Der Auftakt zu den beiden Autkionsblöcken erfolgt am 14. Mai um 17 Uhr mit der Versteigerung von Schmuck, Dosen und Miniaturen. Am Folgetag steht ab 11 Uhr Kunstgewerbe mit vielen ausgewählten Stücken auf dem Programm.

Ein außergewöhnliches Stück ist ein Prunkkabinett mit Uhr, das im späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert vermutlich in der Augsburger Werkstatt von Heinrich Eichler d. Ä. entstand. Kostbare Materialien wie Schildpatt, Palisander und Ebenholz wurden zu einem Kabinett in architektonischem Stil kombiniert, das ach mit einer Höhe von 135,5 cm beeindruckt.

Ein wenig jünger als das Kabinett ist einer Meissner Deckelvase, die, japanischen Vorbildern folgend, im Kakiemon-Stil mit Emaillefarben bemalt wurde. Der Entwurf für das Dekor mit Vögeln und Blumen stammt vermutlich von Johann Ehrenfried Stadler oder Adam Friedrich von Löwenfinck, die nachweislich zu jener Zeit für die Meißner Manufaktur als Maler arbeiten und auf solche Dekore spezialisiert waren.

Ebenfalls um 11 Uhr beginnt am 16. Mai die Versteigerung von Werken Alter Meister. Angeführt werden die Lose dieses Katalogs von einem äußerst feinen Stillleben mit Blüten und Blättern, Schmetterling und Eidechse des niederländischen Blumenmalers Johannes Bosschaert, dessen Meisterschaft im vorliegenden Werk vor allem durch die gekonnte Wiedergabe der durch das Vasenglas sichtbaren Blumenstiele zum Ausdruck kommt. Ebenso lebendig ist die Wiedergabe der Blüten, von denen das blauviolette Farbspiel der obersten vor dem Auge des Betrachters beinahe zu changieren scheinen.

Weiter geht es um 14 Uhr mit Gemälden des 19. Jahrhunderts. Ein Highlight ist dabei das Ölgemälde La Soubrette der französischen Impressionistin Eva Gonzalès, die während ihres kurzen Lebens - sie wurde nur 36 Jahre alt - auf nur 126 Arbeiten brachte. Im Alter von 22 Jahren lernte sie Édouard Manet kennen, dessen einzige Schülerin sie wurde. Bereits ein Jahr später wurde ein von ihr eingereichtes Gemälde wohlwollend im Pariser Salon aufgenommen. Obwohl Frauen ihr bevorzugtes Motiv waren, finden sich auch Landschaftsbilder in ihrem Oeuvre.

Der zweite Auktionsblock, der uns in Kürze bei Lempertz erwartet, widmet sich Moderner und Zeitgenössischer Kunst. Am 1. Juni starten die Versteigerungen um 14:30 Uhr mit den Fotografien bedeutender Künstler, wie August Sander, André Villers, Robert Doisneau, Elliott Erwin und Peter Beard.

Hochaktuell ist eine späterer Abzug der 1976 entstanden Fotografie Romy Schneider in Berlin von Robert Lebeck, der die grandiose Schauspielerin mehrmals portraitierte. Zum letzten Mal 1981 im bretonischen Quiberon, wo er ein vom Journalisten Michael Jörgs geführtes Interview mit der Erholung suchenden Romy begleitete. Diese Begegnung lieferte den Stoff zum Film 3 Tage in Quiberon, der gerade beim Deutschen Filmpreis als Bester Film ausgezeichnet wurde.

Ab 17 Uhr am selben Tag widmet sich Lempertz der Modernen Kunst. Der Startschuss zur modernen Malerei fiel bereits Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Entwicklung des Impressionismus, der mit vielen Stilmitteln der alten Malerei brach. In Deutschland war es der Berliner Maler Max Liebermann, der dem Stil des französischen Impressionismus am nächsten kam und mit dem er erstmals bei einem Aufenthalt in der Schule von Barbizon Mitte der 1870er Jahre in Berührung kam. Zu dieser Zeit diente oftmals die Arbeiterklasse als sein Motiv, was er auch bei diversen späteren Aufenthalten in den Niederlanden fortführte. Ein Beispiel dafür ist Flachsscheuer in Laren, das in der Alten Nationalgalerie in Berlin ausgestellt wird und zu dem in der Auktion eine Kompositionsstudie vorliegt.

Ein 46,5 x 55,5 cm großes Stück Malkarton dient als Bildträger von gleich zwei Kompositionen der Worpsweder Malerin Paula Modersohn-Becker, die um 1901 entstanden sind. Wie so häufig dienten auch für Kinder vor Bauernhaus und Birkenstämme und Haus Land und Leute in und um die Künstlerkolonie herum als Motiv. In einer Notiz auf dem rückwärtigen Bild bestätigt Otto Modersohn die Urheberschaft seiner Frau für die skizzenhaften Arbeiten.

Von Heinrich Vogler, einem Worsweder Malerkollegen Paula Modersohn-Beckers, stammt ein Portrait, das dieser um 1907 von seiner Frau Martha angefertigt hat. Das Ehepaar Vogler befand sich zu jenem Zeitpunkt zu einem Kuraufenthalt in Garmisch-Patenkirchen, vor dessen Bergkulisse Martha in Szene gesetzt wurde. Sowohl Darstellung Marthas als auch der gewählte Hintergrund weisen Vogler als herausragenden Portrait- und Landschaftsmaler gleichermaßen aus.

Der in Russland geborene Expressionist Alexej von Jawlensky lebte seit 1896 in München, wo er Mitglied des Blauen Reiters war. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges war er jedoch gezwungen, Deutschland zu verlassen. Er ging ins Exil in die Schweiz, wo er begann, Bilder zu schaffen, die einzig die Darstellung eines Gesichts zum Thema hatten. Es entstanden die Serien Mystischen Köpfe, Heilandsgesichter und Abstrakte Köpfe, deren minimalistische Ausformung er in seinem Spätwerk mit Meditationen wieder aufgriff.

Vom Expressionisten Emil Nolde liegen sechs Arbeiten in der Auktion vor. Drei davon haben Blumen zum Thema. Die Motive für diese in diese in leuchtenden Farben ausgeführten Werke fand Nolde im Garten seines Hauses in Seebüll, das er gemeinsam mit seiner Frau Ada seit 1930 bewohnte.

Otto Dix Spätwerk ab Mitte der 1940er Jahre ist von einer geradezu entwaffnenden Lebensfreude und Heiterkeit geprägt. Und das, obwohl er jahrelange Diffamierung durch die Nationalsozialisten und Kriegsgefangenschaft hatte erleiden müssen. Mit neuem Elan brachte er es in vier Jahren auf die imposante Anzahl von 150 Bildern. Eines davon, Blondes Mädchen mit losen Blumen (am Tisch sitzend), kommt in der Auktion zum Aufruf.

Den Abschluss des zweiten Auktionsblocks bildet die Versteigerung von Zeitgenössischer Kunst am 2. Juni. Die Ausstellung zu diesen Auktionen ist ab dem 26. Mai im Kölner Auktionshaus zugänglich. Schmuck, Kunstgewerbe und Alte Malerei werden dort bereits ab dem 9. Mai ausgestellt.

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