Bei Majolica handelt es sich um eine bunt bemalte, zinnglasierte Keramik, die ihre Glanzzeit in Italien vom 15. bis 17. Jahrhundert erlebte. Der Ursprung dieser Warenart liegt im maurischen Spanien des 13. Jahrhunderts. Die dort gefertigte Lüsterkeramik gelangte über Mallorca (daher der Name "Majolica") nach Italien. Dort wurde um 1400 mit einer eigenen Produktion begonnen.

1 Seltene Skulptur aus Faenza (?) des "Pio pellicano" (Barmherziger Pelikan), der sich die Brust zerreisst, um seine Jungen zu füttern. Dies symbolisiert die Eucharistie und die Nächstenliebe. H: 34 cm, Anfang 17. Jh.
Schätzpreis: 10.000-12.000 EUR

2 (2) Seltene Vase aus Caltagirone mit den Portraits des Marius und des Marcellus, polychrome Bemalung, H: 44 cm, Ende 16. - Anfang 17. Jh.
Schätzpreis: 4.500-6.000 EUR

3 Paar Krüge einer ligurischen Werkstatt, polychrom bemalt mit figürlichen Szenen, pharmazeutische Schriftzüge, H: 27,3 cm, 17. Jh.
Schätzpreis: 3.000-4.000 EUR

Wichtige Produktionsstätten der Majolica waren Faenza, Deruta oder Casteldurante und Urbino, wo um 1520 der Istoriati-Stil aufkam und es zu reicher Ausprägung brachte. Hierbei werden auf den Waren biblische, mythologische oder geschichtliche Szenen dargestellt.

4 Präsentierteller aus Castello, polychrom bemalt mit der "Opferung des Isaac", Durchmesser: 40,5 cm, 2. Hälfte 17. Jh.
Schätzpreis: 2.800-3.200 EUR

5 Etagère aus Deruta mit polychromer Bemalung, zentral ein antikes Wappenschild, H: 6,7 cm, Durchmesser: 25,2 cm, 1. Hälfte 17. Jh.
Schätzpreis: 2.000-2.500 EUR

7 Etagère aus Deruta mit gelber und brauner Bemalung auf weißem Grund, dargestellt sind Blumen, Vögel und ein Hase, H: 6,8 cm, Durchmesser: 28,1 cm, Mitte 17. Jh.
Schätzpreis: 1.000-1.200 EUR

8 Seltenes Tintenfässchen aus Urbino (gefertigt von PATANAZZI (?)) oder Deruta - polychrom bemalt und dekoriert mit vier vollplastischen sitzenden Hunden, H: 14,5 cm, 1. Hälfte 17. Jh.
Schätzpreis: 800-1.400 EUR

10 Körbchen aus Faenza - Rand durchbrochen gearbeitet, zentral polychrom bemalt, Durchmesser: 24 cm, Anfang 17. Jh.
Schätzpreis: 800-1.200 EUR

11 Etagère aus Deruta - polychrom bemalt mit Harpyien, geflügelten Karyatiden, Waffen und Ranken, Durchmesser: 25 cm, 1. Hälfte 17. Jh.
Schätzpreis: 500-800 EUR

Am Ende des 17. Jahrhundets war die traditionelle Majolica-Herstellung fast überall zum Erliegen gekommen. Statt auf eigene Kreativität und Traditionen setzte man nun auf das Nachahmen anderer Fabrikate, wie die zu jener Zeit beliebte blauweiße Delfter Fayence.

6 Großer Teller aus Pavia mit blau-weißer Bemalung, mittig eine Vertiefung mit der Darstellung eines Vogels, H: 6,3 cm, Durchmesser: 37,7 cm, Ende 17. - Anfang 18. Jh.
Schätzpreis: 1.400-1.800 EUR

Ein bedeutender Einschnitt für die Majolica-Produktion war die Entdeckung der "Porzellan-Formel" in Dresden im frühen 18. Jahrhundert. Majolica wurde jetzt nur noch in den Abruzzen und in Neapel hergestellt. Das Dekor entsprach jetzt dem neuen Zeitgeschmack, wodurch sie sich von den Erzeugnissen ihrer Blütezeit deutlich unterscheidet.

13 Vase aus Bologna - gefertigt von FINCK, dezent bemalt mit floralem Dekor und ländlicher Architektur, H: 43 cm, Durchmesser: 22 cm, 1768-89
Schätzpreis: 20.000-25.000 EUR

14 Suppenterrine aus Pesaro - gefertigt von CASALI e CALLEGARI, polychromes florales Dekor auf weißem Grund, 19,5 x 32 x 23 cm, 2. Hälfte 18. Jh.
Schätzpreis: 4.000-7.000 EUR

Gegen Ende des 19. Jahrunderts erlebte die Majolica-Produktion in vielen Gegenden Europas einen neuen Aufschwung. Der Begriff Majolica wurde dabei jedoch nicht mehr nur streng für zinnglasierte Keramik verwendet, sondern allgemein für farbig glasierte Waren benutzt.

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