Die Gemäldeofferte des mecklenburgischen Auktionshauses ist wieder einmal eine wahre Augenweide, in der lokale Künstler der Ostseeregion ebenso vertreten sind, wie aus anderen Regionen Deutschlands stammende und internationale Künstler.

Der Berliner Künstler Albert Grell war vor allem als Landschaftsmaler tätig. In seinem vorliegenden Werk hat er jedoch die Einwohner eines Fischerdorfes dargestellt, wie sie am Sonntag ihre, im Stil der Backsteingotik erbaute, Dorfkirche verlassen.

Der in Kairo geborene Henri Emilien Rousseau hatte sich in seinem Werk dem Sujet der im 19. Jahrhundert populären orientalischen Motive verschrieben. Weitere Landschaften, die ihn inspirierten, fand er in der Provence und der benachbarten Camargue.

Vom ebenfalls auf Landschaften spezialisierten Hippolyte Camille Delpy stammt die Ansicht Windmühlen, die vermutlich ein frühes Werk des den Impressionisten verbundenen Künstlers ist und die noch nicht den lockeren Duktus von Delpys späteren Werken aufweist.

Die meisten Gemälde der Auktion stammen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das mit 4.000 Euro am höchsten geschätzte Werk wurde jedoch bereits im 17. oder 18. Jahrhundert von einem unbekannten Maler angefertigt. Das feine Stillleben zeigt ein Blumenarrangement in einer vergoldeten Kratervase und besticht zusätzlich durch seine ungewöhnliche oktogonale Form.

Ein interessantes Objekt hält die Kategorie "Porzellan" bereit. Vermutlich aus zwei Koppchen der Marcolini-Zeit der Manufaktur Meissen wurde ein aufklappbares Ei geschaffen, dessen gelben Fond eine polychrome Blumenmalerei und Goldstaffage ziert. Die Koppchen stammen aus der Zeit, in der Camillo Marcolini Direktor der Meißner Porzellanmanufaktur war (1774-1814).

Die Silberofferte umfasst mehrere schöne Kaffee- und Teekernstücke. Eines stammt aus der Manufaktur Kühn, die 1860 vom Wiener Goldschmied Johann Stanislaus Nepomuk Kühn in Schwäbisch Gmünd gegründet worden war.

Bewegliche Pretiosen begeistern in der Schmuckabteilung der Auktion. Zum einen wäre da eine mit Diamanten besetzte Zitterbrosche aus Gelbgold und Silber zu nennen, die um 1820 angefertigt wurde. Zitterbroschen, deren einzelne Elemente, meistens Blüten, sich bei jeder Bewegung bewegten, sind sehr selten, da sie häufig zerteilt und anderweitig weiterverwende wurden. Beweglich sind auch die tropfenförmigen Saphire, die in üppige Ohrringe aus Weiß- und Gelbgold eingehängt wurden.

Ein Interieur, das gewiss nicht jeder zu Hause hat, kommt mit einem 10-teiligen Jugendstilensemble zum Aufruf. Das mahagonifarbene Mobiliar besteht aus einem 5-türigem Buffet, einer Anrichte mit 3 Schüben und zwei Türen, einer Standuhr mit Messingzifferblatt, einem runden Tisch sowie 4 Stühlen und 2 Armlehnstühlen. Das Buffet ziert eine figurales Dekor mit antikem Weinlesemotiv.

Um seinen Schätzen ein angemessenes Zuhause bieten zu können und sie wirkungsvoll zu präsentieren, empfiehlt sich der Erwerb eines entsprechenden Sammlerschranks. In der Auktion des Hauses Satow kommt ein solcher Schrank zum Aufruf, der Mitte des 20. Jahrhundert in Italien angefertigt wurde und dem Louis XVI-Stil angelehnt ist.

Die Auktion in Satow beginnt am 16. Juni um 11 Uhr. Eine Vorbesichtigung der 929 zum Aufruf kommenden Lose ist vom 9.-15. Juni täglich von 10-18 Uhr im Auktionshaus möglich.

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