Die umfangreiche Auktion umfasst insgesamt mehr als 7.000 Lose, die an zwei Auktionstagen zum Aufruf kommen. Am Freitag, den 17. Februar beginnen die Versteigerungen um 11 Uhr. Auf dem Programm stehen Alte Drucke und Handschriften, illustrierte Bücher des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Werke zu verschiedenen Themen wie Naturwissenschaften, Kulturgeschichte, Kunstwissenschaft und Wirtschaft. Der zweite Auktionstag beginnt ebenfalls um 11 Uhr. Nun darf auf Werke über Geografie und Geschichte, Antiquitäten, Fotografie und Grafik mitgeboten werden.

Alle Lose der Auktion können am 12. Februar von 13-17.30 Uhr sowie vom 13. bis 16. Februar von jeweils 11-18.30 Uhr im Auktionshaus in Pforzheim besichtigt werden. Sehen Sie nun unsere Highlights der beiden spannenden Auktionstage.

MARC CHAGALL (1887 Witebsk - 1985 Saint-Paul-de-Vence) - Le Cirque, Lithographies originales de Marc Chagall. Paris, Tériade Editeur 1967 Schätzpreis: 200.000 EUR MARC CHAGALL (1887 Witebsk - 1985 Saint-Paul-de-Vence) - Le Cirque, Lithographies originales de Marc Chagall. Paris, Tériade Editeur 1967
Schätzpreis: 200.000 EUR

Marc Chagall ist mit mehreren Arbeiten in der Auktion vertreten. Die beiden herausragenden Lose stellen die Bände "Le Cirque" und "Poèmes" dar, die in der Kategorie "Illustrierte Bücher des 20. Jahrhunderts" versteigert werden und die jeweils mehrere Farblithografien des begnadeten Chagall umfassen. Wie bei den Werken des "Maler-Poeten" üblich, sind auch diese mit zahlreichen wiederkehrenden Symbolen versehen, die einen Einblick in das Seelenleben des Künstlers gewähren.

In Zirkusszenen möchte Chagall die Kreativität des Menschen hervorheben und ebenso die Verbundenheit und Harmonie zeigen, die zwischen Menschen und Tieren herrscht. Diesem Thema ist ein ganzer Band gewidmet, der in einer Auflage von 250 Exemplaren erschien. Eines davon stellt das am Höchsten geschätzte Objekt der Auktion dar.

 

MARC CHAGALL (1887 Witebsk - 1985 Saint-Paul-de-Vence) - Poèmes. Genf, Cramer 1968 Schätzpreis: 36.000 EUR MARC CHAGALL (1887 Witebsk - 1985 Saint-Paul-de-Vence) - Poèmes. Genf, Cramer 1968
Schätzpreis: 36.000 EUR

Weitere Symbole Chagalls, die die glücklichen baldigen Neubesitzer in den beiden Werken entdecken können, sind der Eiffelturm, der für die Freiheit und den Himmel steht, das schwebenden Paar, mit dem Chagall seine Sehnsucht nach seiner Frau Bella zum Ausdruck bringt oder auch die Häuser seines Geburtsortes Witebsk im heutigen Weißrussland, die Pate für seine Heimatverbundenheit stehen.

Beide Werke werden mit Sicherheit viele Interessenten anziehen und wird sind schon jetzt auf das Ergebnis ihrer Versteigerung gespannt.

CHRISTIAN ROHLFS (1849 Groß Niendorf - Hagen 1938) - Mohnblüten, Farbkreiden u. Aquarell, ca. 31 x 46,5 cm, betitelt, monogrammiert und datiert, 1932 Schätzpreis: 15.000 EUR CHRISTIAN ROHLFS (1849 Groß Niendorf - Hagen 1938) - Mohnblüten, Farbkreiden u. Aquarell, ca. 31 x 46,5 cm, betitelt, monogrammiert und datiert, 1932
Schätzpreis: 15.000 EUR

Hinaus in die Natur führen uns diese beiden Werke. Die Mohnblüten hat Christian Rohlfs in den für ihn typischen kräftigen Farben wiedergegeben. Die Arbeit könnte in Ascona im Schweizer Tessin entstanden sein, wo sich Rohlfs seit 1927 alljährlich für viele Monate aufhielt und sich intensiv mit der Darstellung von Pflanzen beschäftigte.

