Die Kunstauktion der Galerie Bassenge beginnt am 24. November um 10 Uhr mit der Versteigerung von Druckgrafik des 15.-18. Jahrhunderts. Um 15 Uhr folgen ebensolche Werke des 19. Jahrhunderts sowie Miscellaneen. Am 25. November geht es vormittags weiter mit Gemälden Alter und Neuerer Meister, gefolgt von Zeichnungen des 15.-19. Jahrhunderts am Nachmittag. Der 26. November ist dann vollständig der Modernen Kunst gewidmet. Mit etwas Abstand zu den übrigen Auktionstagen bildet die Fotografie des 19.-21. Jahrhunderts am 30. November schließlich den Abschluss der Versteigerungen.

Die Vorbesichtigungen zur Alten Kunst finden vom 17.-23. November in der Erdener Straße 5a in Berlin-Grunewald statt. Moderne Kunst (17.-25. 11.) und Fotografie (21.-29.11.) wird in der Rankestraße 24 ausgestellt. Sehen Sie nun einige Highlights aus den verschiedenen Kategorien. Durch das Anklicken der Bilder erhalten Sie nähere Informationen.

Den Namen "Spinola-Rubens" erhielt das folgende Gemälde durch die aristokratische Familie Spinola in Genua, in deren Besitz sich das Werk über 200 Jahre lang befand. Ging man früher davon aus, dass es von Paul Rubens persönlich gemalt wurde, wird es heute seiner Werkstatt zugeschrieben. Dennoch ist eine abschließende Überarbeitung durch den Meister nicht auszuschließen.

PETER PAUL RUBENS (1577-1640) Werkstatt - Der Christusknabe mit dem kindlichen Johannes dem Täufer (der "Spinola-Rubens"), Öl/Lwd., 111,7 x 148,9 cm Schätzpreis: 120.000 EUR PETER PAUL RUBENS (1577-1640) Werkstatt - Der Christusknabe mit dem kindlichen Johannes dem Täufer (der "Spinola-Rubens"), Öl/Lwd., 111,7 x 148,9 cm
Schätzpreis: 120.000 EUR

Das Entstehungsdatum der nun folgenden Zeichnung von Julius Schnorr von Carolsfeld ist vom Künstler auf dem Werk selbst präzise angegeben: 4. Januar 1817. Julius Schnorr von Carolsfeld war zu diesem Zeitpunkt Kunststudent in Wien. Er und sein Studienfreund Friedrich Olivier machten es sich in diesen Tagen im Januar zur Aufgabe, welke Blätter zu zeichnen. Ein in seiner Ausführung meisterhaftes Ergebnis kommt nun in dieser Auktion zum Aufruf.

JULIUS SCHNORR VON CAROLSFELD (1794-1872) - Ein Zweig mit welken Blättern, Feder in Graubraun über Bleistift auf Velin, 9,1 x 25,6 cm, monogrammiert und datiert, 1817 Schätzpreis: 450.000 EUR JULIUS SCHNORR VON CAROLSFELD (1794-1872) - Ein Zweig mit welken Blättern, Feder in Graubraun über Bleistift auf Velin, 9,1 x 25,6 cm, monogrammiert und datiert, 1817
Schätzpreis: 450.000 EUR

Im nächsten Gemälde hat Conrad Felixmüller seinen ältesten Sohn Luca festgehalten. Als Perspektive wählte Felixmüller seine eigene, wie die extreme Aufsicht zeigt. Einen starken Kontrast bilden das Muster des Parkettbodens und die blau-roten Wellen von Lucas Strickpullover. Zugleich kommt darin das ganze künstlerische Talent Felixmüllers zum Ausdruck.

CONRAD FELIXMÜLLER (1897-1977) - Luca im Papierhut, Öl/Lwd., 85 x 75 cm, bezeichnet, signiert und datiert, 1926 Schätzpreis: 80.000 EUR CONRAD FELIXMÜLLER (1897-1977) - Luca im Papierhut, Öl/Lwd., 85 x 75 cm, bezeichnet, signiert und datiert, 1926
Schätzpreis: 80.000 EUR

Das Mappenwerk "Jahrmarkt" von Max Beckmann wurde Anfang der 1920er Jahre in einer Auflage von 75 Exemplaren auf Japan herausgegeben. In der Auktion kommt eine vollständige Version mit 10 Blättern zum Aufruf. Auf dem ersten Blatt hat sich Beckmann als Ausrufer selbst dargestellt. Das Mappenwerk zählt zu den bedeutendsten druckgrafischen Folgen des Expressionismus.

