Wenn das Auktionshaus Stahl "dekorative Kunst" drauf schreibt, dann ist auch dekorative Kunst drin. Denn jedes der 830 Objekte der so betitelten Auktion am 24. Februar wird dieser Beschreibung mehr als gerecht. Eine schöne Auswahl an Kunst, Schmuck, Antiquitäten und weiteren dekorativen Stücken, deren Aufrufpreise zwischen 50 und 2.000 Euro liegen.

In der umfangreichen Schmuckofferte der Auktion kommt ein außergewöhnliches Paar Gold-Ohrhänger zum Aufruf, das mit rundfacettierten Amethysten und tropfenförmigen Citrinen besetzt ist. Ergänzt werden die Farbsteine durch kleine Rubine und Brillanten. Für den Herren dürfte eine Vintage Herrenarmbanduhr aus Roségold von Interesse sein. Die schöne Uhr mit originalem Lederarmband wurde um 1940 in der Schweiz hergestellt.

Aus Frankreich, genauer gesagt aus den Händen des Jugendstil-Meister Émile Gallé stammt ein Ensemble mit drei Satztischen aus Nussholz. Die aufwändigen Intarsien aus verschiedenen Hölzern zeigen Meereslandschaften, Narzissen und Katzen. Gallé schuf das hübsche Set, für das er sich wie für jeden seiner Entwürfe von der Natur inspirieren ließ, um 1900.

Zwischen 1812 und 1839 schuf Sergej Batenin in Sankt Petersburg zwei Porzellantassen mit Untertassen im Stil des Empire. Die heute nur noch seltenen Tassen mit Golddekor zeigen eine junge Frau in russischer Tracht sowie ein Mädchen am Fluss.

Mit 95 Teilen das umfangreichste Los der Auktion ist das Service "Kurland" der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Benannt ist das Dekor nach dem Herzog von Kurland, der der Manufaktur 1790 den Auftrag zur Anfertigung eines Speiseservice' gab. Das Kurland-Service wird bis heute produziert. Das vorliegende Service für 12 Personen stammt aus dem Jahr 1913.

Von hoher Qualität ist auch die Silberofferte der Auktion. Zu den ausgefallensten Stücken zählt dabei ein Paar liegender Ochsen, die als Gewürzgefäße jeder Tafel den nötigen Pep verleihen. Weitere herausragende Stücke stammen aus Dänemark und den USA. Nicht aus Silber, sondern aus Gold kreierte der italienische Goldschmied Pierino Frascarolo (1928-1976) eine bezaubernde Miniatur-Dose in Form einer Eule. Frascarolo war in den 1960er Jahren berühmt für diese Art der animalischen Goldfiguren, die er mit Emaille und Edelsteinen verzierte.

Aus dem fernen China stammt ein Leporello-Album (Faltbuch) mit 22 Farbholzschnitten von Qi Baishi (1864-1957), der einer der bedeutendsten modernen Künstler seines Heimatlandes war. Der für seine Darstellungen von Kleintieren bekannte Qi Baishi konnte im Dezember letzten Jahres als erster chinesischer Künstler bei einer Auktion die 100 Millionen USD-Marke knacken.

Noch weiter gen Osten führt uns ein weiterer Farbholzschnitt zweier Katzen. Das Werk stammt von Inagaki Tomo (1902-1980), einem Spezialisten dieser Kunstrichtung, die in Japan Sōsaku-hanga ("kreativer Druck") genannt wird. Nach dem zweiten Weltkrieg spezialisierte sich Inagaki Tomo auf die Darstellung von Katzen, von denen er selber mehrere besaß.

Einem weiteren Katzenliebhaber begegnen wir nun mit dem norddeutschen Grafiker Horst Janssen (1929-1995) und seiner ungewöhnlichen Blei- und Buntstiftzeichnung Kater Felix ist weggelaufen von 1974/79. Die Zeichnung ist ein Suchaufruf für einen roten Kater namens Felix, der Janssens langjähriger Nachbarin und Freundin Kerstin Schlüter gehörte. In seinen eigenen Vierwänden wurde Janssen oft von seiner eigenen Katze Lydia inspiriert.

Auch Jazzlegende Miles Davis (1926-1991) betätigtes sich neben der Musik als Maler. Häufig in seinem Oeuvre zu finden sind expressionistische Selbstportraits, die er zum Teil als Coverabbildungen seiner Musikalben verwendete.

Eine in stimmungsvolles Licht getauchte Parkszene aus dem späten 19. Jahrhundert stammt vom Antwerpener Maler Florent-Nicolas Crabeels (1829-1896), der als einer der Begründer des Realismus in Belgien betrachtet wird.

Neben der Zeichnung von Horst Janssen kommt noch ein weiteres "nachbarschaftliches" Werk in der Auktion zum Aufruf: Edvard Munchs Haus in Aasgardstrand des norwegischen Malers Ola Abrahamsson (1883-1980), der seit seiner Kindheit in dem Badeort Åsgårdstrand am Oslofjord lebte. Seit 1897 besaß auch Norwegens berühmtester Maler Edvard Munch das Häuschen Nygårdsgrunn in Åsgårdstrand, wo er die nächsten 20 Jahre die Sommermonate verbrachte. 1928 verewigte sein junger Kollege Ola Abrahamsson das Haus im vorliegenden Gemälde.

Die Auktion im Hause Stahl findet am 24. Februar ab 11 Uhr in Hamburg statt. Zuvor haben Sie die Gelegenheit, alle Objekte persönlich in Augenschein zu nehmen: Montag-Donnerstag 10-18 Uhr, Freitag 10-14 Uhr. Oder Sie schauen sich die gesamte Offerte gleich hier an.

 

 

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