Der französische Maler Maximilian Luce ist stilistisch dem Spätimpressionismus zuzuordnen. Gemeinsam mit Camille Pissarros Sohn Lucien, der ebenfalls Maler war, gründete er die Künstlergruppe Groupe de Lagny. Zu Luces Oeuvre zählen Landschaften und Portraits in Form von Gemälden und Zeichnungen. Insgesamt sind über 7000 Werke von seiner Hand erhalten.

MAXIMILIAN LUCE (1858 Paris 1941) - Le Jardin ensoleillé. Sommerliche Landschaft mit kleinem Gehöft. Öl/Lwd., 73x52 cm, ca. 1900-03 Schätzpreis: 36.000 EUR MAXIMILIAN LUCE (1858 Paris 1941) - Le Jardin ensoleillé. Sommerliche Landschaft mit kleinem Gehöft. Öl/Lwd., 73x52 cm, ca. 1900-03
Schätzpreis: 36.000 EUR

PABLO PICASSO (1881 Malaga - 1973 Mougins) - Tête de femme (Fernande), Bronze, 35x24x25 cm, nummeriert und signiert, 1906 (Guß 1960) Schätzpreis: 12.000 EUR PABLO PICASSO (1881 Malaga - 1973 Mougins) - Tête de femme (Fernande), Bronze, 35x24x25 cm, nummeriert und signiert, 1906 (Guß 1960)
Schätzpreis: 12.000 EUR

Mit diesen beiden Bronzeplastiken begeben wir uns auf ein eher ungewohntes Terrain in den Oeuvres dieser beiden großen Meister der Malerei. Pablo Picasso, der gerne auch abseits der Leinwand kreativ war, schuf mit diesem Frauenkopf ein Abbild von Fernande Olivier, die von 1905 bis 1912 seine Lebensgefährtin und Muse war. Für eine weitere Plastik namens "Tête de femme" stand Fernande Olivier Picasso 1909 Modell. Diese gilt als erste kubistische Plastik überhaupt.

Edgar Degas wird am meisten mit den von ihm geschaffenen Gemälden der Tänzerinnen aus der Pariser Oper in Verbindung gebracht. Dass er auch Plastiken schuf, ist weniger bekannt. Nach seinem Tod wurden jedoch mehr 100 solcher Arbeiten in seinem Atelier gefunden, die er vermutlich in späteren Jahren geschaffen hatte. Der vorliegende Frauenkopf verbindet Degas' Plastiken mit seinen Tänzerinnenbildern. Dargestellt ist die Ballerina Mathilde Salle (✝ 1934). Die Bronze schuf Degas als Vorlage für seine Gemälde "Mathilde Salle, danseuse".

EDGAR DEGAS (1834 Paris 1917) - Etude Pour Le Portrait De Mathilde Salle, Bonze, dunkel patiniert, H: 14,2 cm (mit Sockel ca. 28,5 cm), 1892 Schätzpreis: 20.000 EUR EDGAR DEGAS (1834 Paris 1917) - Etude Pour Le Portrait De Mathilde Salle, Bonze, dunkel patiniert, H: 14,2 cm (mit Sockel ca. 28,5 cm), 1892
Schätzpreis: 20.000 EUR

G. MERCATOR und J. HONDIUS - (Atlas, das ist Abbildung der gantzen Welt...). Amsterdam, H. Hondius 1633 (?) Schätzpreis: 33.000 EUR G. MERCATOR und J. HONDIUS - (Atlas, das ist Abbildung der gantzen Welt...). Amsterdam, H. Hondius 1633 (?)
Schätzpreis: 33.000 EUR

Zwei interessante Kartenwerke der Auktion stammen aus dem 17. Jahrhundert. Während sich die Arbeit Levantos auf den Mittelmeerraum mit seinen Häfen, Inseln, Stränden und Buchten beschränkt, gibt der Atlas von Mercator die gesamte damals bekannte Welt wieder, inklusive eines möglichen großen Südkontinents. Beide Werke zieren zahlreiche Kupferstiche bzw. Textholzschnitte.

