Der Jugendstil erlebte seine Blütezeit in den zwanzig Jahren vor dem 1. Weltkrieg. Sein Ursprung liegt in der englischen Arts-and-Crafts-Bewegung in der Mitte des 19. Jahrhunderts, deren Vertreter eine Rückbesinnung des Kunsthandwerkes auf eine Kombination aus Qualität, Funktionalität und Schönheit forderten. Davon war man in den letzten Jahrzehnten durch die industriell gefertigte Massenware und den überbordenden Historismus weit abgekommen.

Zentren des Jugendstils im deutschsprachigen Raum waren vor allem München, Darmstadt mit seiner Künstlerkolonie sowie die österreichische Hauptstadt. Wien war mit dem Bau der neuen Ringstraße ganz besonders vom Historismus geprägt. 1897 gründeten einige Künstler, darunter Gustav Klimt, Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich die Künstlervereinigung Wiener Secession, die neue künstlerische Wege gehen wollte. Wahlspruch der Wiener Secession war "Ver Sacrum" ("Heiliger Frühling"), welcher auch der Name der damals einflussreichsten Künstlerzeitschrift in Österreich war.

1903 war der Architekt und Designer Josef Hoffmann auch an der Gründung der Wiener Werkstätte beteiligt, die in enger Zusammenarbeit mit den Künstlern der Wiener Secession und der Kunstgewerbeschule Wien qualitätsvolles Kunsthandwerk im neuen Stil anfertigte: Schmuck, Keramik, Textilien und Möbel.

In Frankreich waren Glaskünstler wie René Lalique und Emile Gallé sehr erfolgreich. Gallé ließ sich für die Designs seiner Vasen von der Natur selbst inspirieren. In den USA waren es die Glaslampen Louis Comfort Tiffanys, die dort zum Synonym des Jugendstils wurden und bis heute kopiert werden. Spaniens Ausrichtung des Jugendstils nannte sich Modernisme. Dieser hat sich besonders in der Architektur Antonio Gaudís in Barcelona erhalten.

Alle in diesem Artikel vorgestellten Objekte sind Teil der Auktion "Jugendstil und Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts, die am 16. März ab 16 Uhr im Wiener Dorotheum stattfindet. Wer sich die mehr als 900 zauberhaften Objekte vorab anschauen möchte, hat ab dem 9. März die Gelegenheit dazu.

Alle Lose dieses Kataloges und anderer Versteigerungen des Dorotheums finden Sie auch hier bei Barnebys.

Kommentar