Am 17. November warteten der sechsundzwanzigjährige Fotograf Douglas Kirkland und sein Team in einem gemieteten Studio in Hollywood auf das Erscheinen von Marilyn Monroe. Marilyns Presseagent, der ebenfalls anwesend war, beruhigte die Wartenden und erklärte, Marilyn sei oftmals spät dran, würde am Ende aber immer auftauchen.

"Ich war in einem Kalender abgebildet, aber ich habe mich nie an die Zeit gehalten", hat Marilyn ihr häufiges Zuspätkommen einmal kommentiert.

Der in Kanada geborene Douglas Kirkland, der für das Magazin Look arbeitete, hatte den Auftrag, zum 25-jährigen Bestehen der Zeitschrift, eine Fotostrecke mit dem Hollywoodstar zu erstellen. Nach vorheriger Absprache bestand das Setting aus einem Futon-Bett mit weißen Laken auf einem ebenfalls weißen Untergrund. Über dem Bett befand sich ein Balkon, von dem aus Kirkland die sich nackt unter den weißen Laken rekelnde Marilyn fotografieren würde. Um in die richtige Stimmung zu kommen, hatte Marilyn um Dom Perignon und einige Schallplatten von Frank Sinatra gebeten.

Wie es der Presseagent versprochen hatte, erschien Marilyn letztendlich und das Fotoshootings begann. Mitten drin bat Marilyn darum, sie und Douglas Kirkland allein zu lassen: "Ich glaube, ich sollte mit diesem jungen Mann allein sein. Ich finde, dass es sich so besser arbeitet."

Nun entstand eine intime Fotostrecke, die Marilyns besondere Beziehung zur Kamera erneut unter Beweis stellte und die ihren gesamten Facettenreichtum zeigte.

Später beschrieb Kirkland Marilyns Erscheinung als "sehr weiß, fast schimmernd - diese weiße Vision, die wie in Zeitlupe ins Atelier schwebte. Ein Leuchten schien von ihr auszugehen."

Marilyn Monroe starb im Jahr darauf am 5. August unter nie geklärten Umständen. Douglas Kirkland, der im Laufe seiner Karriere noch viele berühmte Persönlichkeiten fotografierte, lebt heute mit seiner Frau in den Hollywood Hills in Los Angeles.

Die vorgestellten Bilder aus der Fotostrecke werden am 13. August bei Julien's Auctions versteigert.

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