Am Abend des 31. Mai wurde Max Beckmanns geheimnisumwittertes Werk Weiblicher Kopf im Grau und Blau (Die Ägypterin) seiner Favoritenrolle gerecht und für einen absoluten Rekordpreis versteigert. Insgesamt siebzehn Bieter, davon vier im Saal und dreizehn am Telefon, lieferten sich ein minutenlanges Gefecht um das 1942 gemalte Portrait und unbekannten Dame, die Beckmann eines Nachts im Traum erschienen war. Am Ende der Schlacht konnte erhielt eine bedeutende Schweizer Privatsammlung den Zuschlag. Die Ägypterin, die vor der Auktion auf 1,5 - 2 Millionen Euro geschätzt worden war, erzielte dabei die Rekordsumme von 5,5 Millionen Euro (inkl. Aufgeld). Es ist der höchste Preis, der jemals bei einer Auktion in Deutschland für ein Gemälde bezahlt worden ist.

Das teuerste Gemälde in einer Auktion in Deutschland: Max Beckmanns "Ägypterin" von 1942 | Abb.: Grisebach Das teuerste Gemälde in einer Auktion in Deutschland: Max Beckmanns "Ägypterin" von 1942 | Abb.: Grisebach

Bereits einen Tag früher konnte Grisebach in seiner Fotografie-Auktion einen weiteren deutschen Rekord für sich verbuchen. Aufgestellt wurde dieser von einem namenlosen Photogramm des in Ungarn geborenen László Moholy-Nagy. Das Unikat aus der Zeit, die der Künstler in den 1920er Jahren am Weimarer Bauhaus verbrachte, war vorab der Auktion mit einem Schätzpreis von 300.000 - 500.000 Euro versehen worden. Verkauft wurde es schließlich an einen amerikanischen Sammler für 487.500 Euro (inkl. Aufgeld). Dieser Preis entspricht dem höchsten, der jemals bei einer deutschen Auktion für eine einzelne Fotografie erzielt wurde.

László Moholy-Nagys unikates Photogramm von 1923/25 sorgte für einen weiteren deutschen Rekordpreis | Abb. Grisebach László Moholy-Nagys unikates Photogramm von 1923/25 sorgte für einen weiteren deutschen Rekordpreis | Abb. Grisebach

Insgesamt konnte sich das Berliner Auktionshaus Grisebach bei seiner sieben Versteigerungen umfassenden Frühjahrsauktion über ein Gesamtergebnis von 23,5 Millionen Euro ein.

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