Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog es den über sechzigjährigen Pablo Picasso immer häufiger an die Französische Riviera, deren Klima ihn an seine spanische Heimat erinnerte. Er besuchte Henri Matisse in Nizza und auch den für seine Töpfereien bekannten Ort Vallauris nahe Antibes.

Pablo Picasso in seinem Atelier in Vallauris, 1948 | Foto via exploregram.com Pablo Picasso in seinem Atelier in Vallauris, 1948 | Foto via exploregram.com

1948 zog Picasso mit seiner Lebensgefährtin Françoise Gilot, die Mutter seiner Kinder Claude und Paloma, in die Villa La Galloise in Vallauris und begann in der dortigen Töpferei Madoura selbst Keramik zu entwerfen und herzustellen. Seine Bedeutung für die Neubelebung der Keramikproduktion in Vallauris war so groß, dass er bereits 1950 zum Ehrenbürger des Ortes ernannt wurde.

Picasso schuf hauptsächlich streng limitierte Geschirrteile, aber auch Kacheln und Plaketten. Als Inspirationsquelle für seine meist skizzenhaft erscheinenden Dekore dienten ihm hauptsächlich Mensch und Tier. Ganze Gesichter füllen die Schauseiten von Schalen und Tellern aus, so wie es bei dem Motiv Visage souriant ("lächelndes Gesicht") der Fall ist.

PABLO PICASSO (1881 Málaga - 1973 Mougins) Links: Fayence "Visage souriant (n° 197)", 1963 Rechts: Platte "Visage aux grands yeux", 1960 PABLO PICASSO (1881 Málaga - 1973 Mougins) Links: Fayence "Visage souriant (n° 197)", 1963 Rechts: Platte "Visage aux grands yeux", 1960

Wiederkehrende tierische Motive sind Vögel, vor allem Eulen, und Fische. Diese hat Picasso entweder auf seine Werke aufgemalt oder sie dienten für Gefäße in zoomorpher Form, wie das folgende Beispiel veranschaulicht.

Auch die Tauromaquia ("Stierkampf"), bei der Mensch und Tier im Kombination auftraten, wurde als Vorlage herangezogen. Picasso beschäftigte sich viele Jahre lang mit dieser Thematik, die 1956 ihren Höhepunkt in der 26 Aquatintaplatten umfassenden Reihe La Tauromaquia erreichen sollte.

PABLO PICASSO (1881 Málaga - 1973 Mougins) Links: Teller "Picador", 1952 Rechts: Schale "Oiseau au Vert", 1952 PABLO PICASSO (1881 Málaga - 1973 Mougins) Links: Teller "Picador", 1952 Rechts: Schale "Oiseau au Vert", 1952

PABLO PICASSO (1881 Málaga - 1973 Mougins) Links: Schale "Taureau" Rechts: Schale "Sauterelle sur une branche" PABLO PICASSO (1881 Málaga - 1973 Mougins) Links: Schale "Taureau" Rechts: Schale "Sauterelle sur une branche"

In Picassos Privatleben vollzog sich in den in Vallauris verbrachten Jahren eine Veränderung, als ihn Françoise Gilot nach zehn gemeinsam verbrachten Jahren verließ, um sich mit den beiden gemeinsamen Kindern in Paris niederzulassen. Lange blieb der große Künstler jedoch nicht allein. in der Manufaktur Madoura, in der er seine Keramikarbeiten anfertigte, lernte die dort als Verkäuferin arbeitende Jacqueline Roque kennen. Trotz des Altersunterschieds von 46 Jahren wurde sie Picassos Lebensgefährtin und 1961 seine zweite Ehefrau.

Pablo Picasso und Jacqueline Roque | Foto via mam-e.it Pablo Picasso und Jacqueline Roque | Foto via mam-e.it

Pablo und Jacqueline zogen 1955 aus Vallauris fort. Zunächst lebten sie in Cannes, später in einem Schloss bei Aix-en-Provence. 1961 wurde das Herrenhaus Mas Notre-Dame de Vie bei Mougins der Wohnort des Paares, wo Picasso 1973 starb.

Die vorgestellten Stücke aus Pablo Picassos Keramik-Oeuvre werden aktuell in einer Premiumauktion im Onlineauktionshaus Catawiki angeboten. Die Auktion endet am Sonntag, den 3. Juni um 20 Uhr. Wie Sie sich bei Catawiki kostenlos registrieren, um mitbieten zu können, erfahren Sie hier.

Einen Überblick über das gesamte aktuelle Angebot von Catawiki erhalten Sie hier bei Barnebys.

 

Kommentar