Ein wichtiger Teil der Versteigerungen bilden Objekte aus der Sammlung Schloss Pfannberg in Frohnleiten, Steiermark. Die Sammlung ist der Nachlass Carl-Anton Goess-Saurau und Marie, geb. Mayr-Melnhof, den ehemaligen Besitzern des Schlosses. Die Objekte der Auktion wurden hauptsächlich von den Vorfahren zusammengetragen und stammen aus den unterschiedlichsten Epochen. Neben Gemälden Alter Meister, Möbeln der Renaissance und des Barock bilden vor allem Kunstgegenstände, die einen Bezug zur Jagd haben, den Schwerpunkt der Sammlung. Die Antiquitäten der Sammlung werden am 18. Oktober gesondert versteigert, während die Gemälde Teil der Auktion mit Werken Alter Meister am 19. Oktober sind.

Vom 13. bis 19. Oktober findet die Besichtigung der Schaustellung statt. Eine Auswahl ganz besonderer Objekte aus allen vier Auktionen zeigen wir ihnen aber schon hier. Klicken Sie bitte auf die Bilder bzw. auf die Links in den Bildunterschriften um nähere Informationen zu erhalten.

18. Oktober, 14 Uhr - Antiquitäten - Nachlass Schloss Pfannberg

Ein besonders interessanter Teil der Sammlung von Schloss Pfannberg sind aus Steinbockhorn gefertigte Objekte des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Unter den seltenen Stücken sind Trinkgefäße, Besteckteile und Schnupftabakdosen zu finden.

Diese in Tirol gefertigte Holzschnitzerei stellt das Martyrium des Heiligen Sebastian dar, in dessen Verlauf er von mehreren Pfeilen durchbohrt wurde, sodass dieser Heilige an dieser Darstellungsart stets erkennbar ist. Neben einigen Ergänzungen hat sich der alte Farbauftrag jedoch gut erhalten.

18. Oktober, 18 Uhr - Antiquitäten

Die Antiquitäten-Auktion umfasst ein spannendes Angebot an Silber, Porzellan und Glasarbeiten sowie Uhren, Mobiliar und Skulpturen. Unter diesen ist die Skulptur der trauernden Maria aus Lindenholz eine museale Arbeit von höchster Qualität. Die Arbeit stammt entweder von Hans Leinberger oder aus dessen Umkreis. Leinberger war einer der bedeutendsten Bildschnitzer der Spätgotik.

Von 1856 bis 1860 ließ Erzherzog Leopold Ludwig von Österreich das Schloss Hernstein umgestalten und machte es so zu einem Juwel des Historismus. Den Auftrag dafür erhielt der dänische Architekt Theophil Hansen, der sich nicht nur auf die Neugestaltung der Fassaden und der Innenräume beschränkte, sondern auch das Dekor für diverse Ausstattungs- und Gebrauchsgegenstände entwarf, sodass Schloss Hernstein schließlich zu einem Gesamtkunstwerk wurde.

In der Auktion sind drei Lose mit von Hansen entworfenen Objekten aus Schloss Hernstein vertreten (neben dem Tafel- und dem Trinkservice auch ein Tafelbesteck), die mit dem Wappen des Erzherzogs verziert wurden.

19. Oktober, 14 Uhr - Alte Meister

Der österreichische Maler Martin Johann Schmidt hat auf diesem Gemälde die beiden Teile seines Lebens vereint, die ihm am wichtigsten waren: Seine Arbeit und seine Familie. Als Umgebung für dieses Familienportrait wählte Schmidt sein Atelier. Sich selbst hat er bei der Arbeit dargestellt. Neben seiner Frau und den drei noch lebenden Kindern, hat er auch seine vier bereits verstorbenen Kinder dargestellt. Sie befinden sich als Gemälde-im-Gemälde am oberen rechten Bildrand.

Der Florentiner Maler Ridolfo di Ghirlandaio wurde von den Medici gefördert und war zudem ein enger Freund Raffaels. Nach dem Tod seines Vaters, übernahm er dessen große Malerwerkstatt, in der hauptsächlich Portraits und religiöse Gemälde entstanden, so wie dieses Marienbild mit Christus und Johannes als Knaben.

Auch auf diesem Gemälde Jan Brueghels d. J. sind der Jesusknabe und der Johannesknabe gemeinsam wiedergegeben. Dargestellt ist die Rast der Heiligen Familie während der Flucht nach Ägypten. Brueghel stellte diese Begebenheit mehrfach dar. Wahrscheinlich hat Brueghel lediglich die Landschaft gemalt und die Darstellung der Figuren einem anderen Maler überlassen - eine Art der Zusammenarbeit, wie sie damals nicht unüblich war.

19. Oktober, 17 Uhr - Bilder des 19. Jahrhunderts

Hier sind wir nun bei der oben genannten Neuentdeckung. Es handelt sich um ein Gemälde Theodor von Hörmanns, welches dieser zwischen 1887-89 gemalt hat. Diese drei Jahre stellen eine ganz besondere Zeit im Schaffen Hörmanns dar, da sich der Maler nun vom Realismus abwandte, um der erste Impressionist Österreichs zu werden. Das Gemälde war bis vor Kurzem nur durch eine mittlerweile verschollene Werkstudie bekannt. Da es vermutlich als private Auftragsarbeit geschaffen wurde, ist es nie dokumentiert worden.

Olga Wisinger-Florian war eine schon zu Lebzeiten berühmte Österreichische Malerin, deren liebstes Sujet die Blumen- und Landschaftsmalerei war, für die sie eine kräftige Farbgebung wählte. Inspiration holte sie sich auf ausgedehnten Reisen, die sie bis nach Amerika führten. Ihre Gemälde wurden auch von Mitgliedern des österreichischen Kaiserhauses erworben.

Hans Makart gilt als der bedeutendste Maler der sog. Wiener Ringstraßenepoche, also jener Zeit in der die Wiener Stadtmauer abgebrochen und durch die prachtvolle Ringstraße ersetzt wurde. Dies geschah ab 1858. Entlang des Rings wurden repräsentative Prachtbauten errichtet, die in ihrer Gestaltung einen eigenen Stil des Historismus bildeten. Makart und sein pompöser Stil prägten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Inneneinrichtung von Adel und Großbürgertum. Makarts "Allegorie der Liebe" könnte im Zusammenhang mit seinem Gemäldezyklus "Die fünf Sinne" stehen, ist jedoch zarter in der Farbgebung.

In dem vorliegenden Werk kombiniert der bedeutende Biedermeiermaler Waldmüller gekonnt ein Stillleben mit der Landschaftsmalerei sowie dem Portrait eines Hundes. Das Gemälde muss gleichermaßen für die hervorragende Malweise als auch das humorvolle Größenverhältnis zwischen Wächter und Bewachtem gelobt werden.

Alle Objekte der vier Auktionen finden Sie auch hier bei Barnebys.