"Lasst die Kinder zu mir kommen" von 1627/28 konnte vom Kunsthistoriker Jan Six dem Œuvre Rembrandt van Rijns zugeordnet werden | Foto via artkurio.com "Lasst die Kinder zu mir kommen" von 1627/28 konnte vom Kunsthistoriker Jan Six dem Œuvre Rembrandt van Rijns zugeordnet werden | Foto via artkurio.com

Bereits im Mai diesen Jahres hatte der Amsterdamer Kunsthistoriker und -händler Jan Six das Bild Portrait eines jungen Mannes als Werk Rembrandt van Rijn identifizieren können. Jetzt, nur vier Monate später, geht diese Erfolgsgeschichte weiter.

Im Jahr 2014 war Jan Six im Onlinekatalog des Kölner Auktionshauses Lempertz auf das Gemälde Lasst die Kinder zu mir kommen gestoßen, das der niederländischen Schule des 17. Jahrhunderts zugeschrieben und mit einem Schätzpreis von 15.000-20.000 Euro versehen worden war. Six schaute genauer hin und eine Figur der neutestamentlichen Szene machte ihn stutzig, ähnelte sie doch auf verblüffende Weise dem jungen Rembrandt. Doch welcher Maler hätte ihn dort verewigen sollen? "Da Rembrandt zum Zeitpunkt des Entstehens des Gemäldes nicht berühmt war, war die einzige Person, die das getan haben könnte, er selber", wie Jan Six gegenüber artnetnews erklärte.

Der gekennzeichnete Kopf auf de Gemälde ist ein Selbstportrait Rembrandts. Auch Jesus Christus scheint in seine Richtung zu Blicken (Pfeil) | Foto via artkurio.com (Detail) mit Ergänzungen durch die Redaktion Der gekennzeichnete Kopf auf de Gemälde ist ein Selbstportrait Rembrandts. Auch Jesus Christus scheint in seine Richtung zu Blicken (Pfeil) | Foto via artkurio.com (Detail) mit Ergänzungen durch die Redaktion

Jan Six' Interesse war geweckt und er bot bei der Auktion fleißig mit. Am Ende zahlte 1,5 Millionen Euro. Seitdem wurde das Werk mit diversen Röntgentechniken untersucht, die so manche schlechte Übermalung zutage förderten. Die Restaurierungsarbeiten sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Selbstportrait von Rembrandt um 1629 | Foto via Wikipedia Selbstportrait von Rembrandt um 1629 | Foto via Wikipedia

Jan Six, der einen Kunsthandel für niederländische und flämische Alte Meister in Amsterdam betreibt, stammt aus einer alten Patrizierfamilie, in der das Sammeln und die Förderung von Kunst eine lange Tradition hat. Sein Vorfahr gleichen Namens tat sich im 17. Jahrhundert, also dem Goldenen Zeitalter der Niederlande, nicht nur als Regent von Amsterdam hervor, sondern auch als Mäzen. Die Sammelleidenschaft der Familie Six, wird in der Collectie Six in Amsterdam präsentiert, die vom "aktuellen" Jan Six kuratiert wird.

Lasst die Kinder zu mir kommen, das Rembrandt um 1627/28 im Alter von 21 oder 22 Jahren gemalt hat, wird vom 3. November 2019 bis zum 9. Februar 2020 als Teil der Ausstellung über das Werk des jungen Rembrandt (1624-1634) im Museum de Lakenhal in Leiden zu sehen sein.

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