Bei der Auktion in der sächsischen Hauptstadt werden ab 10 Uhr Kunstobjekte des 16. bis 21. Jahrhunderts versteigert. Neben vielen anderen Gemälden und Grafiken sind vor allem Grafiken des 20. und 21. Jahrhunderts stark vertreten. Außerdem darf auf Möbel, Silber, Schmuck und Skulpturen geboten werden. Und natürlich darf bei einer Auktion in Sachsen eines nicht fehlen: Das begehrte Porzellan aus Meißen, welches in über 60 Losen zum Aufruf kommt.

Wer sich die Objekte vorab einmal ansehen möchte, der ist ab dem 8. September herzlich dazu eingeladen. Wer es bis dahin nicht mehr abwarten kann, darf sich gerne im Folgenden unsere kleine Auswahl an Highlights ansehen.

Die Bilderrahmen der Renaissance standen den Gemälden, die sie einfassten, oft in nichts nach und können daher als eigenständige Kunstwerke betrachtet werden. Sie stellten die Verbindung zwischen dem Gemälde und der Architektur des Raumes her, mit dessen Dekoration sie eine Einheit bilden sollten.

75962 ANDREA CAMPANA (zugeschr.) - Bedeutender Tabernakelrahmen, Holz, geschnitzt, vergoldet und polychrom gefasst, 85,5 cm, B. 47,5 cm, Modena/Bologna 1480-1500 Schätzpreis: 10.000 EUR

Das folgende Portrait stellt den achtjährigen Sohn des Dresdner Professors für Bühnenbild Adolph Mahnke dar, der mit dem Künstler befreundet war. Bruno Paul Seener erhielt seine Ausbildung an der Dresdner Akademie. Die kunstgeschichtliche Aufarbeitung seines Werkes steht noch aus, da nur wenige Arbeiten von ihm bekannt sind. Ein Werk, welches die drei Grazien darstellt, wurde 2010 sehr erfolgreich für knapp 48.000 Euro versteigert.

77251 BRUNO PAUL SEENER - Bildnis eines Knaben mit Kleeblatt (Portrait A.M.), Öl/Sperrholz, 56 x 28 cm, um 1924 Schätzpreis: 8.500 EUR

Willy Kriegel war ein Meister darin, Pflanzen auf botanisch korrekte Weise darzustellen. Auch das folgende Werk von seiner Hand zeichnet sich durch einen detailgetreuen Realismus aus.

77256 WILLY KRIEGEL - "Sommer" (An der Wilden Weißeritz), Eitempera/Hartfaser, 60 x 50 cm, bezeichnet und monogrammiert, späte 1930er Jahre Schätzpreis: 8.500 EUR

Diese Dresdner Kommode besticht mit ihren feinen Intarsien, die ein dreidimensionales Würfelmuster bilden. Ebenfalls hervorgehoben werden muss der hervorragende originale Erhaltungszustand.

77951 Klassizistische Kommode, Nussbaum, Nusswurzel, Palisander und Ahorn (?) auf Nadelholz furniert, 85 x 120 x 63 cm, Dresden um 1780 Schätzpreis: 6.000 EUR

Albert Wigand sehnte sich nicht danach, große Landschaften oder ganze Stadtansichten zu malen. Seine Motive waren eher kleine Ausschnitte oder eine dörfliche Umgebung. Wie so vielen Malern, war es auch Wigand nicht möglich, von seiner Kunst zu leben. 1925 bis 1956 lebte er in Dresden und musste dort als Gelegenheits- und Hilfsarbeiter sein Brot verdienen. In jener Zeit entstand auch diese Arbeit.

76988 ALBERT WIGAND - Dresden - Gartenhaus an der Dreikönigskirche, Öl und schwarze Tusche (?)/Malpappe, 49,7 x 36,7 cm, signiert, 1950er Jahre Schätzpreis: 6.000 EUR

Hans Andreas Dahl war der Sohn des norwegischen Malers Hans Dahl, der von 1873-81 in Düsseldorf lehrte. Die Familie kehrte anschließend nach Norwegen zurück. Hier wählte Dahl die gleichen Motive (Fjordlandschaften) wie sein Vater, der auch sein einziger Lehrer gewesen war. Diese Umstände machen es oft schwer, die Werke von Vater und Sohn zu unterscheiden. Meisterhaftes Können war ihnen jedoch beiden zu eigen.

77531 HANS ANDREAS DAHL - Auf dem Fjord, Öl/Lwd., 110 x 86,7 cm, signiert, 1. Viertel 20. Jh. Schätzpreis: 6.000 EUR

Die Formensprache des in Brasilien geborenen Bildhauers und Grafikers Theo Balden, prägte den Begriff der "biomorphen Abstraktion".

78751 THEO BALDEN - Träumende, Bleiguss, schwarzgrau patiniert, 25,7 x 38 x 21 cm, nummeriert, monogrammiert und datiert, 1968 Schätzpreis: 5.000 EUR

Peter von Hess' bevorzugtes Sujet war die Schlachtenmalerei, für die er sich von den Werken Philips Wouvermans inspirieren ließ, der ein Meister dieses Genres im 17. Jahrhundert gewesen war.

75912 PETER HEINRICH VON HESS (zugeschr.) - Reitergelage vor den Toren der Stadt, Öl/Lwd., monogrammiert, wohl um 1818 Schätzpreis: 4.500 EUR

Vom Dresdner Maler des Konstruktivismus Hermann Glöckner sind neben diesem Selbstportrait noch drei weitere Werke in der Auktion zu finden.

78904 HERMANN GLÖCKNER - Selbstportrait, Tempera/kräftige Pappe, 63,5 x 51,6 cm, um 1950 Schätzpreis: 3.500 EUR

Auch der aus Gera stammende bedeutende Maler und Grafiker Otto Dix konnte sich der Faszination des "Elbflorenz" nicht entziehen. Diese Farblithographie zeigt die Dresdner Hofkirche mit der Semperoper im Hintergrund.

OTTO DIX - Hofkirche in Dresden, Farblithographie, 51,2 x 76,7 cm, signiert, 1955 Schätzpreis: 3.200 EUR OTTO DIX - Hofkirche in Dresden, Farblithographie, 51,2 x 76,7 cm, signiert, 1955 Schätzpreis: 3.200 EUR

Auf seiner Suche nach einer Formel zur Goldherstellung im Auftrag August des Starken von Sachsen entdeckte Johann Friedrich Böttger stattdessen die Formel zur Porzellanherstellung. Daraufhin wurde die Manufaktur in Meißen gegründet. Dem Porzellan vorausgegangen war das sog. "Böttgersteinzeug". Aus diesem feinen, dunkelroten Material ist diese Elefantenfigur gefertigt, die es auf stolze 30 kg bringt.

77536 MEISSEN - Elefant aus Böttgersteinzeug, Entwurf: Max Esser, 3/55, 39,5 x 66 x 39 cm, 1924-34 Schätzpreis: 3.200 EUR

Etwas früher als der Elefant entstand diese seltene Schale, ebenfalls in der Meißner Manufaktur.

77607 MEISSEN - "Schale mit Nixe und Tintenfisch, Entwurf: Konrad Hentschel, 10,0 x 25,0 cm, 1900-23 Schätzpreis: 2.400 EUR

Entdecken Sie die rund 900 Objekte von Schmidt Kunstauktionen hier bei Barnebys.

 

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