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Alles begann 1976 in New York mit der International Foundation for Art Research, einer Non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Kriminalität in der Branche zu reduzieren. Zudem begann sie mit der Erstellung eines Archivs mit gestohlenen Kunstwerken und einem "Alarm für gestohlene Kunst".

Aus dieser Initiative entstand schließlich The Art Loss Register (ALR), das 1990 zunächst Zweigstellen in Europa eröffnete, um einen wachsenden Kundenstamm bedienen zu können, bevor es im Januar 2010 sein Hauptquartier nach London verlegte.

Heute ist das ALR die weltweit größte Datenbank für gestohlene Werke, Antiquitäten und Sammlerstücke. Dank hochrangiger Technologie und einem Team ausgebildeter Kunsthistorikern kann die Organisation die Bedürfnisse von Sammlern, Kunsthändlern, Versicherern und sogar Kunstschaffenden erfüllen.

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Die von der ALR durchgeführten Ermittlungen sind daher in zwei Kategorien unterteilt. Erstens ermutigt die Organisation ausdrücklich die Registrierung von Kunstwerken oder Wertgegenständen in der Datenbank. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Kriminalprävention, da jedes Stück, das nach dem Diebstahl wieder auf dem Markt erscheint, sofort Verdacht schöpft. Die Kriminellen müssen sich also des Risikos, dessen sie sich aussetzen, bewusst sein, sobald sie versuchen, ein gestohlenes Werk weiterzuverkaufen.

Zweitens konzentrieren sich die Bemühungen der ALR-Teams auf die Verwertung von Kunstwerken und die Rückgabe von Eigentum an den rechtmäßigen Eigentümer. Opfer von Diebstahl oder Verlust können das besagte Werk in der Datenbank nachverfolgen indem sie einen Suchvorgang einleiten. Durch den Besitz der weltweit größten Datenbank ist der ALR eine sichere Wahl, um jeden Verdacht auf illegales Eigentum zu überprüfen.

Karte mit Beispielen wiederaufgefundener Kunstwerke | Foto: ©The Art Loss Register Karte mit Beispielen wiederaufgefundener Kunstwerke | Foto: ©The Art Loss Register

Neben seinem umfangreichen Suchdienst, Registrierung und Herkunftsbestimmung von Kunstwerken, hat die Organisation vor kurzem ihre Dienstleistungen hinsichtlich der Aushandlung von Entschädigungen von Diebstahlopfern und der Legitimierung des aktuellen Besitzers erweitert.

Die Ermittlungen des ALR und dessen Vorrangstellung in der Branche haben es, laut der Website des ALR, ermöglicht, bis heute Werte von mehreren hundert Millionen Pfund Sterling zurückzugewinnen.

Paul Cézanne, Bouilloire et fruits, 1888-90 | Foto via Artnet Paul Cézanne, Bouilloire et fruits, 1888-90 | Foto via Artnet

Unter den vielen Erfolgen zählt das ALR das des Bakwin-Falles. Ein Werk von Cézanne, "Kettle and Fruit", wurde 1978 in Boston mit sieben weiteren Gemälden in einer Privatresidenz gestohlen. 1999 tauchte die Leinwand wieder auf, als ein pensionierter Anwalt versuchte, sie über eine panamesische Firma und die Identität eines Schweizer Anwalts zu verkaufen. Unfähig, eine Transaktion abzuschließen, wendet sich der Anwalt an das Opfer des Raubes von 1978 und versucht, Geld von ihm zu erpressen.

Zu den vielen Erfolgen des ALR gehört der Bakwin-Fall. 1978 war Cézannes Gemälde Bouilloire et fruits gemeinsam mit sieben weiteren Werken aus einer Bostoner Privatwohnung gestohlen worden. 1999 tauchte Cézannes Werk wieder auf, als ein pensionierter Anwalt, der sich als Schweizer Jurist ausgab, versuchte, es über eine panamaische Firma zu verkaufen. Unfähig, eine Transaktion abzuschließen, wandte sich der Anwalt an das Opfer des Raubes von 1978 und versuchte, Geld von ihm zu erpressen.

Sofort wurde das ALR vom Eigentümer benachrichtigt, der der Organisation ebenso die Ermittlungen hinsichtlich der sieben anderen Gemälde anvertraute.

Nach gemeinsamen Ermittlungen mit dem FBI und der Schweizer Polizei, wurde der Cézanne 1999 vom ALR gefunden. Später wurde er für 29,3 Millionen USD verkauft. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte tauchten auch die anderen Werke auf. Das letzte 2010, womit der Bakwin-Fall abgeschlossen war.

Henri Matisse, Bronzeskulptur der Tochter des Künstlers, 1906 | Foto: ©The Art Loss Register Henri Matisse, Bronzeskulptur der Tochter des Künstlers, 1906 | Foto: ©The Art Loss Register

Erst vor kurzem, im Jahr 2017, ermöglichte das ALR die Rückgabe einer Bronze von Matisse, die vor 25 Jahren aus einem Schweizer Museum gestohlen worden war. Fast 30 Jahre nach ihrem Verschwinden in den 1990er Jahren erhält das ALR eine Anfrage von einem französischen Auktionshaus, das für die Arbeit eine Verkaufsanfrage erhalten hatte. Nach einer intensiven Untersuchung gelang es dem ALR, eine Verbindung mit der gestohlenen Skulptur herzustellen und deren Restitution sicherzustellen. Die Arbeit, ein berührendes Porträt von Matisses Tochter, konnte zu ihrem Ausstellungsort zurückkehren und der Versicherer des Museums drückte seine Dankbarkeit für die von der ALR geleistete Arbeit aus. Die komplette Geschichte ist hier zu finden.

Erfahren Sie hier mehr über die Dienstleistungen des Art Loss Registers.

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