Wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll, ist es manchmal ratsam, einfach mittendrin zu starten. Unsere Sightseeingtour durch den Auktionskatalog von Historia beginnt daher an einem der berühmtesten und kunstsinnigsten Plätze der italienischen Renaissance: Die Piazza della Signoria in Florenz, genauer gesagt, vor der Loggia die Lanzi. Die Loggia, die im 14. Jahrhundert als Kundgebungsort erbaut worden war, beherbergt heute Meisterwerke der Bildhauerkunst.

Der im toskanischen Lucca geborene Fotokünstler Massimo Vitali hat das rege touristische Treiben vor der Loggia 1998 im C-Print Diasec-Verfahren auf Aluminum festgehalten und in einer Auflage von nur 9 Exemplaren herausgegeben.

Nicht weniger bevölkert geht es auf dieser Fotografie des us-amerikanischen Fotografen Spencer Tunick zu. Tunick ist seit den frühen 1990er Jahren bekannt für seine Installationen mit nackten Menschen, die ihm über die Stadtgrenzen von New York hinaus Bekanntheit bescherten. Die vorliegende Aufnahme mit liegenden nackten Frauen, die jeweils einen Fußball festhalten, entstand 2008 in Wien, also in jenem Jahr, als Österreich und die Schweiz Gastgeber der Fußball Euromeisterschaft waren.

Ein weiteres sehr belebtes Motiv haben wir mit dieser Arbeit in Tempera des balinesischen Künstlers Ida Bagus Made Togog vor uns, der mit ihr eine religiöse Zeremonie seiner hinduistisch Geprägten Heimatinsel dargestellt hat. Togog, der einer Priesterfamilie (Brahmanen) entstammte, gilt als einer der bedeutendsten Maler Balis im 20. Jahrhundert.

Das indonesische Bali besticht als beliebtes Urlaubsziel mit schönen Landschaften und einer faszinierenden Kultur mit Malerei und Holzschnitzerei. Das künstlerische Zentrum Balis liegt rund um die Stadt Ubud. Südlich von Ubud liegt der Distrikt Sukawati mit dem Dorf Batuan, aus dem Togog stammte. Die Bezeichnung des Bildes mit Batuan Sukawati ist somit vermutlich eine Ortsbezeichnung.

Eine umfangreiche Offerte an Uhren bereichern die Auktion in ihrer vielfältigen Gestaltung. Eine außergewöhnliche Tischuhr des Art déco, die eine kniende Chinesin darstellt, wurde um 1929 in der Münchener Porzellanmanufaktur Nymphenburg geschaffen. Der Entwurf stammte von Josef Wackerle, der ab 1906 künstlerischer Leiter der Manufaktur war.

Bei einer anderen Uhr besticht nicht nur die feine Ausarbeitung eines orientalischen Reiters, sondern auch die imposante Höhe von über einem Meter.

Während der russische Zar Peter der Große in Sankt Petersburg in ähnlicher Pose wie der orientalische Reiter in Gestalt einer von Katharina der Großen gestifteten Statue bewundert werden kann, ist er in dieser kleinen Bronzearbeit bei Sturm auf dem Ladogasee dargestellt worden. Ein unbekannter Bildhauer hat die Figur frühestens 1812 geschaffen, inspiriert durch ein Gemälde Carl von Steubens aus jenem Jahr, das diese Szene darstellt. Das Gemälde wurde von Napoleon erworben. Später kam das Motiv auf einem Gobelin wieder nach Russland, als König Ludwig XVIII. von Frankreich diesen Zar Alexander I. zum Geschenk machte.

Ein weiteres hervorragendes Beispiel, figurativ gestalteten Metalls haben wir mit einem vermutlich in Deutschland angefertigten Tafelaufsatz aus Silber vor uns. Der als Baumstamm mit Blättern gestaltete Stand zeigt eine vollplastisch gearbeitet Szene mit einer liegenden Hirschkuh, an die sich eine Raubkatze heranschleicht.

Auf Diamanten setzt Historia in seiner Armbanduhren- und Schmuckofferte. Ein Solitärring aus Platin beeindruckt mit einem Diamanten im Brillantschliff von 6,14 ct. Eine automatische Herrenuhr aus dem Hause Rolex zieren Diamanten auf dem Zifferblatt, der Lünette und dem Armband.

Einen interessanten Vergleich zwischen zwei Weintrauben darstellenden Gemälden finden wir in der Malerei-Abteilung der Auktion. Der in den Niederlanden geborene und in Frankreich arbeitende Cornelis van Spaendonck, der für seine Blumen- und Früchtestillleben bekannt war, bediente sich 1833 eines realistischen Stils. 170 Jahre später waren die Werke des Österreichers Hubert Schmalix geprägt von einer expressiven Abstraktion, die ihm und anderen Vertretern der "Neuen Wilden" zu eigen war.

Unsere Sightseeingtour durch den Katalog von Historia endet mit dem Toplos unter den Gemälden. Die Abstrakte Komposition stammt von Gunther Gerzso Wendland und weist kubistische Züge auf. Der in Mexikos Hauptstadt geborene Gerzso entwarf zunächst Bühnenbilder und Kostüme für Theateraufführungen, bevor er sich der Malerei zuwandte. Sein Stil ist eine Mischung aus der ursprünglichen Kunst Mexikos und der Abstraktion. Doch auch der Surrealismus, mit dem er in den 1940er Jahren in Berührung kam, prägte seinen Stil, der ihn zu einem der bedeutendsten Maler Lateinamerikas machte.

Die April-Auktionen bei Historia finden in zwei Blöcken statt: Vom 18. bis 20.4. mit Schmuck, Münzen, Silber, Uhren, Skulpturen, Malerei und Grafik, sowie vom 25. bis 27.4. mit Porzellan, Glas, Sammlerobjekten, Asiatika, Möbeln und Teppichen. Beginn der Versteigerungen ist an allen Auktionstagen um 10 Uhr.

Die ca. 4500 Objekte der Auktion werden ab dem 13. April im Auktionshaus in Berlin-Schöneberg sowie in Mühlenbeck ausgestellt.

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