Mitten im Ersten Weltkriegs traf der spanische Maler Julio Romero de Torres in Madrid auf eine junge Frau aus Chile, die bis zu ihrem viel zu frühen Tod seine Muse werden sollte. Ein beeindruckendes Portrait, das er von ihr malte, wird jetzt bei Durán in Spaniens Hauptstadt versteigert.

Bei der jungen Frau aus Chile handelte es sich um María Teresa de las Mercedes Wilms Montt, die 1893 in der mittelchilenischen Stadt Viña del Mar als zweite von acht Schwestern auf die Welt gekommen war. Ihre Familie war wohlhabend, dennoch begann María Teresa sich schon früh gegen die Eltern aufzulehnen - sie sollte noch öfters in ihrem Leben irgendwo anecken.

Teresa Wilms Montt auf einem Diwan, Fotografie | Abb. via elpasajero.com Teresa Wilms Montt auf einem Diwan, Fotografie | Abb. via elpasajero.com

Dass sie einen eigenen Kopf hatte, bewies sie bereits im Alter von 17 Jahren, als sie gegen den Willen ihrer Eltern heiratete. Aus der Ehe gingen die Töchter Elisa und Sylvia Luz hervor. Die junge Familie lebte zunächst in der chilenischen Hauptstadt, anschließend in Iquique im Norden des Landes.

María Teresa traf sich mit Feministinnen und Gewerkschaftern und veröffentlichte unter einem Pseudonym eigene sozialkritische Artikel. Außerdem ging sie eine Affaire mit dem Cousin ihres Mannes ein. Als das rauskam, beschloss der Familienrat, María Teresa vorübergehend in einem Kloster unterzubringen. Verzweifelt über die Trennung von ihren Töchtern verfiel sie dort Depressionen und unternahm im März 1916 einen Selbstmordversuch.

Einer ihrer Freunde, der Schriftsteller Vincente Huidobro, verhalf ihr zur Flucht aus den Klostermauern. Mit ihm ging sie nach Buenos Aires, wo sie sich in intellektuellen und feministischen Kreisen bewegte und weitere Schriften veröffentlichte, in denen sie die Themen Spiritualität und Erotik behandelte.

Sie ging nach New York, wurde dort jedoch für eine deutsche Spionin gehalten und nach Spanien deportiert. Auch in Madrid kam María Teresa schnell mit Schriftstellern und Künstlern in Kontakt. Einer von ihnen war der aus Córdoba stammende Julio Romero de Torres, der die junge Frau zu seiner Muse erkor und sie mehrfach portraitierte. Weiterhin auch als Schriftstellerin tätig, verwendete sie nun das Pseudonym Teresa de la Cruz.

Nachdem Teresa 1920 ihre beiden Töchter kurz hatte in die Arme schließen dürfen, wurden sie ihr kurz darauf wieder weggenommen. Teresa unternahm Reisen nach London und Paris, konnte den Trennungsschmerz aber nie überwinden. An Heilig Abend 1921 starb sie in einem Pariser Hotel an einer Überdosis des Schlafmittels Veronal.

Romeros Portrait von Teresa wird am 20. März bei Durán Subastas versteigert. In der Auktion kommen neben Gemälden und Zeichnungen auch Schmuck, Uhren und Antiquitäten zum Aufruf. Im Folgenden sehen Sie einige weitere Highlights der Auktion.

Entdecken Sie alle aktuellen Lose von Durán Subastas gleich hier bei Barnebys.

Kommentar