion haben.

Bei den Schusswaffen halte ich Los 434, ein Paar Luxus-Perkussionspistolen von Lebeda in Prag, für besonders interessant. Anton Vinzent Lebeda zählte in der Mitte des 19. Jhs. zu den ersten Büchsenmachern Europas und seine Waffen sind sehr begehrt. Das hier angebotene Pistolenpaar zählt sowohl an Qualität als auch an Erhaltung zu den besten Waffen aus seiner Werkstatt, die ich seit langen auf dem Markt gesehen habe.

Eines der Highlights bei den orientalischen Waffen ist Los 2547. Die dicht mit Korallen besetzte silbermontierte Qama (Kurzschwert) ist von herausragender Qualität und ist auch für anspruchsvolle internationale Sammler attraktiv.

Bereits jetzt lässt sich auch schon großes Interesse an dem Trabharnisch, Los 3135, erkennen. Der deutsche Dreiviertelharnisch um 1550-70 ist zwar ein eher einfaches Stück für den Feldgebrauch, seine elegante Form und der hochwertige Helm machen ihn aber zusammen mit dem relativ günstigen Startpreis für viele Sammler sehr begehrenswert.

Nicht nur von regionaler Bedeutung, sondern auch für den internationalen Spitzenmarkt geeignet ist der Bayerische Ehrensäbel, Los 4759. In der Zeit der Befreiungskriege als Auszeichnung für besondere Tapferkeit an einen hohen Offizier verliehen, ist der Luxussäbel im damals vorherrschenden französischen Stil extrem prunkvoll gearbeitet und dürfte daher international alle Sammler hochwertiger militärischer Blankwaffen ansprechen.

Historisch bedeutsam ist auch Los 4440, ein silberner Ehren-Lorbeerkranz, der für den Mexikanischen Präsidenten Portfirio Diaz (1830 – 1915) gefertigt wurde. Ein interessantes Objekt aus der bewegten Geschichte Mexikos im 19. Jahrhundert.

Ein weiterer Punkt, der für viele Sammler interessant ist, ist die Provenienz des Objekts. Wie verhält es sich mit der Provenienz des römischen Bronzehelms Typ Hagenau , dem geschlossenen Maximilianischen Helm für einen Riefelharnisch und dem bedeutenden prunkvollen Degen für russische Offiziere der Garde Infanterie?

Die Provenienzen einzelner Stücke auf dem Kunstmarkt sind leider nicht immer lückenlos nachvollziehbar. Häufig geht dieses Wissen beim Wechsel von einem Sammler an den nächsten im Laufe der Zeit verloren. Von dem römischen Bronzehelm wissen wir, dass er sich seit 50 Jahren in den Niederlanden in Privatbesitz befand und nun erstmalig auf den Markt gelangt.

Der Maximilianische Helm befand sich lange in einer US-Amerikanischen Sammlung, davor in der bekannten Deutschen Sammlung des Konsuls Hans Leiden, die 1934 in Köln versteigert wurde.

Zur Herkunft des Russischen Degens gibt es leider keine Aufzeichnungen, er stammt jetzt aus einer deutschen Sammlung internationaler Blankwaffen.

Sie haben soeben schon internationale Käufer angesprochen. In der Auktion finden wir auch Objekte mit Ursprung aus u.a. Peru, Japan, China und Russland. Locken diese Objekte vor allem ausländische Käufer oder welches Klientel haben Sie?

Sie sprechen hier natürlich eine Gruppe von sehr unterschiedlichen Märkten an. Wir arbeiten sehr international und verkaufen an Museen, Sammler und Händler aus aller Welt. Ca. 70% der versteigerten Objekte gehen an Käufer außerhalb Deutschlands.

Der Markt für russische Waffen, Militaria und Antiquitäten wird seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ganz deutlich von russischen Käufern dominiert. Das Preisniveau liegt deutlich über dem vergleichbarer Objekte aus anderen europäischen Ländern. Der Markt hat sich aber in den letzten Jahren bereits deutlich abgekühlt, die Spannungen und Sanktionen des Ukraine-Konflikts haben diese Entwicklung noch verstärkt.

Ähnlich verhält es sich bei chinesischen Objekten, auch hier stammt die Nachfrage hauptsächlich aus China oder von Exilchinesen in aller Welt. Japanische Käufer spielen hingegen bei Waffen aus Japan für unser Haus eine nachrangige Rolle. Bei ethnologischen Waffen und Objekten aus Afrika, Südamerika und Asien finden wir unsere Käufer vornehmlich in Europa und den USA. Orientalische Waffen aus der Türkei, Persien oder Indien erfreuen sich hingegen auch einer starken Nachfrage aus der Region ihrer Entstehung, wie in der Türkei und auf der arabischen Halbinsel.

Hier geht es zum gesamten Auktionskatalog auf Barnebys!

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