Der Usus, sich gemeinsam mit einem Tier portraitieren zu lassen, ist in der herrschenden Klasse seit je her weit verbreitet. Auch heute noch wird Queen Elizabeth II. gerne mit ihren Corgis abgebildet. Tiere symbolisierten einen gehobenen Lebensstandard, aber auch die Macht, ein "wildes Wesen" zähmen zu können. An vorderster Stelle steht aber natürlich das Reiterportrait. Der Besitz eines Pferdes und die Fortbewegung anhand eines solchen war lange Zeit ein Privileg des Adels und damit das Machtsymbol schlechthin.

Zwar war es schon in der Antike nicht unüblich, Tiere als selbstständiges Motiv darzustellen, man denke nur an das Taubenmosaik des Sosos aus Pergamon, das als die "Tauben des Plinius" bekannt ist, das "Tierstück", wie wir es heute kennen, nahm seinen Anfang jedoch erst im 16. Jahrhundert im Zuge der Renaissance, als der Mensch nicht nur sich selbst, sondern auch die Natur um sich herum neu entdeckte. Das berühmteste Werk dieser Epoche ist der "Feldhase" von Albrecht Dürer.

Während des Barock wurden (tote) Tiere schließlich zur Ergänzung eines Stilllebens herangezogen, ein Motiv, das der Maler Adam Ludwig Kunz im 19. Jahrhundert wieder aufgriff (siehe oben).

Das Zeitalter der Aufklärung führte dazu, das sich Wissenschaftler und Maler ernsthaft mit der naturgetreuen Darstellung der Fauna auseinandersetzten. Es war auch das Zeitalter der Entdeckungen, in dem Seefahrer und Forscher wie James Cook, Louis Antoine de Bougainville und Alexander von Humboldt von ihren Reisen viele exotische Arten in Europa bekannt machten.

Maler begannen sich nun auch, auf die Darstellung bestimmter Tierarten zu spezialisieren. Im pferdebegeisterten England wäre da George Stubbs zu nennen, der viele Champions der Rennbahnen abbildete. Eine solche Spezialisierung konnte aber auch zur Folge haben, dass ein Maler vollkommen mit seinen Motiven assoziiert wurde: Alexander Koester, der am liebsten Enten auf Teichen malte, war auch als "Enten-Koester" bekannt, Otto Dill, ein Schüler des ebenfalls bekannten Tiermalers Heinrich von Zügel, wurde wegen der Vielzahl seiner Raubkatzenbilder "Löwen-Dill" genannt.

Julius Adam d. J. spezialisierte sich ab 1882 sehr erfolgreich auf die Darstellung von "Stubentigern", was ihm den Spitznamen "Katzen-Adam" einbrachte. Eine sehr feine Arbeit Adams sehen Sie folgend.

Im 19. Jahrhundert schlug die Stunde des Realismus. Maler malten nicht mehr nur in ihren Ateliers, sondern auch das, was ihnen in der freien Natur "vor die Leinwand" kam. Beliebt wurden Szenen des bäuerlichen Lebens und der damit verbundenen Tierwelt, wie Kühe, Schafe oder Hühner.

Natürlich blieb die Leinwand nicht dem Heim- und Haustier allein vorbehalten. Wie wir oben bereits gesehen haben, fanden auch Wildtiere Gnade vor dem künstlerischen Auge. Sollten Hirsch, Wildschwein, Reh oder Fuchs als Motiv dienen, gab es zwei Möglichkeiten: Entweder man zeigte sie in einer Jagdszene, wie einem Kampf zwischen Wildtier und Hundemeute, oder als friedlichen Teil der Naur. Für letztere Variante hat sich die süddeutsche Malerin Inge Gruber-Böhm mit der unten abgebildeten Darstellung eines Fuchses in einer Winterlandschaft entschieden.

Alle vorgestellten Tiergemälde kommen in der nächsten Auktion im Kunstauktionshaus Georg Rehm zum Aufruf. Die Versteigerungen mit Kunst, Möbeln, Schmuck, Silber, Uhren und Porzellan findet am 6. und 7. Juli in Augsburg statt. Die Ausstellung zur Auktion ist vom 29. Juni bis 5. Juli für Interessenten geöffnet.

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