MAX BECKMANN (1884-1950) - Jahrmarkt, 6 Bl. Titel, Impressum und Inhaltsverzeichnis sowie 10 Kaltnadelarbeiten auf Japan bzw. Japanbütten. In Passepartouts, lose in Leinenmappe mit beiliegender Orig.-Halbpergamentmappe, 41 x 25 bis 55 x 39 cm, jeweils signiert, 1921 Schätzpreis: 45.000 EUR MAX BECKMANN (1884-1950) - Jahrmarkt, 6 Bl. Titel, Impressum und Inhaltsverzeichnis sowie 10 Kaltnadelarbeiten auf Japan bzw. Japanbütten. In Passepartouts, lose in Leinenmappe mit beiliegender Orig.-Halbpergamentmappe, 41 x 25 bis 55 x 39 cm, jeweils signiert, 1921
Schätzpreis: 45.000 EUR

Georg Tappert widmete sich in den 1920er Jahren mit seinem realistisch-expressiven Stil vor allem der Darstellung von Frauen in den Berliner Cafés, Varietés und Nachtbars. In diesem Fall hat er eine Dame in einem Café sitzend wiedergegeben. Sie ist nicht mehr die Jüngste oder Schönste. Tappert macht das schonungslos klar. Doch er schwächt diesen beinahe brutalen Blick auf die Dargestellte durch deren würdevollen Gesichtsausdruck ab.

GEORG TAPPERT (1880-1957) - "Café" (Sitzende im Café), Öl/Lwd., 100 x 68 cm, betitelt und signiert, 1920er Jahre Schätzpreis: 30.000 EUR GEORG TAPPERT (1880-1957) - "Café" (Sitzende im Café), Öl/Lwd., 100 x 68 cm, betitelt und signiert, 1920er Jahre
Schätzpreis: 30.000 EUR

Auch George Grosz führte seinen Zeitgenossen in seinen Zeichnungen ihre Schwächen vor Augen. Bei ihm war es jedoch ein Querschnitt durch die gesamte, immer mehr verfallende Gesellschaft in der Weimarer Republik. Die vorliegende Arbeit zeigt auf satirische Weise eine Gruppe von Patrioten bei schlechtem Wetter am "Germanentag". Die Dame in der Mitte scheint sich sogar als Walküre verkleidet zu haben.

GEORGE GROSZ (1893-1959) - Germanentag, Feder in Schwarz auf chamoisfarbenem Velin, 45,8 x 36,7 cm, nummeriert und datiert, 1921 Schätzpreis: 30.000 EUR GEORGE GROSZ (1893-1959) - Germanentag, Feder in Schwarz auf chamoisfarbenem Velin, 45,8 x 36,7 cm, nummeriert und datiert, 1921
Schätzpreis: 30.000 EUR

Der vorliegende weibliche Akt ist wohl der bedeutendste im daran spärlich ausgestatteten Oeuvre Emil Noldes. Das Thema beschäftigte den Künstler lediglich innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes (1906-08). Insgesamt liegen nur zehn derartige Radierungen vor.

EMIL NOLDE (1867-1956) - Kniendes Mädchen, Kaltnadel mit Aquatinta auf festem Velin, 30,4 x 22,3 cm (63 x 47,5 cm), signiert, 1907 Schätzpreis: 28.000 EUR EMIL NOLDE (1867-1956) - Kniendes Mädchen, Kaltnadel mit Aquatinta auf festem Velin, 30,4 x 22,3 cm (63 x 47,5 cm), signiert, 1907
Schätzpreis: 28.000 EUR

Im Gegensatz zu Emil Nolde beschäftige sich Georg Kolbe während seines künstlerischen Schaffens immer wieder mit der Darstellung des weiblichen Körpers. Die vorliegende Bronze ist eine davon und dazu noch eine sehr seltene, die schon zu Lebzeiten Kolbes in insgesamt nur 10 Exemplaren gegossen wurde.