FRANCESCO MARIA LEVANTO - Prima parte dello Specchio del Mare..., Genua, Marion u. Cele 1664 Schätzpreis: 20.000 EUR FRANCESCO MARIA LEVANTO - Prima parte dello Specchio del Mare..., Genua, Marion u. Cele 1664
Schätzpreis: 20.000 EUR

DENIS DIDEROT und JEAN-BAPTISTE D'ALEMBERT - Enzyklopädie, 11 Bände, Paris : Briasson, David, Durand u. Le Broton, 1762-1772 Schätzpreis: 8.000 EUR DENIS DIDEROT und JEAN-BAPTISTE D'ALEMBERT - Enzyklopädie, 11 Bände, Paris : Briasson, David, Durand u. Le Broton, 1762-1772
Schätzpreis: 8.000 EUR

Diderot und d'Alembert schufen ihre Enzyklopädie, um allen Menschen Zugang zum gesammelten Wissen der damaligen Zeit zu ermöglichen. Ein Vorhaben, ganz im Geiste des aufgeklärten Zeitalters im 18. Jahrhundert. Der französischen Regierung war dies ein Dorn im Auge und ließ die Bände nur stark zensiert zur Veröffentlichung zu und schließlich ganz verbieten. Doch hatten die Herausgeber auch viele mächtige "Fans", darunter die Maitresse Ludwigs XV., Madame de Pompadour.

Der in Liverpool geborene William Roscoe tat sich in vielen Bereichen hervor. Er war Historiker, Schriftsteller, Kunstsammler, Bankier und Anwalt, Mitglied der Abolitionistenbewegung und des Parlaments und eben auch Botaniker. Im Sinne dieser Berufung brachte er 1824 das reich bebilderte 15-bändige Werk über Pflanzen im Botanischen Garten von Liverpool heraus.

WILLIAM ROSCOE (1753-1831) - Monandrian Plants of the order Scitamineae..., Liverpool, Smith, (1824)-28 Schätzpreis: 8.000 EUR WILLIAM ROSCOE (1753-1831) - Monandrian Plants of the order Scitamineae..., Liverpool, Smith, (1824)-28
Schätzpreis: 8.000 EUR

(ALEXANDER VON HUMBOLDT, 1769 Berlin 1859) - Tablas Estadisticas del Reino de Nueva Espana..., datierte Kopie der Originalhandschrift, Mexico, 24. Juli 1805 Schätzpreis: 15.000 EUR (ALEXANDER VON HUMBOLDT, 1769 Berlin 1859) - Tablas Estadisticas del Reino de Nueva Espana..., datierte Kopie der Originalhandschrift, Mexico, 24. Juli 1805
Schätzpreis: 15.000 EUR

Unter den Handschriften der Auktion befinden sich auch diese beiden interessanten Lose. Zunächst haben wir eine frühe Kopie eines Textes, den der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt 1803 auf Spanisch verfasst hatte. Humboldt bereiste in jenem Jahr als Teil seiner Amerika-Expedition Mexiko, das damals als Vizekönigreich Neuspanien bezeichnet wurde. Seine Forschungsergebnisse hielt Humboldt in jener Handschrift fest, die er 1804 dem Vizekönig José de Iturrigaray überreichte.

Während seiner Amerika-Expedition hielt sich Alexander von Humboldt auch auf Kuba auf, was uns zu dem letzten Los führt, dass wir Ihnen vorstellen möchten. Dabei handelt es sich um einen eigenhändigen Brief Che Guevaras, den der Revolutionär 1958 während seiner Kampfzeit auf Kuba verfasste. Unterzeichnet hat der studierte Mediziner Ernesto Rafael Guevara de la Serna mit "Che", seinem Spitznamen, den er 1953 erhalten hatte und mit dem er auch in späteren Jahren sogar Staatsdokumente unterschrieb.

CHE GUEVARA (1928 Rosario - 1967 La Higuera) - Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Che", (Kuba), 26. Juni 1958 Schätzpreis: 9.000 EUR CHE GUEVARA (1928 Rosario - 1967 La Higuera) - Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "Che", (Kuba), 26. Juni 1958
Schätzpreis: 9.000 EUR

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