GEORG KOLBE (1877-1947) - Sitzende, Bronze, goldbraun patiniert, ca. 26 x 25 x 21 cm, monogrammiert, 1928 Schätzpreis: 50.000 EUR GEORG KOLBE (1877-1947) - Sitzende, Bronze, goldbraun patiniert, ca. 26 x 25 x 21 cm, monogrammiert, 1928
Schätzpreis: 50.000 EUR

Hannah Höch war eine Vorreiterin der Dada-Bewegung und bedeutende deutsche Avantgardekünstlerin. Die vorliegende Arbeit gehört zu ihrem seltenen Frühwerk, für das sie gern häusliche Gegenstände oder Maschinen wählte. Fast ein wenig gespenstisch mutet der Licht und Schatten-Effekt an, den die Flamme des Petroleumkochers erzeugt.

HANNAH HÖCH (1889-1978) - Den Haag, Küche, Petroleumkocher, Aquarell und Deckfarben auf Velin, 37,5 x 19,2 cm, betitelt, monogrammiert, signiert und datiert, 1927 Schätzpreis: 25.000 EUR HANNAH HÖCH (1889-1978) - Den Haag, Küche, Petroleumkocher, Aquarell und Deckfarben auf Velin, 37,5 x 19,2 cm, betitelt, monogrammiert, signiert und datiert, 1927
Schätzpreis: 25.000 EUR

Das folgende Objekt zeigt nicht das Ergebnis sondern den Anfang von Schmidt-Rottluffs frühem Werk "Landschaft im Mondschein". Das Schwarz der Druckflächen und das helle Fichtenholz des Druckstocks bilden einen so interessanten Kontrast, das diese "Druckvorlage" als eigenständiges Werk der Reliefkunst angesehen werden könnte.

KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (1884-1976) - Landschaft im Mondschein, Holzstock für den frühen und seltenen Holzschnitt, Fichtenholz, 20,1-20,5 x 26 cm, 1911 Schätzpreis: 20.000 EUR KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (1884-1976) - Landschaft im Mondschein, Holzstock für den frühen und seltenen Holzschnitt, Fichtenholz, 20,1-20,5 x 26 cm, 1911
Schätzpreis: 20.000 EUR

Der kolumbianische Künstler Fernando Botero ist berühmt für seine rundlichen Figuren, die Menschen in all ihren Facetten und Lebenslagen widerspiegeln. Auch diese Zeichnung ist durch weiche Formen geprägt. Botero verzichtet hierbei jedoch auf Farben und erschafft die Plastizität der Früchte und Gegenstände allein durch sein zeichnerisches Können.

FERNANDO BOTERO (*1932) - Stilleben mit hängenden Orangen, Bleistift auf chamoisfarbenem Ingres Canson-Bütten, 49,5 x 62,7 cm, signiert und datiert, 1973 Schätzpreis: 40.000 EUR FERNANDO BOTERO (*1932) - Stilleben mit hängenden Orangen, Bleistift auf chamoisfarbenem Ingres Canson-Bütten, 49,5 x 62,7 cm, signiert und datiert, 1973
Schätzpreis: 40.000 EUR

Das Fotografenehepaar Bernd und Hilla Becher begründete in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Düsseldorfer Photoschule. Ihr eigenes internationales Renommee erhielten sie durch ihre Schwarz-Weiß-Fotografien von Industriebauten. Diese Aufnahmen aus der Grube Eschweiler bei Aachen entstanden auf dem Höhepunkt der Kohlekrise, in deren Verlauf viele Montanbetriebe des Ruhrgebietes und an weiteren Standorten geschlossen werden mussten.

BERND und HILLA BECHER - Kokskohlenturm, Grube Eschweiler Reserve, Aachen, 3 Fotografien, je 40,5 x 30 cm, 1964 Schätzpreis: 18.000 EUR BERND und HILLA BECHER - Kokskohlenturm, Grube Eschweiler Reserve, Aachen, 3 Fotografien, je 40,5 x 30 cm, 1964
Schätzpreis: 18.000 EUR

Mitbieten können Sie persönlich, schriftlich am Telefon oder via Internet im Onlinekatalog. Alle Objekte der Auktion finden Sie selbstverständlich auch hier bei Barnebys.

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